Virusinfektion Berlin meldet Dutzende neue Masernfälle

In Berlin haben sich seit Wochenbeginn fast 70 weitere Menschen mit den Masern angesteckt, eine zweite Schule musste wegen eines Krankheitsfalls Schüler nach Hause schicken.
Mutter und Kind bei der Impfung (Berlin): Seit Monaten grassieren die Masern in der Hauptstadt

Mutter und Kind bei der Impfung (Berlin): Seit Monaten grassieren die Masern in der Hauptstadt

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Berlin - Die Zahl der Masernfälle in Berlin steigt weiter. Eine zweite Schule, das Wald-Gymnasium in Charlottenburg, musste wegen eines Masernfalls einen Tag schließen. Allein von Mittwoch auf Donnerstag wurden 28 neue Fälle registriert, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mit. Seit Wochenbeginn sind es fast 70 neue Erkrankungen.

Insgesamt sind seit Beginn des Ausbruchs im vergangenen Oktober 637 Menschen an den Masern erkrankt. Ein Kleinkind starb an den Folgen der Infektion, es war nicht gegen die Erreger geimpft. Unter den Erkrankten sind auch viele Erwachsene ohne Impfschutz. Bei rund einem Viertel aller Patienten verlief die Infektion bisher so schwer, dass sie ins Krankenhaus kamen.

Am Wald-Gymnasium, das seine Schüler am Mittwoch wegen eines Masernfalls am Vormittag nach Hause geschickt hatte, lief der Unterricht am Donnerstag wieder - aber nicht für alle. "Wir haben die Impfnachweise aller Schüler zu Unterrichtsbeginn kontrolliert. Wer einen unklaren Impfstatus hat, muss zunächst zu Hause bleiben", sagte Schulleiter Wolfgang Ismer.

Wie viele Schüler das betraf, war am Donnerstagmittag noch nicht ausgezählt. Aus dem näheren Kontaktkreis des an Masern erkrankten Schülers waren es acht Schüler und mindestens drei Lehrer, die vorsichtshalber bis zum 3. März nicht in die Schule kommen dürfen. Bereits am Montag war eine Oberschule in Lichtenrade wegen eines Masernfalls für einen Tag geschlossen worden.

Die Masern-Welle hat in Deutschland eine Diskussion um die Impfpflicht entfacht. Zwei Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Bundesbürger diese befürworten würde.

Nach Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 40 Prozent der Befragten, sie seien "sehr für eine Impfpflicht" für solche Krankheiten, 34 Prozent waren "eher für eine Impfpflicht". 21 Prozent waren "eher oder sehr gegen eine Impfpflicht". Fünf Prozent zeigten sich unentschlossen. Besonders viele Befürworter hatte die Impfpflicht in der Altersgruppe ab 55 Jahre.

wbr/dpa
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