Medikamentenreste Skandal-Pferdefleisch ist gesundheitlich unbedenklich

Entwarnung für die europäischen Verbraucher: Das in Lasagnen und andere Fertigprodukte eingeschmuggelte Pferdefleisch enthält kaum gefährliche Medikamentenrückstände, heißt es in einem EU-Bericht. Probleme drohten erst nach dem Genuss Hunderter Pferde-Hacksteaks, sagte ein Sprecher.

Auslage auf einem deutschen Wochenmarkt: Pferdefleisch ist reich an Eisen
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Auslage auf einem deutschen Wochenmarkt: Pferdefleisch ist reich an Eisen


Brüssel - In Fertiggerichten steckt nicht immer drin, was draufsteht. Bei Stichproben in Deutschland entdeckten Kontrolleure in 867 Produkten 29-mal Pferdefleisch, das Medikamentenrückstände enthalten kann. In Frankreich wurden sie mithilfe von DNA-Tests in 47 von 353 Rindfleischprodukten fündig, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider der Europäischen Union (EU).

Was für die Verbraucher ärgerlich ist, hat jedoch offensichtlich keine Konsequenzen für ihre Gesundheit. "Man müsste Hunderte von Pferde-Hacksteaks essen, um vielleicht Probleme zu bekommen", sagte ein Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg am Dienstag in Brüssel. Es bestehe "keine unmittelbare Gefahr" durch das Medikament Phenylbutazon.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) mit Sitz in London und die Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) in Parma hatten im Auftrag der EU-Kommission das Risiko für EU-Bürger durch Reste des Pferdemedikaments Phenylbutazon untersucht. Tiere, die für den Lebensmittelmarkt bestimmt sind, dürfen das entzündungshemmende Medikament eigentlich nicht erhalten, da es Krebs hervorrufen und das Blut krankhaft verändern kann.

Auf eine Millionen Menschen pro Tag höchstens 368 betroffen

Laut der Studie kommen auf eine Million Menschen pro Tag höchstens 368, die das Medikament möglicherweise unfreiwillig zu sich nehmen, falls sie als Rindfleisch ausgezeichnetes Pferdefleisch gegessen haben. Das Krebsrisiko durch den Verzehr des Pferdefleischs sei "sehr gering", heißt es in dem Bericht. Die Forscher hatten 2250 Tests aus 19 EU-Staaten ausgewertet.

Seit Jahresbeginn waren immer mehr Fälle von als Rindfleisch deklariertem Pferdefleisch in Europa bekanntgeworden, auch Deutschland war betroffen. Eine französische Firma stand im Zentrum des ersten Pferdefleischskandals, den Kontrolleure Anfang 2013 aufdeckten. Am 10. April waren neue Unregelmäßigkeiten bekannt geworden, als die niederländische Lebensmittelaufsicht 50.000 Tonnen verdächtiges Rindfleisch zurückrief. Von dieser Falsch-Deklarierung sind nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 124 Betriebe in Deutschland betroffen.

Pferdefleisch ist an sich gesundheitlich unbedenklich und gilt in vielen Ländern als Delikatesse. Was Eisen- und Fettgehalt betrifft, ist es gesünder als viele in Deutschland gängige Fleischsorten wie das Schweinefleisch. Allerdings können im Fleisch von Rennpferden schmerzhemmende und leistungssteigernde Arzneien enthalten sein. Normalerweise dürfen Tiere eine Zeit vor dem Schlachten keine Medikamente wie Antibiotika erhalten, um die Rückstände in den Lebensmitteln so weit wie möglich zu minimieren. Manche Medikamente sind bei den Tieren ganz verboten.

Ernährung: Delikatesse Pferdefleisch
Lesen Sie hier mehr zum Nährwert und Geschmack von Pferdefleisch.

irb/AP/dpa/Reuters



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Seite 1
der_namenslose 16.04.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesEntwarnung für die europäischen Verbraucher: Das in Lasagnen und andere Fertigprodukte eingeschmuggelte Pferdefleisch enthält kaum gefährliche Medikamentenrückstände, heißt es in einem EU-Bericht. Probleme drohten erst nach dem Genuss Hunderter Pferde-Hacksteaks, sagte ein Sprecher. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/medikamentenrueckstaende-in-pferdefleisch-sind-unbedenklich-a-894722.html
Das sogenannte "Gammelfleische" war ebenfalls nie gesundheitsschädlich.... Macht das die Sache jetzt besser?
rompipalle 16.04.2013
2. Es geht aber nicht nur darum OB....
Oder OB auch nicht; es für den Konsumenten gefährlich ist Pferde Fleisch von Rennpferden zu essen.Es geht,logischer weise,darum das ich mir selber aussuchen möchte was ich mir als Nahrung einverleibe/esse.Alles was nicht richtig deklariert ist,ob es gesund ist oder nicht, ist also: BETRUG und sollte geahndet werden.Da soll jetzt noch eine Unbedenklichkeitserklärung den Endverbraucher beschwichtigen;auch damit die Lebensmittel Mafia weniger Verdienst Ausfälle hat.Und Diese Studie dazu,bezahlt dann auch noch der europäische Steuerzahler. Ich Wette einmal da geht dann auch keiner vor den Kadi oder gar in den Knast!!
b5200 16.04.2013
3. lachhaft
dieser Artikel. Es wird beschwichtigt "alles nicht so schlimm Leute, kauft das Zeug". Jawohl, wir glauben alles, was in den Medien steht und machen alles, was uns unsere "Eliten" sagen wir tun sollen. Na, dann mal gute Nacht....
mummiscii 16.04.2013
4. Unbedenklich?
Nun das ist eine Meinung. Die Erde ist eine Scheibe! Das war auch eine Meinung. Wer von den Beschwichtigern hat denn Langzeitstudien über den Verzehr gedopter Spring-, und Rennpferde und privat behandelter Sportpferde? Hm? Das ist an Unverfrorenheit nicht mehr zu überbieten. Ich will wissen was ich esse!
brandtner 16.04.2013
5. Grund Sätz Lich
Zitat von rompipalleOder OB auch nicht; es für den Konsumenten gefährlich ist Pferde Fleisch von Rennpferden zu essen.Es geht,logischer weise,darum das ich mir selber aussuchen möchte was ich mir als Nahrung einverleibe/esse.Alles was nicht richtig deklariert ist,ob es gesund ist oder nicht, ist also: BETRUG und sollte geahndet werden.Da soll jetzt noch eine Unbedenklichkeitserklärung den Endverbraucher beschwichtigen;auch damit die Lebensmittel Mafia weniger Verdienst Ausfälle hat.Und Diese Studie dazu,bezahlt dann auch noch der europäische Steuerzahler. Ich Wette einmal da geht dann auch keiner vor den Kadi oder gar in den Knast!!
... stimme ich Ihnen zu. Auch mich würde es wundern, wenn in diesem Fall Konsequenzen gezogen würden, die über die bessere Verschleierung 'preiswerter' Einkaufspraktiken hinausgehen. Das Studien bezahlt werden müssen, ist dagegen nunmal eine Tatsache. Ich lege Wert darauf, dass die EU solcherlei Vorkommnisse untersucht und die Folgen für den Verbraucher prüft. Unabhängig davon würde ich Ihnen dringend raten, an Ihrer 'Recht Schreibung' zu 'Ar Beiten' ... So, wie er ist, ist ihr Beitrag ein ziemliches Armutszeugnis (
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