Gefährliches Virus Deutscher stirbt nach Mers-Erkrankung

Ein 65-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen ist an den Folgen einer Mers-Erkrankung gestorben. Er hatte sich vermutlich im Februar bei einer Reise im Nahen Osten mit dem Virus infiziert.

Mers-Virus: Saudi-Arabien ist derzeit am stärksten betroffen
REUTERS/ NIAID

Mers-Virus: Saudi-Arabien ist derzeit am stärksten betroffen


Erstmals ist ein Deutscher an den Folgen der Atemwegserkrankung Mers gestorben. Der 65-Jährige habe sich im Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit dem Virus infiziert, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium am Dienstag in Hannover mit. Die Mers-Infektion, wegen der der Mann wochenlang in einem Krankenhaus in Osnabrück behandelt wurde, sei überwunden gewesen. In einem Krankenhaus in Ostercappeln sei er am 6. Juni an einer anderen, darauf folgenden Erkrankung der Lunge gestorben.

Eine Übertragung von Mers auf andere Personen habe verhindert werden können, berichtet das Krankenhaus. Mehr als 200 Personen, die mit dem 65-Jährigen im Lauf von dessen Krankheit Kontakt hatten, seien negativ getestet worden.

Viele Menschen in Südkorea in Quarantäne

Die Ursache für die Erkrankung des Mannes ist nicht ganz klar. Möglicherweise hatte er sich während seiner Reise auf einem Tiermarkt mit dem Virus angesteckt. Dromedare und Kamele gelten als Überträger der Krankheit. Mers gehört zu den Coronaviren, zu denen auch der Sars-Erreger und viele Erkältungsviren zählen. Das Virus kann eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen.

Der Mann ist der dritte Mensch, der in Deutschland wegen einer Mers-Infektion behandelt wurde. In München war im März 2013 ein 73-jähriger Mers-Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gestorben. Ein anderer, in Essen behandelter Patient aus Katar überlebte die Krankheit.

Saudi-Arabien ist weltweit das am stärksten von Mers (Middle East Respiratory Syndrome) betroffene Land. Reisende brachten den Erreger auch in die USA und in europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich und die Türkei. Weltweit erstmals tauchte der Erreger im Jahr 2012 auf.

Erreger aus Saudi-Arabien

Derzeit grassiert das Mers-Virus in Südkorea. Vom größten Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel sind bislang 154 Menschen betroffen, es gab nach Behördenangaben 19 Todesfälle. Zudem sind mehr als 5500 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, in Isolierstationen untergebracht oder stehen zu Hause unter Quarantäne.

Die Regierung richtete außerdem ein Team von 24 Experten ein, das das Samsung Medical Center in Seoul beobachten soll. In dem Krankenhaus steckte sich ein Großteil der Mers-Kranken an. Die Klinik hat mittlerweile teilweise den Betrieb eingestellt.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann sich der Kampf gegen Mers in Südkorea noch einige Wochen hinziehen.

nik/dpa/AFP/Reuters

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