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27. März 2019, 14:51 Uhr

Nach Zyklon "Idai"

Mosambik bestätigt erste Cholerafälle

Im Katastrophengebiet in Mosambik sind die ersten Menschen an Cholera erkrankt. Ohne sauberes Trinkwasser können sich die gefährlichen Durchfallerreger rasant ausbreiten.

Knapp zwei Wochen nach den Verwüstungen durch Zyklon "Idai" sind in Mosambik die ersten Menschen an Cholera erkrankt. Bislang seien fünf Fälle bestätigt worden, sagte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Demnach stammen die Erkrankten aus der zu großen Teilen zerstörten Hafenstadt Beira sowie den angrenzenden Gebieten.

"Idai" war am 15. März über Mosambik, Simbabwe und Malawi hinweggezogen und hatte, begleitet von sintflutartigem Regen, verheerende Überschwemmungen ausgelöst. In Mosambik und Simbabwe starben nach offiziellen Angaben mehr als 700 Menschen, die tatsächliche Zahl dürfte Helfern zufolge deutlich höher liegen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kündigte an, 900.000 Impfdosen gegen Cholera nach Mosambik zu bringen. In Beira würden drei Behandlungszentren aufgebaut, teilte die WHO-Leiterin in Mosambik am Dienstag mit. Bei Cholera handelt es sich um eine schwere Durchfallerkrankung, die von Bakterien ausgelöst wird. Verunreinigtes Wasser zählt zu den Hauptursachen.

Auch Bedrohung durch Malaria und Typhus

Angesichts fehlenden Trinkwassers und der schlechten sanitären Lage in den Katastrophengebieten fürchten Experten neben Cholera- auch Typhuserkrankungen. In dem überall stehenden Wasser können sich außerdem Mücken extrem schnell vermehren, die Malaria übertragen. Helfer haben bereits einen Anstieg der Fälle gemeldet.

Um die Trinkwasserversorgung zu verbessern, arbeitet das deutsche Technische Hilfswerk (THW) aktuell daran, zwei Wasseraufbereitungsanlagen in Beira in Betrieb zu nehmen. Die Helfer testeten derzeit die Qualität des Wassers, teilte das THW mit. Die Anlagen können bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten.

Insgesamt wurde infolge des Zyklons ein mehr als 3100 Quadratkilometer großes Gebiet überflutet, berichtet das Welternährungsprogramm (WFP). Demnach betrifft die Katastrophe rund drei Millionen Menschen; rund 500.000 von ihnen haben ihr Zuhause verloren. Allein in Mosambik vernichteten Sturm und Fluten die Ernte auf 400.000 Hektar Land.

irb/AFP/dpa

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