Nikotinsucht Warum Raucher Geld fürs Aufhören bekommen sollten

Finanzielle Anreize können Menschen dabei helfen ihre Nikotinsucht zu überwinden, sagen britische Forscher. Wie viel Geld geboten wird, scheint dabei keinen großen Unterschied zu machen.
Ein finanzieller Anreiz kann Menschen dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören

Ein finanzieller Anreiz kann Menschen dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören

Foto: MarcBruxelle/ Getty Images/iStockphoto

Bietet man ihnen Geld als Belohnung, hilft das Menschen dabei mit dem Rauchen aufzuhören und auch abstinent zu bleiben. Dafür liefert eine Metaanalyse der Universität von East Anglia  nun Belege. Die Methode funktioniert demnach auch bei schwangeren Frauen, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

Das Team um Caitlin Notley , Forscherin an der Universität von East Anglia, wertete 33 Studien aus, an denen rund 21.600 Menschen in den USA, Thailand, Europa und den Philippinen teilgenommen hatten.

In den Studien wurde den nikotinsüchtigen Versuchsteilnehmern Bargeld oder ein Gutschein angeboten, um mit dem Rauchen aufzuhören. In einer Kontrollgruppe wurden Menschen ohne angekündigte Belohnung dazu aufgefordert, nicht länger zu rauchen.

50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit

"Sechs Monate oder länger nach dem Beginn der Versuche hatten Menschen, denen Geld geboten wurde, mit 50 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit mit dem Rauchen aufgehört als die Teilnehmenden der Kontrollgruppe," sagte Notley.

In konkreten Zahlen bedeutet das: In der Kontrollgruppe hörten circa sieben Prozent erfolgreich auf zu rauchen. Wurden den Versuchsteilnehmenden finanzielle Anreize geboten, waren es ungefähr 10,5 Prozent.

Die Erfolgsraten blieben auch bestehen, nachdem die Belohnung ausgezahlt wurde.

Die finanziellen Anreize unterschieden sich dabei stark - 40 Euro bis 1056 Euro wurden in den Studien gezahlt. Einen Unterschied macht die Höhe der Belohnung aber anscheinend nicht.

Ähnlicher Effekt bei Schwangeren

Zehn der betrachteten Studien untersuchten das Phänomen bei schwangeren Frauen. 2571 Schwangere waren Teil der Studien. Insgesamt war nach einem halben Jahr durchschnittlich die Verteilung folgende: Die Wahrscheinlichkeit, dass Schwangere aufhörten zu rauchen, wenn man ihnen einen Gutschein in Aussicht stellte, war 2,38-mal höher, als wenn man ihnen keinen Gutschein versprach.

Hier wollen die Forscher allerdings keine voreiligen Aussagen treffen, denn einige der miteinbezogenen Studien seien qualitativ mangelhaft gewesen.

Menschenleben retten und Geld sparen

Um die Abstinenz zu untersuchen, wurden in allen Studien die Teilnehmenden mindestens sechs Monate lang überwacht. Diejenigen, die angaben abstinent zu sein, wurden medizinisch untersucht. Dafür wurden Körperflüssigkeiten oder ihr Atem analysiert.

Menschen dafür zu bezahlen mit dem Rauchen aufzuhören, könne nicht nur Menschenleben retten, sondern auch Geld sparen, betont Notley. Denn die Folgekosten des Rauchens seien enorm. Die Behandlungen von möglichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen gesundheitlichen Folgen sind teuer, in der Studie werden auch außerdem anfallende Produktivitätsverluste thematisiert.

In Deutschland wird jeder achte Todesfall durch Rauchen verursacht, so das Deutsche Krebsforschungszentrum. Es raucht etwa jeder vierte Mann und jede fünfte Frau.

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