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Stockholm Krebsforscher James Allison und Tasuku Honjo erhalten Medizin-Nobelpreis

Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie geht an die Forscher James Allison und Tasuku Honjo. Sie werden ausgezeichnet für die Erforschung von Therapien, bei denen das Immunsystem Krebszellen attackiert.

Die beiden Forscher James Allison und Tasuku Honjo erhalten dieses Jahr den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Ihre Forschung ermöglichte Medizinern, sich das Immunsystem zunutze zu machen, um Krebszellen zu attackieren.

Der Nobelpreis gilt als die höchste Auszeichnung für Wissenschaftler weltweit. Er ist mit neun Millionen schwedischen Kronen dotiert, was ungefähr 870.000 Euro entspricht.

Der US-Immuntherapeut James Allison

Der US-Immuntherapeut James Allison

Foto: Christoph Schmidt/ picture alliance / dpa

James Allison widmete seine Forschung einem Eiweiß, das als eine Art Bremse des Immunsystems arbeitet. Seine Idee: Wenn diese Bremse gelöst würde, könnten die Immunzellen Krebszellen attackieren. Seine Arbeit dient heute als Basis neuer Therapien. Der Amerikaner kam 1948 in Texas zur Welt. Heute arbeitet er als Professor am University of Texas MD Anderson Cancer Center.

Der japanische Forscher Tasuku Honjo

Der japanische Forscher Tasuku Honjo

Foto: Ryosuke Ozawa/ dpa

Auch Tasuku Honjo entdeckte ein Protein, das Immunzellen bremst - allerdings auf einem anderen Weg. Therapien, die diesen Ansatz nutzen, seien sehr effektiv beim Kampf gegen Krebs, erklärte das Nobelpreis-Komitee. Der Japaner wurde 1942 in Kyoto geboren. Er ist seit 1984 Professor an der Kyoto University.

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Der 76-Jährige erklärte nach der Auszeichnung, dass er noch lange nicht ans Aufhören denke. "Damit noch mehr Kranke geheilt werden können, werde ich noch eine Weile weiter meine Forschung fortsetzen", sagte Honjo an der Universität in Kyoto vor Journalisten. Er fühle sich sehr geehrt, den Nobelpreis zu bekommen. Das habe er "unzähligen Menschen" zu verdanken, vor allem seinen Kollegen, Studenten und anderen Unterstützern sowie seiner Familie.

Auch Allison erklärte, er fühle sich geehrt. Ursprünglich hatte er nicht geplant, Krebs zu erforschen, sondern wollte nur die Prozesse der T-Zellen im Immunsystem besser verstehen - "diese unglaublichen Zellen, die durch unseren Körper reisen und uns beschützen." Dass er mittlerweile Menschen treffen durfte, die den Krebs mithilfe der neuen Therapien überlebt haben, zeige deren Kraft.

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Preisträger in letzter Minute festgelegt

"Krebs tötet jedes Jahr Millionen von Menschen und ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für die Menschheit", erklärt das Nobel-Komitee seine Entscheidung. "Indem sie das Immunsystem dazu bringen, Krebszellen zu attackieren, haben unsere diesjährigen Nobelpreisträger vollkommen neue Möglichkeiten in der Krebstherapie eröffnet." Davor habe es lange Zeit kaum Entwicklungen bei der Behandlung der Krankheit gegeben.

Die Verkündung des Nobelpreises wird auch von Experten mit Spannung erwartet, vorhersehbar ist die Auszeichnung fast nie. Erst am Morgen vor der Verkündung setzen sich 50 Professoren der Nobelpreis-Gruppe am Karolinska Institut zusammen, um über den Preisträger zu entscheiden. Als Grundlage dient ihnen eine Liste von Vorschlägen.

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Fast unmittelbar nachdem das Komitee den Preisträger gewählt hat, folgt die Pressekonferenz. So besteht keine Gefahr, dass die Neuigkeit schon vor der offiziellen Verkündung bekannt wird. Nur für eine Sache muss vorher noch Zeit sein: der Anruf bei den Preisträgern. Bei Tasuku Honjo hatte das schwedische Komitee Glück, er ging ans Telefon. James Allison hingegen war in diesem Moment noch nicht erreichbar.

Im vergangenen Jahr erhielten die US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michel W. Young den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Sie haben Mechanismen zum Tag-Nacht-Rhythmus entschlüsselt und gelernt, unsere innere Uhr zu lesen.

irb
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