Studie zur Notaufnahme Mehrheit der Patienten ist kein Notfall

Die Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser sind überfüllt. Aber mehr als die Hälfte der Patienten ist dort fehl am Platz, enthüllt eine Studie.
Notaufnahme der Charité in Berlin

Notaufnahme der Charité in Berlin

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Mehr als die Hälfte der Patienten in Notaufnahmen von Krankenhäusern ist gar kein medizinischer Notfall. Zu diesem Ergebnis kommt eine im "Deutschen Ärzteblatt" veröffentlichte Studie  des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

In der Studie "PiNo-Nord" (Patienten in der Notaufnahme von norddeutschen Klinken) gaben 54,7 Prozent der 1175 befragten Patienten eine niedrige Behandlungsdringlichkeit an. Die Patienten kennen zudem oft keine alternative Möglichkeiten wie Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Patientenzahlen in den Notaufnahmen werden vor allem durch Patienten verursacht, die kein Notfall seien - diese Annahme werde durch die Studie belegt, so die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam).

Patienten kommen aus eigenem Antrieb

Die Gründe für den Besuch der Notaufnahme variieren der Studie zufolge. Am häufigsten kamen die Patienten mit niedriger Behandlungsdringlichkeit mit Problemen am Bewegungsapparat und Hautproblemen. Ein weiter Faktor war, dass Hausarztpraxen geschlossen waren.

Der Studie zufolge kamen 41,3 Prozent der Patienten auf eigene Initiative in die Notaufnahme. Dagegen hätten 17,0 Prozent eine Empfehlung beziehungsweise Einweisung durch den Hausarzt und 8,0 Prozent durch einen Fachspezialisten angegeben.

Die Degam fordert eine bessere Vernetzung des ambulanten Notdienstes und der Notaufnahmen. Dabei werde allgemeinmedizinische Expertise benötigt. Darüber hinaus sei es eine wichtige Aufgabe der Hausärzte, ihre Patienten für dieses Thema zu sensibilisieren und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken.

brt
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