Seuche auf Madagaskar 40 Menschen sterben an der Pest

Die Insel Madagaskar kämpft mit einem neuen Ausbruch der Pest. Übertragen wird die Krankheit von Flöhen - und die sind immer schwerer zu bekämpfen.

Antananarivo - Auf Madagaskar wütet die Pest. 40 Menschen starben seit August an der Krankheit, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Insgesamt waren bislang 119 Fälle der Krankheit bekannt. Besonders die dicht besiedelte Hauptstadt Antananarivo sei gefährdet - und das Gesundheitssystem auf einen schweren Ausbruch nicht vorbereitet.

Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst. Zunächst bilden sich Beulen, das Lymphsystem wird angegriffen. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie sich auf die Lunge ausweiten. Dann stirbt der Patient laut WHO in der Regel binnen 24 Stunden.

Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit über Körperflüssigkeiten. Die Lungenpest ist daher besonders gefährlich: Der Patient hustet infektiöse Körperflüssigkeiten aus. Bei zwei Prozent der Fälle auf Madagaskar sei die Lunge infiziert gewesen.

Etwa 500 Pestkranke gibt es auf Madagaskar in jedem Jahr seit 2009. Vor allem der Norden der Insel ist immer stark betroffen. Häufig vertrauen die Menschen auf traditionelle Medizin - die sich in diesem Fall als wirkungslos erweist.

Forscher hatten im Januar mitgeteilt, dass die Pest in der Vergangenheit insbesondere in starken Regenzeiten und bei instabilem Klima wütete. Übertragen wird die Krankheit von Flöhen. Und die passen sich an: Auf Madagaskar sind die Tiere laut WHO häufig resistent gegen Insektizide.

isa/Reuters
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