Plastikschuh im Test Krebserregender Chemiecocktail in Clogs gefunden

Sie sind leicht, wasserfest, quietschbunt - und stecken häufig voller Gift: Träger von Plastik-Clogs sollten trotz Hitze nicht auf Socken verzichten. Laut einer WDR-Analyse sind viele der Schuhe mit krebserregenden Stoffen belastet, die über die Haut in den Körper dringen können.
Bunt und womöglich gesundheitsschädlich: Viele Plastik-Clogs enthalten krebserregende Substanzen

Bunt und womöglich gesundheitsschädlich: Viele Plastik-Clogs enthalten krebserregende Substanzen

Foto: Tobias Hase/ picture-alliance/ dpa

Bunte Plastik-Clogs können hochgradig krebserregende Chemikalien enthalten, die über die Haut aufgenommen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks  (WDR). Demnach fand sich in zehn Paar Plastik-Clogs aller Preisklassen ein teils gefährlicher Chemikaliencocktail.

Wer die Schuhe trotzdem tragen will, sollte laut WDR zum Schutz seiner Gesundheit unbedingt Socken anziehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät  Verbrauchern zudem, vor allem Plastik-Clogs mit unangenehmen Geruch zu meiden.

Besonders problematisch sind dem WDR zufolge polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die in vielen Schuhen gefunden wurden. Sie gelten als hochgradig krebserregend. Experten des Umweltbundesamtes fordern seit langem einen extrem niedrigen Grenzwert für diese Stoffe, der allerdings noch nicht in Kraft ist. In sechs der zehn getesteten Schuhpaare habe das Labor PAK nachgewiesen, zum Teil deutlich über diesem Grenzwert.

In den Schuhen des Originals, der Marke Crocs, fanden sich keine PAK, dafür aber zwei Lösungsmittel, die nach Einschätzung des BfR Hautreizungen und Allergien auslösen können. In fünf weiteren Plastikschuhpaaren fanden sich ebenfalls Lösungsmittel.

Crocs weist die Vorwürfe zurück: "Uns sind die genauen Parameter des Tests nicht bekannt, die diesem Bericht zugrunde liegen", heißt es in einem Statement; das Unternehmen sehe aber kein Risiko durch die Nutzung der Schuhe. "Darüber hinaus sind unsere Produktionsprozesse so ausgerichtet, dass alle unsere Produkte den europäischen Rechtsvorschriften entsprechen."

Sieben Schuhpaare waren außerdem mit Schwermetallen belastet. Diese können zwar nicht über die Haut aufgenommen werden. Aber wenn die Schuhe eines Tages im Müll landen, gefährden Chrom, Blei und Cadmium die Umwelt.

dal/afp