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03. März 2013, 21:15 Uhr

Weibliche Führungskräfte

Initiative fordert Frauenquote in der Medizin

Von 10 auf 40 Prozent: Eine Initiative von Ärztinnen fordert die Einführung einer Quote in der Medizin. Binnen fünf Jahren soll sich die Anzahl der Frauen in Führungspositionen vervierfachen.

Berlin - Ein Zusammenschluss von Ärztinnen verlangt eine Frauenquote für Führungspositionen in Kliniken. In der Nacht zum Sonntag ging die Webseite des Projekts "Pro Quote in der Medizin" online, am Montag soll ein offener Brief sämtliche Dekane und Krankenhausdirektoren in Deutschland erreichen. "Bislang gibt es mehr als 130 Unterstützerinnen", sagte eine der Initiatorinnen, Ulrike Ley, am Sonntag.

Die Initiative fordert, dass in fünf Jahren 40 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind - bislang seien es nicht einmal zehn Prozent, hieß es. "Auch Oberärztin ist eine Führungsposition, wir wollen aber auch mehr Chefärztinnen - also Frauen in Spitzenpositionen." Das betreffe besonders die Universitätskliniken. "Denn dort wird ausgebildet, werden Wissenschaft und Praxis der Medizin weitgehend bestimmt", sagte Ley.

Zuvor hatte der SPIEGEL über die Initiative berichtet. Dort sagte Leys Co-Initiatorin Gabriele Kaczmarczyk, Professorin an der Berliner Charité: "Wir brauchen die Quote, weil Chefärzte am liebsten ihr eigenes jüngeres Selbst fördern, den jungen Assistenzarzt, in dem sie sich selbst wiedererkennen - und nicht die Ärztin." Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, sei dagegen nicht das Problem, sagte Ley.

Vorbild sei eine Aktion von Journalistinnen gewesen, berichtete sie weiter. Die Journalistinnen setzen sich dafür ein, mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen bis 2017 mit Frauen zu besetzen.

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