Ein rätselhafter Patient Not-OP nach Höhenflug

Ein 23-Jähriger reist drei Stunden im Flugzeug. Danach krümmt er sich vor Bauchschmerzen, jede Berührung der Ärzte tut ihm weh. Der Ultraschall deckt auf, welches Organ schuld ist - der junge Mann muss sofort in den OP.

Ultraschallbild eines Bauchorgans: Dreimal so schwer wie normal
JAMA Network

Ultraschallbild eines Bauchorgans: Dreimal so schwer wie normal

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Als das Flugzeug nach drei Stunden endlich landet, hält es der 23-Jährige kaum noch aus. Starke Bauchschmerzen plagen ihn, sein Kopf tut weh und in der linken Schulter zieht es. Er vermeidet jede unnötige Bewegung. So schnell wie möglich lässt er sich in die chirurgische Notaufnahme des Universitätskrankenhauses in Miami bringen.

Bei der Untersuchung spüren die Ärzte eine deutliche Abwehrspannung im Bauch des Mannes, beim Abtasten tut es ihm überall weh. Die Schmerzen lassen sich daher keinem Organ direkt zuordnen. Sein Blutdruck ist mit 96 zu 46 niedrig, das Herz schlägt mit einer Frequenz von 77 aber normal schnell. Atmung und Sauerstoffsättigung sind unauffällig, der Patient hat kein Fieber.

Eine Bauchverletzung habe er nicht erlebt. Allerdings berichtet er, dass er erst am Vortag aus einem Krankenhaus entlassen worden sei, wo er aufgrund einer viralen Infektion behandelt worden sei. Genaueres weiß der Patient darüber aber offenbar nicht, zumindest lassen es Allan Bassan und seine Kollegen von der Notfallchirurgie der University of Miami offen, die im Fachblatt "Jama Surgery" über den Fall des 23-Jährigen berichten.

Alles voller Blut

Weil der Mann offensichtlich sehr leidet, müssen die Mediziner schnell herausfinden, woher genau die Schmerzen kommen. Sie machen eine Ultraschalluntersuchung und begutachten Organe wie den Darm und den Blinddarm, die Leber, die Bauchspeicheldrüse und den Magen. Alles sieht gesund aus. Doch bei der Milz werden sie fündig. Das Organ, das normalerweise etwa so groß ist wie eine Computermaus, und einen wichtigen Teil des Immunsystems darstellt, ist stark geschwollen. In der direkten Umgebung hat sich viel Flüssigkeit angesammelt.

Die Ärzte vermuten, dass es sich dabei um Blut handelt und die Milz verletzt sein könnte. Sie bringen den Mann sofort in den OP. Als sie den Bauch öffnen, schwimmt darin tatsächlich eine riesige Menge Blut, es sind insgesamt vier Liter. Die Kapsel der Milz ist gerissen, Blut sickert nach. Mit Klemmen binden die Chirurgen den Blutfluss der Arterie und Vene ab und nähen diese zu. Dann entnehmen sie das ganze Organ, das mit fast 600 Gramm rund dreimal so schwer ist wie im Normalzustand. Obwohl die Milz ein Teil des Immunsystems ist, kann der Mensch ohne das Organ leben.

Druckschwankungen beim Flug

Die Blutung ist gestillt, der Mann gerettet. Doch warum ist seine Milz ohne erkennbaren Grund gerissen? Dass das Organ spontan rupturiert, kommt äußerst selten vor. In diesen Fällen liegt häufig eine Infektionskrankheit vor, die das Gewebe anschwellen lässt. Erhöht sich dann plötzlich der Druck im Bauch - durch Sport, ein geringes Trauma oder Pressen beim Stuhlgang - reißt die zarte Kapsel. Aufgrund der guten Durchblutung der Milz kann der Blutverlust schnell gefährlich werden.

Bei dem Patienten war genau das der Fall. Wie die Ärzte später den angeforderten Unterlagen über den vorherigen Krankenhausaufenthalt entnehmen, hatte der Mann Pfeiffersches Drüsenfieber. Das bestätigt auch die Untersuchung der entfernten Milz durch den Pathologen. Die auch Mononukleose genannte Infektionskrankheit wird durch Epstein-Barr-Viren ausgelöst, die das lymphatische Gewebe in Lymphknoten, Rachen, Leber und Milz befallen. Die meisten Menschen bemerken eine Infektion gar nicht, es gibt allerdings auch langwierige und schwierige Fälle. Treten Beschwerden auf, mahnen Ärzte ihre Patienten, sich zu schonen - unter anderem auch, um die möglicherweise geschwollene Milz zu schützen und eine Verletzung zu vermeiden.

Im Fall des 23-Jährigen vermuten die Mediziner, dass die Druckschwankungen im Flugzeug zur spontanen Ruptur geführt haben könnten. So etwas sei nach ihrer Kenntnis noch nicht in der Literatur beschrieben worden, berichten sie. Allerdings handelt es sich bei den Annahmen der Mediziner lediglich um eine Theorie, die sie nicht belegen können. Nach der unkomplizierten Operation erholt sich der Mann rasch und kann bald wieder nach Hause gehen.

Magen: Punktgenaue Schmerzen im Oberbauch deuten auf ein Geschwür (Ulcus) hin. Geschwüre im Magen heißen in der Fachsprache Ulcus ventriculi. Diffuse Schmerzen im Oberbauch deuten auf eine Magenschleimhautentzündung hin (Gastritis).
Bauchspeicheldrüse: Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken strahlen, sind ein typisches Zeichen für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).
Gallenwege: Verklemmen sich Gallensteine in den Gallenwegen, kommt es oft zu starken kolikartigen Schmerzen. Bei einer Gallenkolik tut es im rechten und mittleren Oberbauch am stärksten weh, die Schmerzen können bis in den Rücken oder in die rechte Schulter ausstrahlen, die Haut kann sich gelb färben.
Gallenblase: Bei einer Gallenkolik tut es im rechten und mittleren Oberbauch am stärksten weh, die Schmerzen können bis in den Rücken oder in die rechte Schulter ausstrahlen, die Haut kann sich gelb färben. Hat sich zusätzlich die Gallenblase entzündet, kommt häufig Fieber hinzu und es tut dauerhaft im rechten Oberbauch weh.
Zwölffingerdarm: Punktgenaue Schmerzen im Oberbauch deuten auf ein Geschwür (Ulcus) hin. Geschwüre im Zwölffingerdarm heißen in der Fachsprache Ulcus duodeni.
Dünndarm: Ein Nabelbruch bereitet meist keine Schmerzen. Lediglich eine kleine Wölbung im Bereich des Nabels wird dann sichtbar. Schmerzt es doch, oder kommt es zu bläulichen Verfärbungen, ist möglicherweise Darmgewebe eingeklemmt.
Dünndarm: Hinter kolikartigen Schmerzen im gesamten Bauch könnte ein Darmverschluss stecken, ein Ileus. Dabei wird der Darminhalt nicht weitertransportiert, zum Beispiel weil ein Tumor von außen die Darmwand eindrückt.
Dickdarm: Hinter Schmerzen im linken Unterbauch stecken häufig entzündete Aussackungen des Darmes (Divertikulitis).
Blinddarm: Tut es erst in der Nabelgegend und dann rechts unten weh, steckt oft eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) dahinter.
Leiste: Schmerzen links oder rechts in der Leiste kann entweder ein eingeklemmter Leistenbruch (Leistenbruch) oder ein eingeklemmter Schenkelbruch (Schenkelhernie) verursachen. Als Hernie bezeichnet man den Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke der Bauchwandschichten.
Leiste: Schmerzen links oder rechts in der Leiste kann entweder ein eingeklemmter Leistenbruch (Leistenbruch) oder ein eingeklemmter Schenkelbruch (Schenkelhernie) verursachen. Als Hernie bezeichnet man den Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke der Bauchwandschichten.
Magen
Punktgenaue Schmerzen im Oberbauch deuten auf ein Geschwür (Ulcus) hin. Geschwüre im Magen heißen in der Fachsprache Ulcus ventriculi. Diffuse Schmerzen im Oberbauch deuten auf eine Magenschleimhautentzündung hin (Gastritis).
Bauchspeicheldrüse
Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken strahlen, sind ein typisches Zeichen für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).
Gallenwege
Verklemmen sich Gallensteine in den Gallenwegen, kommt es oft zu starken kolikartigen Schmerzen. Bei einer Gallenkolik tut es im rechten und mittleren Oberbauch am stärksten weh, die Schmerzen können bis in den Rücken oder in die rechte Schulter ausstrahlen, die Haut kann sich gelb färben.
Gallenblase
Bei einer Gallenkolik tut es im rechten und mittleren Oberbauch am stärksten weh, die Schmerzen können bis in den Rücken oder in die rechte Schulter ausstrahlen, die Haut kann sich gelb färben. Hat sich zusätzlich die Gallenblase entzündet, kommt häufig Fieber hinzu und es tut dauerhaft im rechten Oberbauch weh.
Zwölffingerdarm
Punktgenaue Schmerzen im Oberbauch deuten auf ein Geschwür (Ulcus) hin. Geschwüre im Zwölffingerdarm heißen in der Fachsprache Ulcus duodeni.
Dünndarm
Ein Nabelbruch bereitet meist keine Schmerzen. Lediglich eine kleine Wölbung im Bereich des Nabels wird dann sichtbar. Schmerzt es doch, oder kommt es zu bläulichen Verfärbungen, ist möglicherweise Darmgewebe eingeklemmt. Hinter kolikartigen Schmerzen im gesamten Bauch könnte ein Darmverschluss stecken, ein Ileus. Dabei wird der Darminhalt nicht weitertransportiert, zum Beispiel weil ein Tumor von außen die Darmwand eindrückt.
Dickdarm
Hinter Schmerzen im linken Unterbauch stecken häufig entzündete Aussackungen des Darmes (Divertikulitis).
Blinddarm
Tut es erst in der Nabelgegend und dann rechts unten weh, steckt oft eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) dahinter.
Leiste
Schmerzen links oder rechts in der Leiste kann entweder ein eingeklemmter Leistenbruch (Leistenbruch) oder ein eingeklemmter Schenkelbruch (Schenkelhernie) verursachen. Als Hernie bezeichnet man den Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine Lücke der Bauchwandschichten.

Quelle: Thieme



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
firenafirena 19.10.2013
1. 4 Liter
Blut frei im Bauchraum bei einer maximalen Blutmenge von 4-6 Litern? Das kann kaum stimmen. Zumindest nicht, wenn der Patient das überlebt haben soll.
dequincey 19.10.2013
2. Fliegen ist gefährlich, aber nicht speziell für die Milz
Vier Liter sind absolut grenzwertig, da dürfte die Anästhesie einigen Stress gehabt haben. Auch wenn man davon ausgeht, dass so ein Fall während eines Fluges vielleicht noch nie beschrieben wurde, die Spontanruptur der Milz ohne Traumen ist kein gut gehütetes chirurgisches Geheimnis. Die Anämie mit Abwehrspannung und Saegesser-Zeichen werden den Kollegen schon vor dem Sono den Weg in den Op gewiesen haben. Dass der geringe Druckunterschied im Flugzeug die Ruptur ausgelöst haben soll, scheint mir eine gewagte Vermutung. Das Abdomen ist ein geschützter Raum und die Milzkapsel kein Feengespinst und hält im normalen Leben einiges an Belastungen aus. Siehe Profiboxer, Stuntman, Judoka und andere. Da wird wohl die vehemente Reaktion auf das Ebstein-Barr-Virus ursächlich sein, wie man in jedem Chirurgie oder Innere-Lehrbuch nachlesen kann.
Benko 19.10.2013
3. optional
Da spekulier ich doch fröhlich mit :) Möglicherweise war es eine Kombination aus beiden Faktoren. Das Epstein-Barr-Virus verurachte eine derarte Vorschädigung der Kapsel, dass der stetig sinkende Kabinendruck ausreichend für die folgende Ruptur war. Alleine im Steigflug bis zum Erreichen der Reisehöhe kann eine Druckdifferenz von im Schnitt 18,3 hPa pro Minute stattfinden. Das hat dann, wenn auch nicht ursächlich verantworlich, als Auslöser für die Beschwerden des jungen Mannes ausgereicht. BTW: meine Hochachtung für das Aushalten der Schmerzen mit geplatzter Milz und vier Liter Blut im Magen, das wünscht man doch niemandem (zumindest kaum wem;))
profsurgical 19.10.2013
4. Schlechter Artikel !
4 Liter Blut geht gar nicht, der Drcukunterschied im Flugzeug ist irrelevant, da er mit dem Bauchraum nichts zu tun hat, offensichtlich ist die Milzkapsel gerissen, und keine Arterie, und zuletzt ist das bei solchen Krankheiten nicht selten, sondern ein klassischer Risikofaktor ! Vielleicht sollte SPON bei solchen Themen nicht auf billige Effekthascherei setzen, um die Leser zu belustigen, sondern mal echte Ärzte schreiben lassen, wenn überhaupt !
JanW 19.10.2013
5. 4 Liter
Bei Verlust von 2/3 des intravasalen Blutvolumens (4 von sagen wir mal 6 Litern) würde man aber schon erwarten, dass der Mann einen Schock hat. Irgendwas passt nicht so ganz zusammen.
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