Zigaretten So stark profitiert der Körper vom Rauchstopp

Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, braucht einen starken Willen. Dafür wird die Mühe reichlich belohnt. Gute Gründe für die letzte Zigarette - von weniger Infektionen bis hin zum längeren Leben.
Zigarette

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Foto: Jens Kalaene/ dpa

Die letzte Zigarette: Wer sich das vornimmt, hat als Raucher ein hartes Stück Arbeit vor sich. Vor dem erfolgreichen Rauchstopp stehen viele Hürden - angefangen von Entzugserscheinungen über mögliche Gewichtsprobleme bis hin zum "inneren Schweinehund". Viele erleiden einen Rückfall.

Auf der anderen Seite aber stehen enorme Gewinne für die Gesundheit. Ein Überblick, warum sich die Mühe lohnt:

Welche Risiken reduzieren sich mit dem Rauchstopp?

In Deutschland stirbt einer Studie zufolge jeder Siebte am Rauchen - damit liegt die Bundesrepublik sogar über dem weltweiten Durchschnitt. Wer die Finger von der Zigarette lässt, verringert das Risiko für verschiedenste Erkrankungen. So ist Rauchen für etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen direkt verantwortlich, aber auch Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle oder chronische Bronchitis lassen sich häufig auf das Rauchen zurückführen. Wer raucht oder geraucht hat, zeigt zudem ein viel höheres Risiko, eine rheumatoide Arthritis - eine Gelenkentzündung - zu entwickeln.

Was bringt der Verzicht konkret für die Gesundheit?

Schon drei Tage nach der letzten Zigarette verbessert sich nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die Funktion der Atemwege. Nach einer Woche sinkt der Blutdruck. Nach einem bis neun Monaten gehen Hustenanfälle, Verstopfungen der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit zurück. Die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Die Infektionsgefahr verringert sich.

Zwei Jahre nach einem Rauchstopp hat ein früherer Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Nichtraucher. Wer fünf Jahre rauchfrei ist, liegt beim Herzinfarktrisiko gleichauf mit Nichtrauchern. Nach fünf Jahren sinkt auch das Risiko für Krebserkrankungen in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase auf die Hälfte. Auch das Schlaganfallrisiko kann bereits nach zwei bis fünf Jahren auf das eines Nichtrauchers sinken.

Was ist mit dem gefürchteten Lungenkrebs?

Zehn Jahre nach dem Aufhören hat ein ehemaliger Raucher ein nur noch halb so hohes Risiko für Lungenkrebs, als wenn er dauerhaft weitergepafft hätte.

Wie wirkt sich Nichtrauchen auf die Lebenszeit aus?

Nach DKFZ-Berechnungen  rauben mehr als zehn Zigaretten pro Tag Männern im Schnitt 9,4 und Frauen 7,3 Lebensjahre. Auch ein moderater Konsum von weniger als zehn Zigaretten pro Tag reduziert die Lebenserwartung bei beiden Geschlechtern immer noch um etwa fünf Jahre. Am schlechtesten steht es um einen männlichen, fettleibigen, starken Raucher, der viel Alkohol trinkt und viel rotes Fleisch isst - er büßt gegenüber dem Mitmenschen mit dem günstigsten Risikoprofil bis zu 17 Jahre an Lebenserwartung ein. Bei Frauen sind es 13,9 Jahre.

irb/AFP
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