Ebola-Angst in den USA NBC-Reporter missachten Quarantäne

Ein Reporterteam des US-Senders NBC steht nach seiner Rückkehr aus Liberia unter Ebola-Verdacht. Doch die angeratene Quarantäne haben die Journalisten nicht strikt eingehalten.

Krankentransport des infizierten Kameramanns: Behandlung in Nebraska
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Krankentransport des infizierten Kameramanns: Behandlung in Nebraska


New York - Ein Reporterteam des US-Senders NBC hat die Ebola-Angst vieler Amerikaner unterschätzt und in der Stadt Princeton für Aufregung gesorgt. Die Crew um die medizinische Korrespondentin Nancy Snyderman war nach der Rückkehr aus Liberia unter Ebola-Verdacht geraten, weil ihr Kameramann positiv auf das Virus getestet worden war. Der Mann wird derzeit in Nebraska behandelt.

Dem restlichen Team hatte der Bundesstaat New Jersey eine Quarantäne angeraten. Diese sah vor, dass die Reporter drei Wochen lang die Öffentlichkeit meiden sollten. Daran hielten sich Snyderman und ihre Kollegen jedoch nicht: Sie fuhren einer Lokalzeitung zufolge in ein Restaurant, um sich dort Essen zu holen.

Inzwischen bestätigte Snyderman das, ohne dabei Details zu nennen. "Als eine Gesundheits-Expertin weiß ich, dass wir keine Symptome haben und kein Risiko für die Bevölkerung darstellen - aber es tut mir sehr leid, welche Sorgen dieser Zwischenfall bereitet hat", sagte die Journalistin.

Die Ausbreitung des Ebola-Virus ist weltweit ein großes Thema. In West-Afrika starben bislang 4447 Menschen an dem Erreger, wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilte. Tausende weitere Menschen sind erkrankt.

Die Angst in den USA scheint besonders groß. Sie begann mit der ersten Ebola-Diagnose in den USA vor etwa zwei Wochen. Wenig später starb der Betroffene in einer Klinik in Dallas. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen steckte sich eine Krankenschwestern bei dem Ebola-Patienten an. Weitere Kontaktpersonen wurden ausfindig gemacht und unter Quarantäne gestellt. Bislang zeige keiner der 48 Betroffenen Anzeichen einer Erkrankung, teilte die Seuchenschutzbehörde CDC mit.

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jbe/AP



insgesamt 4 Beiträge
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MobelpreisMedizinPhysik 15.10.2014
1. Unsinnige Regeln zur Ansteckung
Also bis heute gab es nur wenige Ausbrüche von Ebola, so dass man nicht ganz sicher sein kann, wann genau eine infektiosität besteht, zumal Symptome individuell gewertet werden können. Die Erkrankung kann nach 2-21 Tagen erfolge- ziemlich. Bandbreite. Was, wenn ein Virus nach 20 Tagen, aber 1 h vor einem Fieber austritt. Wer will das ausschließen ?
Senf-Dazugeberin 15.10.2014
2. Unverantwortlich
Ich kann die Aufregung verstehen und finde es grob fahrlässig, sich nicht freiwillig in Quarantäne zu begeben (oder einfach mit dem A... zuhause zu bleiben) wenn man eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit hat, sich ebenfalls mit dem Virus angesteckt zu haben. Woher will die Frau denn wissen, ob bei ihr nicht genau in den 1-2 Stunden, die sie vielleicht unterwegs gewesen sein mag, die ersten Symptome auftreten und sie möglicherweise doch schon infektiös ist! Bei einer so tödlichen Krankheit wie Ebola ist es eben nicht wie mit einer Erkältung oder einer Magen-Darm-Grippe, die man gegebenenfalls auf andere übertragen könnte! Wenn ich mir überlege, worauf man als Schwangere schon so alles achtet oder eben Rücksicht auf andere Schwangere nimmt wenn man selber z.B. eine Gürtelrose, Masern o.ä. hat oder grade hatte... oder wie sehr man aufpasst, dass man mit einem Säugling nicht in Kontakt mit an was auch immer erkrankten Menschen kommt... und das alles macht man ganz selbstverständlich und ohne großes Murren, einfach um sein Kind zu schützen. Da ist es doch wohl nicht zuviel von jemandem verlangt, sich 3 Wochen lang vor den Fernseher zu setzen und eine eventuelle Ansteckungsgefahr auf so wenig Menschen wie möglich zu begrenzen!
Heisenberg? 15.10.2014
3. Als Gesundheitsexpertin
"Also ich als Zahnarztfrau empfehle..." fällt mir da gleich ein... Ist ja eine tolle Expertise, die diese Journalistin da als "Expertin" hochhält. Wenn dann der klare Verstand schon durch den Wunsch nach ein paar culinarischen Abwechslungen getrübt wird, ist da wohl nicht viel von verhanden. Wobei selbst unter Virologen die Vermutung, daß bis zum Auftreten von Symptomen keine Ansteckungsgefahr herrsche, teilweise strittig ist...
sandy123 15.10.2014
4. Essen holen aus einem Restaurant: Nun, verhungern wollen auch Journalisten nicht...
Ich kenne nun die Details nicht: Aber wenn man jemandem sagt, er solle sich 3 Wochen nicht aus dem Haus begeben, so muss man ihn aber auch mit Essen ausreichend versorgen. D. h. so etwas wie "Essen auf Rädern" wäre dann sicher angebracht.
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