Duschen bei der Sommerhitze So vermeiden Sie trockene Haut

An heißen Tagen verspricht eine Dusche die perfekte Abkühlung. Was sich gut anfühlt, kann der Haut jedoch schaden. Ein paar Tipps helfen dabei, trockene Stellen zu vermeiden.
Foto: Igor Ustynskyy / Getty Images

Nach einer schwülen Nacht oder einem heißen Tag sehnen sich viele nach einer erfrischenden Dusche, am besten mit einem duftenden Duschgel. Das Problem ist nur: So sehr wir uns im Sommer nach Wasser sehnen, so sehr leidet die Haut darunter.

"Mehrmals tägliches Duschen trocknet die Haut aus", warnt Bernadette Eberlein, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München. "Im schlimmsten Fall entstehen sogar Ekzeme."

Was passiert beim Duschen mit der Haut?

Eigentlich ist der Sommer wesentlich schonender zu unserer Haut als der Winter. "Wenn es kalt ist, trocknet die Haut durch die Heizungsluft noch schneller aus", sagt Dermatologin Yael Adler aus Berlin. Durch das Schwitzen hingegen wird die Haut bei heißen Temperaturen gut durchfeuchtet und zudem ihr pH-Wert stabilisiert.

Allerdings: "Die Feuchtigkeit bleibt nur in der Haut, wenn genug Fett vorhanden ist", sagt Adler. Wird das Fett ständig wieder heruntergewaschen, kann sie nicht gespeichert werden. Aus diesem Grund rät die Dermatologin von zu langen und zu heißen Duschen ab. Kurz und nicht zu warm, das empfiehlt auch Eberlein. "Die Temperatur des Wassers sollte die Körpertemperatur nicht überschreiten."

Welchen Duschrhythmus verkraftet die Haut?

Wo die Grenze liegt, hängt vom Hauttyp ab, erklärt Erhard Hackler von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. "Wenn jemand bereits unter trockener Haut leidet, kann schon einmal täglich zu viel sein."

Was ist, wenn ich trotzdem nicht auf die tägliche Dusche verzichten möchte?

Wer das Duschen nicht reduzieren möchte, kann zumindest bei der Wahl der Reinigungsmittel genau hinschauen - und sich überlegen, ob wirklich immer eines nötig ist. Zwar schädigt bereits Wasser alleine die Hautbarriere, sagt Eberlein. Duschgels oder Seife verstärken den Effekt aber, weil sie schützende Fette aus der Haut herauslösen. Darum empfiehlt Hackler, bei häufigem Duschen aufs Duschgel zu verzichten und stattdessen lieber hinterher einen parfümfreien Deostick zu benutzen.

Auch ohne Duschgel müsse niemand Angst haben zu riechen, sagt Dermatologin Adler: "Wir sind ja nicht schmutzig - Schweiß, Hautschuppen oder auch Staub werden auch mit reinem Wasser entfernt." Den ganzen Körper einzuseifen sei daher unnötig. "Es genügt, für die Krisenherde, an denen man gerade im Sommer stärker duftet, eine milde Waschsubstanz zu nehmen. Sprich: für Achseln, Pofalte, Leiste, Füße und bei Frauen manchmal unter den Brüsten."

Welche Duschgels und Lotionen eignen sich gut für trockene Haut?

"Die Waschgels sollten ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe auskommen, lieber Kokostenside oder Zuckertenside enthalten", so Adler. "Das schäumt dann zwar nicht und glitzert auch nicht - aber es trocknet die Haut weniger aus und erhält den Säureschutz."

Auch nach dem Duschen lässt sich die Haut schützen: "Rückfettende Maßnahmen nach dem Duschen mildern den austrocknenden Effekt wieder ab", sagt Eberlein. Adler rät, trockene Hautpartien mit leichten Lipolotionen zu pflegen - einer Lotion auf Fettbasis. Auch beim Eincremen plädiert sie für das Prinzip: weniger ist mehr. Also nicht den ganzen Körper einschmieren, sondern nur die betroffenen, trockenen Regionen.

Wie warm oder kalt sollte das Wasser beim Duschen am besten sein?

Eine richtig heiße Dusche ist im Sommer ohnehin nicht allzu verlockend. Eine richtig kalte hingegen schon. Aber die hilft nicht wirklich weiter. "Kaltes Duschen ist wie ein eisiger Umschlag und kühlt den Körper herunter", sagt Adler. Das sei zwar erfrischend, aber nicht nachhaltig.

Durch den Temperaturunterschied ziehen sich Gefäße zunächst zusammen, um die Wärme im Körperinneren zu halten. Danach jedoch steigt die Durchblutung der Haut wieder an, sie wird rot, und man schwitzt erst recht. Beim warmen Duschen dagegen werden die Hautgefäße weit gestellt: Der Körper kann Wärme abgeben. Ein lauwarmer Mittelweg ist darum der beste.

Dabei rät Adler, aufs eigene Körpergefühl zu hören. Denn die perfekte Temperatur beim Duschen ist auch von der Situation abhängig. "Wer abends müde werden will, muss die Körpertemperatur reduzieren." Dabei helfe es, warm zu duschen und dadurch Wärme abzugeben. Wenn die Hautgefäße durch die Hitze jedoch schon erweitert sind, kann man diesen Effekt nicht noch verstärken - sondern durch eine zu warme Dusche eher Kreislaufprobleme hervorrufen.

Von Ines Schipperges, dpa/irb
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