Deutschland Mehr Krebsfälle durch alternde Bevölkerung

In Deutschland steigt die Zahl der Krebspatienten, das zeigen neue Berechnungen des Robert Koch-Instituts. Ursache ist vor allem die älter werdende Bevölkerung. Bei Frauen steigt die Zahl der Fälle zudem durch ein umstrittenes Früherkennungsprogramm.

Hautkrebszellen: Krebsregister erst seit 2009 flächendeckend
DPA

Hautkrebszellen: Krebsregister erst seit 2009 flächendeckend


Berlin - In Deutschland erhalten immer mehr Patienten die Diagnose Krebs. Nach neuen Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es bei Männern 2010 im Vergleich zu 2000 ein Viertel mehr Neuerkrankungen (21 Prozent), bei Frauen waren es 14 Prozent mehr. Der Anstieg liegt vor allem an der steigenden Zahl älterer Menschen im Land.

Nachdem die RKI-Wissenschaftler den demografischen Wandel aus den Zahlen zu Krebsneuerkrankungen herausgerechnet hatten, gab es bei Männern keine Zunahme von Krebsfällen. Bei Frauen dagegen bliebe auch dann ein Anstieg von etwa sieben Prozent übrig, berichtet das RKI. Das Institut macht dafür das umstrittene Mammografie-Screening verantwortlich, dessen Nutzen derzeit überprüft wird. Ein derartiger Effekt sei international häufig in der Anfangsphase von Screening-Programmen zu beobachten, da vor allem mehr Frühstadien des Brustkrebs entdeckt werden.

2014 eine halbe Million Neuerkrankungen

Nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten im RKI sind in Deutschland 2010 insgesamt rund 252.000 Männer und knapp 225.000 Frauen an Krebs erkrankt. Bei Männern ist die häufigste Diagnose Prostatakrebs, gefolgt von Lungenkrebs; bei Frauen dagegen Brustkrebs, auf Platz zwei folgt bei ihnen Darmkrebs. Für das Jahr 2014 rechnen die RKI-Forscher mit einer halben Million Neuerkrankungen.

Die jetzt vorgestellten Schätzungen basieren auf Daten der epidemiologischen Krebsregister der Bundesländer. Flächendeckend gibt es diese erst seit 2009, im Jahr 2010 erreichen nach RKI-Angaben erst neun Bundesländer eine Vollzähligkeit der Erfassung von mindestens 90 Prozent - die Vollzähligkeit bestimmt, wie aussagekräftig die Daten sind. Alle Daten und Hintergründe zu den 26 einzelnen Krebsarten bietet das RKI in der Broschüre "Krebs in Deutschland" (PDF, 6 MB) an.

Vor kurzem hatte die WHO mitgeteilt, dass die Zahl der Krebsneuerkrankungen auch weltweit von 2008 bis 2012 stark gestiegen ist. International ist Lungenkrebs die häufigste Diagnose, gefolgt von Brustkrebs und Darmkrebs.

dba

insgesamt 16 Beiträge
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emeticart 16.12.2013
1. Merkwürdig, ...
... dass Tschernobyl keinerlei Auswirkungen gehabt haben soll. Merkwürdig, dass in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, einige Leute an Krebs erkranken, ohne zuvor zu den Risikogruppen gezählt zu haben. Merkwürdig, dass es in GER, immer noch kein Krebsregister gibt ...! MfG
noalk 16.12.2013
2. Warum ist das merkwürdig?
Zitat von emeticart... dass Tschernobyl keinerlei Auswirkungen gehabt haben soll. Merkwürdig, dass in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, einige Leute an Krebs erkranken, ohne zuvor zu den Risikogruppen gezählt zu haben. Merkwürdig, dass es in GER, immer noch kein Krebsregister gibt ...! MfG
Tschernobyl hatte Auswirkungen, vornehmlich in der engeren Umgebung des KKW. In Westeuropa gab es zwar eine kurzfristige Zunahme der Strahlenbelastung, die jedoch so niedrig war, dass sie für die Bevölkerung keine statistisch nachweisbaren Folgen hatte.
mirror@13 16.12.2013
3. die "engere Umgebung"
Zitat von noalkTschernobyl hatte Auswirkungen, vornehmlich in der engeren Umgebung des KKW. In Westeuropa gab es zwar eine kurzfristige Zunahme der Strahlenbelastung, die jedoch so niedrig war, dass sie für die Bevölkerung keine statistisch nachweisbaren Folgen hatte.
na, der ganze Schlamassel wird noch auf uns zukommen, die Westküste von Amerika wird schon geröstet, Fukushima machts möglich, war der Tsunami wirklich von natürlichem Ursprung, die Explosionen ganz normale Wasserstofexplosionen ? Bald werden wir wohl Wanderers Nachtlied von Schubert http://www.youtube.com/watch?v=6CUe_h9M9k8 etwas anders singen: über allen Gipfeln ist das Atom, in allen Wassern ist das Plutonium. Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, Warte nur ! Balde strahlest du auch.
niedereTochter 16.12.2013
4. Die gute Nachricht des Tages lautet doch:...
...Krebs kriegen immer nur die Anderen! Nun zum Thema: Einmal die Krebsraten von Kindern oder allgemein unter-55-Jährigen zu untersuchen und zu veröffentlichen, DAS (!) würde mal so richtig zeigen, wie sehr die Menschheit auf dem Holzweg ist mit ihrem abartigen Konsum und der daraus resultierenden Vergiftung und Zerstörung der Umwelt. Warum dieses Scheitern, warum so bescheiden?
geromochio 16.12.2013
5. genau
Wegen der kurzfristigen überhöhten Strahlenbelastung durch Tschernobyl dürfen bis heute keine Ostbayerischen Pilze oder Ostbayerisches Wild gegessen werden! Zudem kam die Meldung über den GAU im Schweizer Radio gleich nachdem es passiert war, in den deutschen Medien Einen Tag später!
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