Schlafanzug aus dem Kühlschrank Sechs Tipps für guten Schlaf trotz Hitze

Wird es Nacht, geschieht in Deutschland momentan Ungewöhnliches: Viele wünschen sich einen kühlenden Schauer herbei, um schlafen zu können. Mit diesen Tipps klappt es auch so.
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Deutschland schwitzt, auch nachts. Eigentlich sollte die Temperatur in Schlafzimmern nicht über 21 Grad steigen - die Realität sieht momentan anders aus. Die Folge: Viele kämpfen mit Schlafproblemen. Sechs Tipps für heiße Nächte.

1. Lauwarme Duschen vor dem Schlafengehen

Wer sich vor dem Schlafengehen abkühlen möchte, sollte lauwarm duschen und sich nicht ganz abtrocknen. Dann verdunstet das Wasser auf der Haut, wobei es dem Körper Wärme entzieht. Eine eiskalte Dusche hingegen ist kontraproduktiv. Die Kälte führt dazu, dass sich die Blutgefäße in der Haut erst einmal zusammenziehen, um die Wärme im Körperinneren zu halten. Nach der Dusche jedoch steigt die Durchblutung wieder stark an, die Haut rötet sich und man schwitzt erst recht.

2. Den Schlafanzug in den Kühlschrank legen

Nackt schlafen ist trotz der hohen Temperaturen eher ungünstig - vor allem bei offenem Fenster. Streift Luft über die verschwitzte Haut, drohen Verspannungen. Stattdessen empfehlen Experten, einen luftigen Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle, Seide oder Leinen zu tragen. Im Gegensatz zu Synthetikfasern können die Stoffe den Schweiß aufnehmen, der sich nachts auf einen halben Liter summieren kann.

Um gekühlt ins Bett zu gehen, können Hitzegeplagte ihre Nachtwäsche außerdem zwei Stunden vor dem Schlafengehen in den Kühlschrank legen, rät Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Das verschafft zumindest für kurze Zeit etwas Abkühlung.

3. Das Schlafzimmer kühl halten

Klingt logisch, ist aber nicht so einfach. Experten empfehlen, das Schlafzimmer tagsüber zu verrammeln, mit geschlossenen Fenstern und zugezogenen Rollläden oder Vorhängen. Nachts hingegen kann das Fenster offen bleiben. Dann entzieht ein nasses Bettlaken am offenen Fenster der Umgebung durch Verdunstung etwas zusätzliche Wärme.

4. Eine Kaltflasche mit ins Bett nehmen

Im Winter sorgt eine Wärmflasche dafür, dass es im Bett schön gemütlich ist. Im Sommer lässt sie sich gut zweckentfremden: Gefüllt mit kaltem Wasser wirkt sie der Hitze im Bett entgegen.

5. Gezielt essen und trinken

Die Hitze fördert eine schlaffeindliche Ernährung: Mittags lässt der Appetit zu wünschen übrig, dafür meldet sich der Hunger abends umso stärker, wenn Würstchen, Steaks und Käse auf dem Grill brutzeln. Das fettreiche Essen erhöht das Risiko, dass man sich wenig später rastlos über die Matratze wälzt.

Besser ist, sich an den Ernährungsgewohnheiten der Südeuropäer zu orientieren: Leichte Speisen mit Fisch, Gemüse oder einem fettarmen Steak schonen die Verdauung - und eignen sich mit einem Salat als Beilage sogar gut zum Grillen. Grundsätzlich raten Experten bei Hitze zu mehreren, kleinen Mahlzeiten, um den Körper zu entlasten.

Mit Blick auf die Getränke rät Weeß dazu, Wein und Bier wegzulassen: "Alkohol hat direkte Auswirkungen auf Herz und Kreislauf", sagt der Schlafmediziner. Er sorgt für eine vermehrte Wärmebildung, also genau das, was man nicht will. "Der Schlaf wird auch oberflächlicher, der Tiefschlaf unterdrückt und man neigt eher zu Albträumen."

6. Entspannt bleiben

"Wer schlafen will, bleibt wach", sagt Weeß. Je entspannter jemand an die Sache herangeht, desto leichter fällt es, zur Ruhe zu finden. Druck hingegen ist der Feind des Schlafes.

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irb/dpa
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