Schmerz-Coaching Was will ich wirklich?

Was tut mir jetzt gut? Diese Frage können viele Menschen, die häufig Schmerzen haben, nicht beantworten. Eine einfache Technik hilft, sich bei Entscheidungen von der Intuition leiten zu lassen.


SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching für Menschen mit chronischen Schmerzen entwickelt, mit dem Sie lernen können, Ihre Schmerzen besser zu verstehen und kompetenter mit ihnen umzugehen. Dies ist der achte und letzte Teil. Die anderen Teile finden Sie hier.

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In den vergangenen Wochen haben Sie viel über das Thema Schmerz erfahren. Sie haben gelernt, was chronischer Schmerz ist, und ein Gefühl dafür bekommen, warum Sie darunter leiden. Sie haben Hinweise bekommen, wann und wie Sie Bewegung, Entspannung oder Optimismus ausbauen können, um mehr auf Ihren Körper einzugehen.

Ganz zentral ist aber auch, Kontakt zum eigenen Körper aufzunehmen und diesen in einer Art Dialog zu fragen, was er will, was er braucht und was für ihn gut wäre. Falls Ihnen das leicht fällt und hilft, sollten Sie diesen Dialog mit dem Körper beibehalten, auch über die Zeit des Coachings hinaus. Allein das kann sehr viel verändern.

Vielen Menschen fällt es jedoch schwer, herauszufinden, was sie selbst möchten und auch, was ihr Körper gerade will. Sie finden keine eindeutige Antwort - und fangen stattdessen an, rational und analytisch an die Sache heranzugehen. Das bringt einen aber oft nicht weiter. Um die Fähigkeit für eher intuitive Entscheidungen zu schulen, bekommen Sie zum Abschluss des Coachings eine letzte Übung.

Die erste, blitzschnelle Idee

Wenn Sie nicht wissen, ob Sie eine Sache mögen oder nicht - sei es ein Jobangebot oder eine Entspannungsübung -, können Sie in den nächsten Tagen Ihr inneres Krokodil fragen. Damit ist Folgendes gemeint: Bei jedem Menschen existieren im Hirnstamm Regionen, die den Hirnstrukturen von Krokodilen und Echsen gleichen und die für Emotionen, Intuition, Überleben sowie Genuss zuständig sind.

Die Hirnareale, die das analytische Denken und kluge Abwägen steuern, wurden erst später entwickelt und machen Menschen und zum Teil Säugetiere generell aus. Doch die Reptilienanteile sind immer noch da - und sie sind hilfreich, wenn man mehr auf das hören will, was man wirklich möchte und braucht.

Wie jedoch steuert man "das Krokodil" an und wo ist es in Entscheidungsprozessen aktiv? Dazu gibt es eine Faustregel: Oft steckt es hinter der ersten, blitzschnellen Idee, die man hat, wenn man mit einer Sache konfrontiert wird. Hinter dem ersten ehrlichen Hop-oder-Top-Moment, bevor man anfängt, so "richtig" darüber nachzudenken. Üben Sie in dieser Woche, diesen blitzschnellen, intuitiven Punkt zu erwischen - und geben Sie ihm bei Ihren Entscheidungen Gewicht.

Tipp: Fangen Sie mit einfachen Entscheidungen an (etwa "was will ich jetzt essen?") und steigern Sie sich langsam zu den wichtigen Entscheidungen. Sobald man "das Krokodil" einmal gefunden hat, wird es einfacher, es anzusteuern - und auf seine Urteile zu achten.

Also: Hören Sie darauf, was Ihnen guttut. Auch wenn dies die Schmerzen nicht direkt beeinflusst oder Sie diesen Einfluss nicht sehen, ist diese Haltung oft der Schlüssel zur Veränderung von Schmerzen. Und möglicherweise der wichtigste Tipp in diesem Coaching.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen weiterhin alles Gute mit Ihrer Gesundheit.

Ihr SPIEGEL-WISSEN-Team

Im Video: Was ist Schmerz? - Schmerz entsteht im Gehirn"

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