Schmerz-Coaching Welche Bewegung hilft?

Fast jeder Schmerzpatient bekommt vom Arzt den Tipp, sich mehr zu bewegen. Hier können Sie mithilfe von Checklisten reflektieren, welche Aktivitäten ihnen guttun, aber auch wie Sie danach wieder zur Ruhe kommen.


SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching für Menschen mit chronischen Schmerzen entwickelt, mit dem Sie lernen können, Ihre Schmerzen besser zu verstehen und kompetenter mit ihnen umzugehen. Dies ist der fünfte Teil. Die anderen Teile finden Sie in den folgenden Wochen hier.

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"Sie haben Schmerzen? Dann bewegen Sie sich doch mehr!" Diesen Tipp hören Menschen mit chronischen Schmerzen immer wieder - von Hausärzten und Orthopäden, Physiotherapeuten und wohlmeinenden Mitmenschen.

Ähnlich wie beim Thema Entspannung gilt auch hier: Natürlich stimmt, dass Bewegung dabei helfen kann, Schmerzen zu lindern. Vor allem, wenn man dabei eine eventuell eingenommene Schonhaltung aufgibt, welche die Schmerzen oft noch verschlimmert. In Bewegung zu bleiben, um nicht im Schmerz zu erstarren, ist also durchaus empfehlenswert.

Allerdings bringt es wenig, sich etwa zum täglichen Rückentraining zu zwingen, wenn man eigentlich keine Lust dazu hat. Hanne Seemann, die in ihrer psychotherapeutischen Praxis seit vielen Jahren Schmerzpatienten begleitet, hat immer wieder festgestellt, dass weder reine Entspannung noch reiner Aktionismus helfen.

"Es ist viel wichtiger, ein passendes und wohltuendes Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe hinzubekommen und zu spüren, wann einem was weiterhilft", sagt Seemann.

Deshalb zielt die praktische Einheit dieser Woche darauf ab, sich mit beiden Seiten - also Bewegung und Entspannung - zu beschäftigen und diese so zu kombinieren, wie es einem guttut.

Ein guter Wechsel

Nachfolgend finden Sie je eine Liste mit Anregungen für die Bereiche Aktivität und Bewegung sowie für Ruhe und Entspannung. Lesen Sie beide Listen durch, und wählen Sie aus jeder zwei Anregungen aus, die zu Ihnen passen und die Ihnen guttun könnten, auch in Bezug auf Ihre Schmerzen und eine mögliche Schmerzlinderung.

Wichtig: Gehen Sie wie immer danach, was Ihnen angenehm ist, was Sie gern tun, und nicht danach, was andere Ihnen irgendwann geraten haben.

Bewegung und Aktivität:

  • Tanzen
  • Ein paar Bahnen schwimmen
  • Joggen oder Laufband im Fitnessstudio
  • Krafttraining
  • Rad fahren
  • Chi Gong oder Thai Chi
  • Kampfsport
  • Fußball, Basketball oder ein anderer Mannschaftssport
  • Tischtennis
  • Wandern oder spazieren
  • Badminton, Squash, Tennis

Überlegen Sie auch noch einmal unabhängig von der Liste: Was sind für Sie angenehme Aktivitäten? Was bewegt Sie?

Entspannung und Ruhe:

  • Entspannungstechniken
  • Auf dem Sofa faulenzen
  • Lesen
  • Yoga
  • Meditation
  • Malen oder basteln
  • Etwas bauen oder an etwas herumtüfteln
  • Ruhige Gespräche
  • Sauna, Dampfbad
  • In der Natur sein
  • Musik hören

Überlegen Sie auch noch mal unabhängig von der Liste: Was ist für Sie eine angenehme Art der Entspannung? Was beruhigt Sie?

Wenn Sie nun je ein bis zwei Dinge im Bereich Ruhe und im Bereich Bewegung gefunden haben, die Ihnen gut gefallen, dann probieren Sie diese Woche aus, beide Rubriken möglichst oft in den Alltag einzubauen, wenigstens aber an drei Tagen. Ganz wichtig: Fragen Sie sich vorher immer, ob Ihnen nun gerade Ruhe oder Bewegung besser gefallen würden - und richten Sie sich danach.


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Wenn Sie zum Ende der Woche merken, dass Sie einen der beiden Pole überbetonen, fragen Sie sich, ob das für Sie typisch ist und in Ihrem Alltag häufig vorkommt ("stimmt, ich rette mich oft in Bewegung und Aktion") oder ob das für Sie neu war und wie ein Ausgleich erlebt wurde ("stimmt, endlich habe ich mich aktiv gefühlt, das tat gut").

Versuchen Sie, auch in den nächsten Wochen darauf zu achten, wann Aktivität und wann Ruhe Ihnen guttun - und richten Sie sich danach.

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