Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol Schmerzmittel müssen in Zukunft Warnhinweise tragen

Nierenschäden, Magenblutungen, Leberschäden - wer Schmerzmittel länger als empfohlen nimmt, steigert das Risiko für schwere Nebenwirkungen. Warnhinweise sollen in Zukunft stärker darauf aufmerksam machen.
Symbolbild

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Foto: Getty Images/Image Source

Rezeptfreie Schmerzmittel müssen in Zukunft einen Warnhinweis auf der Verpackung tragen. Dieser soll dafür sensibilisieren, die Mittel nicht ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Der Bundesrat hat am Freitag einer entsprechenden Verordnung  zugestimmt.

Die neue Regelung betrifft Medikamente, die bei leichten bis mittleren Schmerzen und Fieber eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Mittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (Aspirin), Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) wurden in Deutschland 2017 mehr als 90 Millionen Packungen solcher Schmerzmittel verkauft.

Wenn ein Arzt es nicht anders empfiehlt, sollten die Mittel in der Regel nicht länger als drei oder vier Tage eingenommen werden. Dafür gibt es gute Gründe: Bei einer längeren Einnahme steigt das Risiko für schwere Nebenwirkungen, zu denen unter anderem Magen-Darm-Blutungen, Schlaganfälle, Leber- oder Nierenschäden zählen.

Viele ignorieren die Packungsbeilagen

Entsprechende Informationen stehen zwar ausführlich in den Packungsbeilagen, viele Verbraucher setzen sich jedoch nicht mit dem Zettel auseinander. Bei einer Befragung des Robert Koch-Instituts waren sich ein Fünftel der Frauen und fast ein Drittel der Männer, die Schmerzmittel länger als vier Tage nahmen, nicht bewusst, dass sie die Medikamente nicht so lange einnehmen sollten.

Um ein größeres Bewusstsein zu schaffen, sind Pharmafirmen in Zukunft verpflichtet, in gut lesbarer Schrift auf der Vorderseite der äußeren Verpackung den Satz aufzubringen: "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!"

Die konkreten Informationen zur empfohlenen Anwendungsdauer erfährt der Patient demnach auch künftig nur aus der Packungsbeilage. Trotzdem soll die Regelung laut Bundestag  "Verbraucherinnen und Verbraucher davon abhalten, die Medikamente über die empfohlene Höchstdauer hinaus einzunehmen."

Ob die Warnhinweise den erwünschten Effekt haben, soll anhand der Meldungen von Nebenwirkungen überprüft werden. Bis erste Ergebnisse da sind, wird es allerdings noch lange dauern. Erst einmal haben die Pharmafirmen eine Übergangsfrist von zwei Jahren, bis die Warnhinweise auch tatsächlich auf jeder Verpackung prangen müssen.

Video: Mythos Aspirin - Unterschätzte Nebenwirkungen?

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