Zigaretten Die Schockbilderschachteln kommen

Auf Zigarettenpackungen müssen künftig abschreckende Bilder und Warnhinweise prangen. Obwohl die Richtlinie ab Freitag greift, werden noch Wochen vergehen, ehe die ersten Schockschachteln im Laden liegen.
Ein Päckchen Zigaretten

Ein Päckchen Zigaretten

Foto: David Ebener/ picture alliance / dpa

Ab dem 20. Mai (Freitag) müssen neue Zigarettenschachteln in Deutschland zu zwei Dritteln mit Schockbildern und Warnhinweisen versehen werden. Sowohl auf der Vorder- als auch Rückseite. Und die Gruselbilder dürfen nicht am unteren Rand versteckt werden - ob faulende Raucherbeine, schwarze Zahnstümpfe oder zerfressene Lungen. Das schreibt die EU-Tabakrichtlinie vor. Die Politik hofft, so die Lust am Rauchen weiter einzudämmen.

Bis die neuen Packungen hierzulande in die Läden kommen, werden jedoch noch einige Wochen bis Monate vergehen. Der Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes, Jan Mücke, schätzt, dass es die ersten Zigarettenschachteln mit Schockbildern im Spätsommer oder Anfang Herbst geben wird. Die Hersteller dürfen bereits produzierte Ware noch ein Jahr lang abverkaufen.

"Noch nicht alle Marken werden vom 20. Mai im neuen Design produziert", sagt Mücke. Die Unternehmen arbeiteten zwar mit Hochdruck an der Umstellung, aber diese erfolge schrittweise.

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EU-Richtlinie: Schockbilder auf Zigarettenpackungen

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Nach seinen Angaben werden einige Zigarettenmarken verschwinden, insbesondere Nischenprodukte. Für einige Marken sei der Aufwand für die Druckumstellung zu groß. Auch machten manche Hersteller aus zwei Marken eine. Große Konzerne mit wenigen, aber umsatzstarken Marken hingegen haben laut dem Verbandschef weniger Probleme.

Die deutschen Hersteller beklagen eine Benachteiligung gegenüber Konkurrenten. "Vor allem in den osteuropäischen Nachbarländern haben die Hersteller mehr Zeit und so Wettbewerbsvorteile", sagt Mücke. So könnten diese etwa in Polen, Tschechien und Ungarn die EU-Vorgaben später umsetzen und nicht wie in Deutschland ab dem 20. Mai.

Keine Werbung, kein Menthol

Die EU-Richtlinie sieht unter anderem auch vor, dass auf Schachteln nicht mehr mit wahren Angaben, etwa dass der Tabak aus "ökologischem Anbau" stamme, geworben werden darf. Zusätzlich werden spätestens im Jahr 2020 Mentholzigaretten europaweit verboten.

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sinkt der Anteil der Raucher seit einigen Jahren. 2013 rauchten 29 Prozent der männlichen Bevölkerung ab 15 Jahren sowie 20 Prozent der Frauen.

wbr/dpa