Liberalere Drogenpolitik Schweiz will Cannabis-Regeln lockern

Schweizer brauchen in Zukunft wohl keine Ausnahmegenehmigung mehr, wenn sie aus medizinischen Gründen Cannabis rauchen wollen. Auch der Freizeitkonsum könnte einfacher werden.
THC-arme Zigarette

THC-arme Zigarette

Foto: Christian Beutler/ dpa

Die Schweizer Regierung will den Cannabiskonsum aus medizinischen Gründen erleichtern - und womöglich auch das Kiffen im Allgemeinen lockerer handhaben.

Einem Regierungsbeschluss zufolge sollen die bislang nötigen Ausnahmebewilligungen vom Betäubungsmittelgesetz für Patienten, die mit Cannabis Schmerzen lindern, abgeschafft werden. Dazu werde nun eine Gesetzesänderung vorbereitet. Geprüft werde auch, ob Krankenkassen dann die Kosten übernehmen.

Zudem könnte auch der Freizeitkonsum von Cannabis einfacher werden. Mehrere Städte und Kantone sollen im Rahmen von wissenschaftlichen Studien testen dürfen, ob es Sinn macht, den Cannabiskonsum gänzlich zu erlauben und damit den Schwarzmarkt trockenzulegen.

Bislang dürfen Cannabisblüten nur verkauft werden, wenn der Anteil der psychoaktiven Substanz THC unter einem Prozent liegt.

Nach offiziellen Schätzungen rauchen etwa 200.000 Menschen regelmäßig Cannabis in der Schweiz. Dort verfolgt man eine liberalere Drogenpolitik als in den Nachbarländern. In Deutschland ist der Cannabiskonsum - mit Ausnahme von medizinischen Anwendungen - verboten.

Video: Cannabis-Boom in Deutschland

SPIEGEL TV
cop/dpa
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