Licht beim Lesen und frische Luft Sechs Tipps für gesunde Augen

Lüften statt Klimaanlage und genug Licht beim Lesen: Es ist einfach, seinen Augen Gutes zu tun. Nahrungsergänzungsmittel allerdings sollten nicht dazugehören.

Das Auge im Fokus
Miguel Navarro/ Digital Vision/ Getty Images

Das Auge im Fokus


Erst in der Ferne erspähen, ob sich der Zug nähert, dann noch schnell im Kleingedruckten auf der Fahrkarte lesen, wo die Sitzplatzreservierung ist: Unsere Augen leisten täglich Großes. Funktionieren sie nicht mehr richtig, helfen Brillen oder Kontaktlinsen. Doch auch abseits der Sehhilfen existieren Möglichkeiten, die Augen zu fördern.

1. Auf ausreichendes Licht beim Lesen achten

"Du verdirbst dir die Augen." Wer bei Dämmerlicht liest, hat diesen Spruch wahrscheinlich schon häufig gehört. Zwar fehlen wissenschaftliche Beweise, dass das stimmt. Dennoch ist es besser, beim Lesen auf ausreichend Licht zu achten. Sonst ermüden die Augen schneller und das Lesen wird anstrengend. "Die Folgen davon können Kopfschmerzen und gerötete Augen sein", sagt Ludger Wollring, Facharzt für Augenheilkunde und Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte.

2. Sich ausgewogen und gesund ernähren

Ausgewogen, vitaminreich, vielseitig - wer sich so ernährt, tut seinem Körper etwas Gutes, auch den Augen. "Besonders wichtig für die Sehfunktion sind die Vitamine C und E sowie Zink", sagt Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

Vitamin C findet sich etwa in Paprika und Petersilie, Vitamin E beispielsweise in Nüssen und Fisch, Zink unter anderem in Hartkäse oder Vollkornbrot auf Sauerteigbasis.

Ebenfalls wichtig für die Augen ist Vitamin A, das der Körper aus gekochten Karotten, aber auch aus anderem Obst und Gemüse ziehen kann. In Entwicklungsländern ist Vitamin-A-Mangel ein häufiger Grund, aus dem Kinder erblinden. In Deutschland hingegen hat kein gesunder Mensch einen so großen Mangel, dass seine Sehfähigkeit leidet. Andersherum kann eine Überversorgung mit Vitamin A allerdings auch nicht die Sehfähigkeit verbessern.

3. Kritisch sein bei Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel auf Lutein-Basis werden häufig mit dem Versprechen vermarktet, den Augen zu nutzen. "Hierfür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege", sagt Sigrid Röchter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Lutein gehört zu den Carotinoiden und somit zur Gruppe der Pflanzenfarbstoffe.

Wer dennoch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte sich mit den Risiken auseinandersetzen und vor der Einnahme einen Augenarzt um Rat fragen. "In manchen Präparaten steckt zum Beispiel in hoch dosierter Form Zink", erklärt Röchter. Das kann unter anderem die Kupferbilanz im Körper negativ beeinflussen.

4. Für frische Luft sorgen

Zugluft aus der Klimaanlage kann die Augen reizen und Rötungen oder sogar Entzündungen hervorrufen. Besser ist, die Klimaanlage auszuschalten und stattdessen regelmäßig zu lüften. Auch Pausen an der frischen Luft sind Wellness für die Augen.

5. Nicht zu lange auf den Bildschirm starren

Wer den Arbeitstag vor dem Computer verbringt, sollte seinen Augen Auszeiten gönnen. "Mindestens alle 15 Minuten sollte der Blick vom Bildschirm weggerichtet werden", rät Wollring. Denn Augen benötigen Abwechslung. Dafür hilft es, den Blick schweifen zu lassen und bewusst verschiedene Gegenstände in der Nähe und in der Ferne zu fixieren. So bleibt der Augenmuskel beweglich.

Permanente Arbeit am Bildschirm kann außerdem dazu führen, dass die Augen austrocknen. Zu den möglichen Folgen gehören eine verschwommene Sicht und Kopfschmerzen. Daher kann es ratsam sein, Tropfen in die Augen zu geben. Außerdem ist wichtig, Farben und Kontraste am Monitor richtig einzustellen, um die Augen zu entlasten.

6. Bei schlechterem Sehen handeln

Manch einer glaubt, dass die alte Brille es noch eine Weile tut, obwohl er immer schlechter sieht. Andere wiederum verzichten auf eine Lesebrille, obwohl sie Text immer schwerer erkennen können. Das Ziel ist häufig, die Augen zu trainieren. "Das klappt aber nicht", stellt Wollring klar. Wer schlechter sieht, sollte seine Augen untersuchen und sich eine neue Sehhilfe verordnen lassen.

irb/dpa, von Sabine Meuter



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zila 24.10.2019
1. Ein eher flacher Artikel
Die erste Zitatstelle in Pubmed schliesst mit "Lutein qualifies as a powerful antioxidant and many studies support its favorable effects on eye health.", aber laut Artikel behauptet Frau Röchter "Hierfür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege", nicht es ist noch nicht eindeutig gezeigt, sondern KEINERLEI. Tolle Verbraucherberatung. Ich vermisse Angaben, wieviel Zink oder Vitamin C denn Sinn macht, der Hinweis zum Kupferhaushalt hilft da wirklich nicht, sondern ist sowas wie "da kann man nix machen" - Multivit hat oft auch etwas Kupfer, zumindest meine. Und in deutschem Leitungswasser ist genug Kupfer um Aquariumfische zu toeten. Ueberings, in Westeuropa hat in etwa die halbe Bevoelkerung Zinkmangel, was nicht nur schlecht fuer die Augen ist. Ich haette mir neben Lutein auch Erklaerungen zu Zeaxanthin oder Astaxanthin erhofft, die sind nichtmals erwaehnt worden. Was Klimaanlagen mit Augengesundheit zu tun haben erschliesst sich mir nicht, solang man nicht im Luftzug sitzt. Die sind m.E. eher foerderlich (z.B. hoehere Luftfeuchte gegen Austrocken). So ein daemlicher Luefter/Ventilator der einem die ganze Zeit Hausstaub in die Augen blaest ist sicher schlimmer. Oder eine uberheizte, viel zu trockene Wohnung im Winter. Es gibt auch recht solide opthamologischen Studien (u.a. an Schulkindern in Singapur) mittlerweile, wie man Kurzsichtigkeit in Kindern durch Tageslicht (aber kein Kunstlicht) vermeiden kann, das waere auch nuetzlicher als die falsche Behauptung fehlender wissenschaftlicher Beweise in dem Dämmerlicht Kontext. Der Artikel war jetzt nicht so der grosse Wurf.
mueller23 24.10.2019
2. Vielleicht auch plötzliches Hell-Dunkel vermeiden
Wenn ich nachts mal muss, finde ich das Loch auch ohne Festbeleuchtung. Und schlafe besser wieder ein. Ob man die Augen trainieren kann? Auf jeden Fall kann man sein Hirn trainieren, Restlicht optimal zu interpretieren.
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