Winterwetter So kann Kälte der Gesundheit schaden

Sonnig, aber sehr kalt - so präsentiert sich das Wetter zurzeit in vielen europäischen Ländern. Experten warnen vor gesundheitlichen Risiken, die mit der Kälte einhergehen.
Foto: Andrew Milligan/ dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der Kälte in Europa vor Gesundheitsgefahren. Kaltes Wetter erhöhe das Risiko von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, heißt es in einer Mitteilung des Kopenhagener Büros der WHO.

"Selbst dort, wo die Temperaturen nicht besonders niedrig sind, kann Kälte in vielerlei Hinsicht gesundheitsschädlich sein", sagte Zsuzsanna Jakab, die WHO-Regionaldirektorin für Europa. Das kalte Wetter könne bestehende Erkrankungen mit etwa Atembeschwerden verschlimmern und unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfälle vergrößern.

Auch die deutsche Herzstiftung  warnt Herzpatienten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, vorsichtig zu sein und Anstrengungen in der Kälte zu vermeiden. So sollten Herzkranke etwa davon absehen, Schnee zu schippen. Kälte verengt die Gefäße und erhöht so den Blutdruck.

Warnzeichen: Atemnot und Brustschmerz

Eine schwedische Langzeitstudie  habe gezeigt, dass die Zahl der Herzinfarkte an kalten Tagen höher sei, so die Herzstiftung. Bei Minusgraden sollten sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal um Mund und Nase wickeln, damit die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege gelangt.

Brustschmerz und Atemnot sollten insbesondere im Winter nicht ignoriert werden, warnt Thomas Voigtländer von der Herzstiftung. "Geht ein bisher Gesunder in die Kälte hinaus und bekommt plötzlich Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb und Atemnot, dann ist das ein Warnzeichen." Die Symptome sollte ein Arzt abklären.

Akut gefährlich sind die Minusgrade vor allem für Obdachlose. In der vergangenen Woche starben in Europa mehr als 45 Menschen infolge der Kälte, die meisten von ihnen waren obdachlos. In Deutschland starben zwei Menschen, als sie in zugefrorene Gewässer einbrachen.

Laut Wettervorhersage lässt Deutschland den Höhepunkt der Kältewelle hinter sich. Von Westen her wird es in den nächsten Tagen milder - aber auch glatt.

wbr/dpa
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