Schutz vor Sonnenbrand Viel Creme hilft viel

Endlich! Der Frühling kehrt in Deutschland ein. Mit den Sonnenstrahlen steigt allerdings die Gefahr für die Haut. Zeit, das Sonnenschutz-Wissen aufzufrischen und die warmen Tage dadurch umso mehr zu genießen.
Sonnencreme: Dem Wetter und dem Hauttyp anpassen

Sonnencreme: Dem Wetter und dem Hauttyp anpassen

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Am Wochenende war der richtige Zeitpunkt, einen Luftsprung zu wagen. Endlich schien die Sonne über Deutschland, Menschenscharen bevölkerten Parks, Eisdielen und Straßencafés. Mit den wärmenden Strahlen kamen jedoch auch die Relikte des Winters zum Vorschein: ungebräunte Arme, Dekolletés und Waden. Bald schon können die Deutschen auch den Rest ihres winterweißen Körpers das erste Mal im Freibad in die Sonne halten. Doch dabei ist Vorsicht geboten.

"30 Minuten bevor man in die Sonne geht, sollte man sich mit Sonnenschutz eincremen", rät Heike Stahlhut vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg. Das gilt vor allem für Cremes mit chemischen Filtern. Sonnenmittel mit mineralischen Filtern wirken laut Dirk Meyer-Rogge vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin direkt.

Beim Auftragen gilt es, bloß nicht zu geizen. Allein für das Gesicht rechnet Meyer-Rogge mit einem gestrichenen Teelöffel Creme. "Das sind circa fünf Gramm", sagt er. Alle zwei bis drei Stunden ist Nachcremen angesagt, beim Baden sollte die Creme außerdem wasserfest sein. Zugegeben, das nervt. Aber die Haut dankt es.

Hauttypisch: Keltisch, nordeuropäisch, südländisch

Wie lange sich ein Mensch ohne Schutz in der Sonne aufhalten kann, hängt vom Hauttyp ab. Nummer I ist der keltische Typ. Er habe meistens rote Haare, eine helle Haut, immer Sommersprossen und werde eigentlich nicht braun, sagt Stahlhut. Nach maximal zehn Minuten ohne Schutz bekommt er einen Sonnenbrand. Hauttyp II ist der nordeuropäische Typ mit blond-braunen Haaren und hellen Augen. Er hat meist Sommersprossen, bräunt langsam und bekommt häufig einen Sonnenbrand. Sein Eigenschutz hält zehn bis 20 Minuten.

Hauttyp III ist der Mischtyp mit braunen Haaren und vorwiegend braunen Augen. Er kann sich gefahrlos 20 bis 30 Minuten in der Sonne aufhalten. Der südländisch wirkende Hauttyp IV hat eine bräunliche Haut und nie Sommersprossen. Er darf mehr als 30 Minuten ohne Schutz in die Sonne. Es kommt natürlich auch darauf an, wie vorgebräunt die Haut ist, und wie intensiv die Sonne.

"Man muss seine Eigenschutzzeit kennen", sagt Stahlhut. Multipliziere man sie mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) der Creme, erfahre man, wie lange man sich damit gefahrlos in der Sonne aufhalten kann. "Die Berechnung geht aber nur bis zu einem Lichtschutzfaktor von 20 bis 25", erklärt die Expertin. Bei Erwachsenen reiche der Lichtschutzfaktor 25 in der Regel auch aus. Ihre Kinder hingegen sollten Eltern mit einer LSF-30-Creme einreiben.

Bei den Kleinen muss zusätzlich auch der Nacken mit UV-dichter Kleidung geschützt werden, rät Meyer-Rogge. Erwachsene setzen sich am besten ebenfalls eine Mütze oder einen Hut auf den Kopf und eine Sonnenbrille auf die Nase. Sonst gilt die altbekannte Faustregel: die besonders intensive Mittagshitze meiden.

Milch, Lotion, Creme oder Gel?

Die meisten greifen vor einem Sonnenbad zu Milch oder Lotion, die zu 70 Prozent aus Wasser bestehen, dünnflüssig sind und sich daher gut verteilen lassen. Menschen mit trockener Haut rät Stahlhut zu fetthaltigen Cremes. Bei einer eher speckigen Haut hingegen empfiehlt die Expertin fettfreie Gels oder Sprays.

Wer Sonnencreme aufträgt, muss auch auf Make-up nicht verzichten. Der Schutz sollte aber zuerst kommen, dann das Make-up, erläutert Elena Helfenbein, Beautyexpertin vom VKE-Kosmetikverband in Berlin. Außerdem ersetze das Sonnenprodukt die Tagescreme nicht - es sei denn, diese hat selbst einen Sonnenschutz. Auch die Lippen brauchen Schutz. "Dafür gibt es Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor 50", sagt Meyer-Rogge.

Ist der Körper doch verbrannt, helfen kühlende Cremes und After-Sun-Produkte. Akut tue es auch ein nasses Küchenhandtuch, sagt Helfenbein. "Aber keine Kühlakkus verwenden, denn dann kann es zu Erfrierungen kommen", erklärt Meyer-Rogge. Außerdem sollten Betroffene viel trinken. Ist der Sonnenbrand stärker, müsse der Arzt helfen.

Besonders im Gesicht ärgern die Rötungen noch, wenn der Schmerz schon nachgelassen hat. Helfenbein rät hier, die Haut mit Wirkstoffkonzentraten und feuchtigkeitsspendenden Cremes zu beruhigen. Denn verbrannte Haut ist trocken und bildet kleine Fältchen. Pellt sich die Haut, kann man nichts mehr dagegen tun. Man könne nur vorbeugen, sagt Helfenbein. Und sich gar nicht erst verbrennen.

Von Elena Dilba, dpa