Stiftung Warentest Billige Sonnencremes sind am besten

Die Stiftung Warentest hat 19 Sonnencremes getestet: Die drei billigsten bekamen das Urteil "sehr gut", die teuersten schnitten besonders schlecht ab. Worauf Käufer achten sollten.
Sonnencreme

Sonnencreme

Foto: Caroline Seidel/ picture alliance / Caroline Seidel/dpa

Gut und günstig: Für hochwertige Sonnencremes muss man laut Stiftung Warentest nicht viel Geld ausgeben. Von insgesamt 19 Produkten  mit den Lichtschutzfaktoren 30, 50 und 50+ wurden vier mit der Note "sehr gut" bewertet, darunter die drei billigsten:

  • die Produkte von Lidl ("Cien Sun Sonnenmilch Classic" für 1,18 Euro pro 100 Milliliter),
  • von Penny und Rewe ("t. Today Sonnenmilch" für 1,17 Euro/100 ml)
  • und von Real ("Sôi Sonnenmilch" für 1,50 Euro/100 ml).

Ebenfalls mit Bestnote schnitt das etwas teurere "Sundance Sonnenspray" für 2,23 Euro/100 ml ab ("test" Ausgabe 7/2018).

Die schlechtesten Bewertungen erhielten die beiden teuersten Produkte: Das Naturkosmetik-Produkt Eco Sunmilk Sensitiv für 21,20 Euro pro 100 Milliliter bewerteten die Tester sogar als "mangelhaft", weil es den versprochenen Sonnenschutz-Faktor nicht einhält. Das zweitteuerste Produkt von Lancaster zu einem Preis von 20 Euro/100 ml war mit kritischen Duftstoffen versehen und erhielt deshalb nur ein "befriedigend".

Wirklich wasserfest?

In ihrem Test warnen die Prüfer vor falschen Versprechungen: Fast alle Anbieter bewerben ihre Produkte demnach als wasserfest. Das dürfen die Hersteller auch, selbst wenn die Produkte nach dem Baden nur noch die Hälfte der Schutzleistung bieten. Die Stiftung Warentest zog hierfür allerdings Punkte ab, da nur in einem Fall kenntlich wurde, was wasserfest wirklich bedeutet.

Doch auch wenn man nicht schwimmen geht, muss spätestens nach drei Stunden nachgecremt werden. Durchschnittlich sollte man pro Eincremen eine Menge von etwa drei Esslöffeln auf der Haut verteilen, so der Münchner Hautarzt Christoph Liebich. Der Lichtschutzfaktor muss mindestens bei 30 liegen, besser sind allerdings 50 - und zwar den ganzen Sommer lang. Dass sich die Haut an die Sonne anpasst, ist ein Mythos.

Sobald man die Sonnencreme geöffnet hat, sollte man unbedingt das Haltbarkeitsdatum im Blick behalten. Auf der Packung ist eine kleine Cremedose mit einer Zahl zu sehen. Sie gibt an, wie viele Monate sich die Creme nach dem Öffnen hält. Die Zeit verkürzt sich, wenn die Flasche in der prallen Sonne gelegen hat. Die schlechte Nachricht: Cremes aus dem letzten Sommerurlaub sind in der Regel nicht mehr geeignet. Aber es gibt ja für wenig Geld geeigneten Ersatz.

Vorsorge und Früherkennung

Auch wer sich gut eincremt und regelmäßig zum Hautkrebs-Screening geht, das alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren auf Kosten der Krankenkassen in Anspruch nehmen können, sollte seine Haut selbst inspizieren, betont der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Hautkrebsvorstufen sind sichtbar und zum Teil auch tastbar. Der schwarze Hautkrebs ist meist ein dunkler, unregelmäßig geformter Hautfleck, dessen Farbe, Größe und Form sich verändern können. Beim weißen Hautkrebs ist eine schuppende, verfärbte oder unebene Hautstelle ein Anzeichen.

BRÄUNE UND HAUTKREBSGEFAHR - FRAGEN AN DEN EXPERTEN

Genügt ein Sonnenbrand, um später Hautkrebs zu bekommen?Wie gut erholt sich die Haut von einem Sonnenbrand?Sind Selbstbräuner eine gute Alternative zum Sonnenbaden?

Zur Selbstkontrolle kann man die ABCDE-Regel anwenden, um Leberflecken von Hautkrebs zu unterscheiden, wie die Deutsche Krebshilfe erläutert.

  • A steht für Asymmetrie - eine ungleichmäßige Form ist ein Warnsignal.
  • B meint Begrenzung - verwaschene, unebene und raue Ränder können auf Hautkrebs hindeuten.
  • C steht für Color, also Farbe. Treten in einem Muttermal verschiedene Farben - etwa Rosa, Grau oder Schwarz - auf, sollte man das vom Arzt abklären lassen.
  • D wie Durchmesser: Liegt dieser bei einem Muttermal über fünf Millimetern ist das ebenfalls ein Warnsignal.
  • E steht für Entwicklung und bedeutet, dass man mit einem Muttermal, das sich in den vergangenen drei Monaten verändert hat, zum Arzt gehen sollte.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben nachträglich die Zuordnung zu den "sehr gut" getesteten billigsten Sonnencremes geändert.

hei/dpa