Impfkalender So schützen Sie sich und Ihre Kinder vor Infektionskrankheiten

Masern, Hepatitis, Tetanus: Impfungen sind in Deutschland freiwillig, für 14 Krankheitserreger gibt es von der zuständigen Stiko eine Empfehlung. Welche Impfungen braucht man? Und ab wann sollte man sein Kind impfen lassen? Der Überblick.

Impfpass: Regelmäßige Überprüfung durch den Hausarzt
DPA

Impfpass: Regelmäßige Überprüfung durch den Hausarzt


Mit kaum einem anderen Gesundheitsthema müssen sich frischgebackene Eltern so früh auseinandersetzen wie mit dem Impfen. Die Frage nach der ersten Impfung stellt sich bereits, wenn das Kind sechs Wochen alt ist. Und auch Erwachsene begleitet das Thema Schutz vor Viren und Bakterien bis ins hohe Alter.

Ein neugeborenes Kind ist in den ersten Lebensmonaten noch durch Antikörper der Mutter geschützt. Doch nach kurzer Zeit muss das Abwehrsystem des Säuglings selbst Schwerstarbeit leisten: Ständig dringen Viren und Bakterien in den Körper ein, das Immunsystem ist damit beschäftigt, die Eindringlinge abzuwehren.

Impfkalender bis zum 18. Geburtstag
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Tetanus -
Diphtherie -
Keuchhusten (Pertussis) -
Haemophilus influenzae Typ b -
Kinderlähmung (Poliomyelitis) -
Hepatitis B -
Pneumokokken -
Meningokokken C -
Masern -
Mumps -
Röteln -
Rotaviren Impfung
Windpocken (Varizellen) -
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung
Diphtherie Impfung
Keuchhusten (Pertussis) Impfung
Haemophilus influenzae Typ b Impfung
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung
Hepatitis B Impfung
Pneumokokken Impfung
Meningokokken C -
Masern -
Mumps -
Röteln -
Rotaviren Impfung
Windpocken (Varizellen) -
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung
Diphtherie Impfung
Keuchhusten (Pertussis) Impfung
Haemophilus influenzae Typ b Impfung nur bei bestimmten Impfstoffen notwendig
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung nur bei bestimmten Impfstoffen notwendig
Hepatitis B Impfung nur bei bestimmten Impfstoffen notwendig
Pneumokokken Impfung
Meningokokken C -
Masern -
Mumps -
Röteln -
Rotaviren Impfung nur bei bestimmten Impfstoffen notwendig
Windpocken (Varizellen) -
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung
Diphtherie Impfung
Keuchhusten (Pertussis) Impfung
Haemophilus influenzae Typ b Impfung
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung
Hepatitis B Impfung
Pneumokokken Impfung
Meningokokken C -
Masern -
Mumps -
Röteln -
Rotaviren Impfung nur bei bestimmten Impfstoffen notwendig
Windpocken (Varizellen) -
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung
Diphtherie Impfung
Keuchhusten (Pertussis) Impfung
Haemophilus influenzae Typ b Impfung
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung
Hepatitis B Impfung
Pneumokokken Impfung
Meningokokken C Impfung ab 12 Monaten
Masern Impfung
Mumps Impfung
Röteln Impfung
Rotaviren -
Windpocken (Varizellen) Impfung
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung nachholen
Diphtherie Impfung nachholen
Keuchhusten (Pertussis) Impfung nachholen
Haemophilus influenzae Typ b Impfung nachholen
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung nachholen
Hepatitis B Impfung nachholen
Pneumokokken Impfung nachholen
Meningokokken C Impfung ab 12 Monaten
Masern Impfung
Mumps Impfung
Röteln Impfung
Rotaviren -
Windpocken (Varizellen) Impfung
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung nachholen
Diphtherie Impfung nachholen
Keuchhusten (Pertussis) Impfung nachholen
Haemophilus influenzae Typ b Impfung nachholen
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung nachholen
Hepatitis B Impfung nachholen
Pneumokokken -
Meningokokken C Impfung nachholen
Masern Impfung nachholen
Mumps Impfung nachholen
Röteln Impfung nachholen
Rotaviren -
Windpocken (Varizellen) Impfung nachholen
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung auffrischen
Diphtherie Impfung auffrischen
Keuchhusten (Pertussis) Impfung auffrischen
Haemophilus influenzae Typ b -
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung nachholen
Hepatitis B Impfung nachholen
Pneumokokken -
Meningokokken C Impfung nachholen
Masern Impfung nachholen
Mumps Impfung nachholen
Röteln Impfung nachholen
Windpocken (Varizellen) Impfung nachholen
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Diphtherie Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Keuchhusten (Pertussis) Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Haemophilus influenzae Typ b -
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Hepatitis B Impfung nachholen
Pneumokokken -
Meningokokken C Impfung nachholen
Masern Impfung nachholen
Mumps Impfung nachholen
Röteln Impfung nachholen
Rotaviren -
Windpocken (Varizellen) Impfung nachholen
Humanes Papillomvirus -
Tetanus Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Diphtherie Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Keuchhusten (Pertussis) Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Haemophilus influenzae Typ b -
Kinderlähmung (Poliomyelitis) Impfung auffrischen (nur einmal in zwei Altersspannen notwendig)
Hepatitis B -
Pneumokokken -
Meningokokken C Impfung nachholen
Masern Impfung nachholen
Mumps Impfung nachholen
Röteln Impfung nachholen
Rotaviren -
Windpocken (Varizellen) Impfung nachholen
Humanes Papillomvirus Mädchen/Frauen

Während die angeborene Immunität sofort, aber ungerichtet versucht, die Krankheitserreger zu zerstören, braucht die sogenannte adaptive Immunität etwas länger: Die Zellen müssen Informationen von Viren und Bakterien verarbeiten, um sogenannte Immunglobuline gegen sie produzieren zu können.

Hier setzt die Schutzimpfung an. Dabei werden absichtlich geschwächte oder tote Erreger beziehungsweise deren Bestandteile in den Körper gebracht, ob bei der Schluckimpfung oder durch eine Spritze. Das Immunsystem erkennt die Viren, Bakterien oder Erregerbestandteile als fremd und speichert diese Information. Jetzt kann das Abwehrsystem, wenn der tatsächliche Erreger zum ersten Mal in den Körper eindringt, sofort mit der Produktion von Antikörpern beginnen.

Wann und ob die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (Stiko) eine Impfung empfiehlt, hängt davon ab, wie riskant eine Infektionskrankheit in der jeweiligen Altersgruppe ist und wie hoch das Ansteckungsrisiko ist. Dabei schützen die Impfungen, wenn ausreichend viele Menschen mitmachen, nicht nur die geimpften. Der sogenannte Herdenschutz bewahrt auch jene Personen vor einer Ansteckung, die sich zum Beispiel wegen chronischer Krankheiten nicht impfen lassen können.

Impfkalender ab 18 Jahren

Impfung ab 18 Jahren ab 60 Jahren
Tetanus auffrischen alle 10 Jahre auffrischen alle 10 Jahre
Diphtherie auffrischen alle 10 Jahre auffrischen alle 10 Jahre
Keuchhusten (Pertussis) bei der nächsten Tetanus/ Diphtherie-Impfung einmal gegen Pertussis mitimpfen bei der nächsten Tetanus/ Diphtherie-Impfung einmal gegen Pertussis mitimpfen
Kinderlähmung (Poliomyelitis) ggf. nachholen ggf. nachholen
Pneumokokken x
Masern x
Influenza jährlich

Quelle: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin Nr. 34/2013, 26. August 2013. (x): Impfung im dritten Monat nur bei bestimmten Impfstoffen. Nachholimpfung: Grundimmunisierung aller noch nicht Geimpften bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfserie. (Auffrischen): nur einmal in zwei Altersspannen notwendig.

Entscheidend ist immer die Aufklärung und Beratung durch einen Arzt. Nur er kann im Einzelfall sagen, ob eine von der Stiko empfohlene Impfung wirklich sinnvoll ist. Er sollte dabei auch über unerwünschte Nebenwirkungen der Impfung aufklären und im Gespräch mit dem Patienten oder den Eltern herausfinden, was möglicherweise gegen die Impfung spricht.

Viele Impfungen wirken zwar für Jahre oder Jahrzehnte, aber nicht lebenslang. Deshalb sollte der Impfpass regelmäßig vom Arzt überprüft und gewissenhaft geführt werden, um rechtzeitig nachimpfen und den Schutz auffrischen zu können.

Auf das richtige Alter kommt es an

Damit sich der Impfschutz voll entfalten kann, kommt es bei vielen Impfungen darauf an, das vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlene Impfalter einzuhalten. Entscheidend ist zudem, dass der Abstand zwischen aufeinander aufbauenden Impfungen nicht verkürzt wird.

Bei vielen Impfungen vor allem als Erwachsener beeinflussen zum Beispiel der Arbeitsplatz oder eigene Krankheiten die Frage, ob Impfungen erneut oder zum ersten Mal notwendig werden. Bei der Entscheidung helfen Haus- oder Betriebsarzt.

Nach einer Impfung sind leichte Reaktionen des Körpers auf die Medikamente abhängig vom Krankheitserreger normal: Hautrötungen und Schmerzen an der Einstichstelle oder ein leichtes Krankheitsgefühl mit Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen. Schwere Impfkomplikationen sind äußerst selten. Besteht der Verdacht auf eine unerwünschte Arzneimittelwirkung, so besteht eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt und die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft. Die Stiko empfiehlt nur Impfungen, bei denen aus ihrer Sicht die Vorteile die typischen unerwünschten Nebenwirkungen überwiegen.

Kranke sollten nicht geimpft werden

Nicht geimpft werden sollten Patienten, die gerade eine akute behandlungsbedürftige Erkrankung durchmachen. Es sei denn, es geht um eine Schutzimpfung, nachdem man sich möglicherweise mit einem Erreger infiziert hat. Eine Tetanus-Impfung nach einer offenen Wundverletzung beispielsweise kann durchaus sinnvoll sein. Während einer Schwangerschaft sollten nicht dringende Impfungen auf die Zeit nach der Geburt verschoben werden.

Ob die Kosten für die Impfung übernommen werden oder ob Patienten beziehungsweise die Eltern selbst bezahlen müssen, hängt vom Grund der Impfung ab. Während die Kosten für die Schutzimpfungen bei Kleinkinder die gesetzlichen Krankenkassen tragen, müssen zum Beispiel Schutzimpfungen vor Fernreisen meist selbst bezahlt werden.

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