Demenz-Risiko Wie es Fußballprofis im Alter geht

Eine größere Chance, 70 Jahre alt zu werden - aber ein höheres Demenzrisiko: Wie es um die Gesundheit von ehemaligen Fußballprofis steht, haben Forscher in Schottland untersucht.

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Richard Drury/ DigitalVision/ Getty Images

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Professionelle Fußballer haben womöglich ein erhöhtes Risiko, an einer Demenz zu sterben. Dies geht aus einer breit angelegten Studie hervor, die im Fachblatt "NEJM" erschienen ist.

Forscher der Universität Glasgow und der Hampden Sports Clinic untersuchten die Gesundheits-Historie von 7676 Männern der Jahrgänge 1900 bis 1976, die in Schottland professionell Fußball gespielt hatten. Die Daten verglichen sie mit einer Kontrollgruppe von 23.028 gleichaltrigen Männern.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Im Zeitfenster der Studie von 18 Jahren starben 15,4 Prozent der Fußballer und 16,5 Prozent der Kontrollpersonen.
  • Die Fußballer hatten ein geringeres Risiko, vor dem 70. Lebensjahr zu sterben. Auch war ihr Risiko geringer, an Lungenkrebs oder einem Herzleiden zu sterben.
  • Allerdings hatten die Fußballer ein höheres Risiko, an einer sogenannten neurodegenerativen Krankheit zu sterben. Dazu zählen neben Demenz auch Parkinson, amyotrophe Lateralsklerose sowie die im Zusammenhang mit American Football diskutierte Krankheit CTE (Chronisch Traumatische Enzephalopathie). Bei 1,7 Prozent der verstorbenen Fußballspieler war ein neurodegenerative Erkrankung die Haupttodesursache, in der Kontrollgruppe war dies bei lediglich einem halben Prozent der Verstorbenen der Fall.

Wer hat's bezahlt?

Die Studie wurde vom englischen Fußballverband FA und der Fußballergewerkschaft PFA finanziert.


Dass Profisportler im Schnitt eine höhere Lebenserwartung haben als der Bevölkerungsdurchschnitt, haben bereits andere Studien ergeben. Vermutlich beruht dies zum einen auf dem hohen Maß an körperlicher Aktivität, zum anderen darauf, dass Athleten seltener rauchen und seltener Übergewicht haben, schreibt das Team um Daniel Mackay. Ebenso ist bereits bekannt, dass Ex-Profis der NFL ein höheres Risiko für die neurodegenerative Krankheit CTE haben.

Welchen Einfluss Kopfbälle auf das Entstehen von Demenz haben, kann die Studie aber nicht direkt beantworten. Auch sagt sie nichts zur Gesundheit von Amateurfußballern aus.

wbr/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
greatsouthern 21.10.2019
1. Kommt das von den Kopfbällen?
Wäre so leicht zu ermitteln gewesen: über die Torhüter, die sehr selten köpfen ...
so-long 22.10.2019
2. Geringe Fallzahlen
Zitat von greatsouthernWäre so leicht zu ermitteln gewesen: über die Torhüter, die sehr selten köpfen ...
für Golies (Torhüter), da wohl (deutlich) unter1/11 der Stichprobe.
grmblfix 22.10.2019
3. @2: Wieso?
Jede Profimannschaft hat mindestens 3 Torhüter, aber weniger als 33 Spieler insgesamt. Siehe z.B. https://www.fussballdaten.de/vereine/vfl-wolfsburg/2020/
genesys 22.10.2019
4. nun ja
Wurde die geistige Leistungsfähigkeit der an der Studie beteiligten Fussballer vor ihrer Erkrankung gemessen? Denn vielleicht sollte man berücksichtigen, dass Fussballer allgemein eher durch ihren Wadenumfang statt durch ihre geistige Leistungsfähigkeit glänzen...
neanderspezi 22.10.2019
5. Die Statistik zeigt hochsignifikante und nicht signifikante Resultate
Unter den neurodegenerativen Erkrankungen gab es ein mehr als dreifach höheres Sterberisiko für Fußballer im Beobachtungszeitraum gegenüber der Kontrollgruppe, was zweifellos ein hoch signifikantes Ergebnis darstellt. Wogegen das etwas über ein Prozent erhöhte allgemeine Sterberisiko für die Kontrollgruppe mit 16,5 Prozent gegenüber 15,4 Prozent bei Fußballern im Zeitrahmen der Beobachtungen sich kaum signifikant unterscheiden dürfte. Nicht signifikante Unterschiede werden in der Statistik als solche gekennzeichnet und können vernachlässigt werden, ganz im Gegensatz zu hoch signifikanten Unterschieden, die gewöhnlich weitere möglichst präzisere Untersuchungen nach sich ziehen, um weitergehende wissenschaftliche Fragen zu beantworten.
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