Süd- und Mittelamerika Schwerster Ausbruch von Dengue-Fieber aller Zeiten

Mehr als 2,7 Millionen Menschen sind auf dem amerikanischen Kontinent an Dengue-Fieber erkrankt. Weltweit wird nach einer Möglichkeit gesucht, um die Zahl der Moskitos zu reduzieren.
Eine Patientin mit Dengue wird in einem Raum der Universitätsklinik in Tegucigalpa, Honduras, behandelt

Eine Patientin mit Dengue wird in einem Raum der Universitätsklinik in Tegucigalpa, Honduras, behandelt

Foto: Eduardo Verdugo/ AP/ DPA

Süd- und Mittelamerika erleben derzeit den schwersten Ausbruch des Dengue-Fiebers seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 1980. Bislang wurden im laufenden Jahr mehr als 2,7 Millionen Fälle registriert - 13 Prozent mehr als bei der bislang stärksten Dengue-Epidemie in der Region 2015. Das teilte die Pan-Amerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) mit. Bis Ende Oktober starben demnach 1206 Menschen an Dengue.

Am stärksten betroffen waren Honduras, Brasilien, Mexiko, Nicaragua und Kolumbien. Honduras hatte aufgrund des raschen Anstiegs an Infektionen im Juli den nationalen Notstand ausgerufen. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl gab es die meisten Ansteckungen in Belize. Die PAHO rief die betroffenen Länder dazu auf, die Ausbreitung des Dengue-Virus besser zu überwachen, die Bevölkerung über die Gefahren zu informieren und Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Ähnliche Symptome wie Malaria

Dengue-Viren werden von Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) übertragen. Die Erkrankung hat ähnliche Symptome wie Malaria: hohes Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen. In besonders schweren Fällen kann es unter anderem zu Bauchschmerzen, blutenden Schleimhäuten oder anhaltendem Erbrechen kommen.

Schätzungen zufolge infizieren sich weltweit rund 400 Millionen Menschen jährlich mit dem Dengue-Virus, knapp die Hälfte der Weltbevölkerung ist der Gefahr einer Ansteckung  ausgesetzt. Nur etwa 25 Prozent davon entwickeln Beschwerden. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf steigt bei einer Zweitinfektion. Laut Robert Koch-Institut  entwickeln etwa 0,5 bis zwei Prozent der Menschen eine schwere Form des Dengue-Fiebers, wenn sie sich zum zweiten Mal infizieren.

In vielen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern ist das schwere Dengue-Syndrom eine der Hauptursachen für schwere Erkrankungen und Todesfälle bei Kindern. Bisher gibt es laut Angaben des Tropeninstituts  keine verlässliche Impfmöglichkeit gegen das Virus. Es können lediglich die damit einhergehenden Beschwerden gelindert werden. Einheimischen und Reisenden, die in Dengue-Regionen unterwegs sind, wird ein Schutz vor Moskitostichen empfohlen.

In Deutschland diagnostizieren Ärzte jährlich zwischen 600 und 800 Infektionen bei Menschen, die von einer Reise zurückgekehrt sind. Schwere Krankheitsverläufe sind extrem selten. "Von den mehr als 4000 gemeldeten Dengue-Infektionen bei Reiserückkehrern von 2013 bis 2018 erfüllen nur 0,3 Prozent die Kriterien einer schweren Dengue-Erkrankung - keiner der Fälle wurde als verstorben übermittelt", schreibt das Robert Koch-Institut .

Weltweit laufen derzeit mehrere Programme, um die Zahl der Moskitos zu reduzieren. Neben konventionellen Mitteln zur Insektenbekämpfung wird mit der Sterilisation männlicher Exemplare durch radioaktive Strahlung und dem Aussetzen gentechnisch veränderter Mücken experimentiert.

kry/dpa