Männliches Sexualhormon Die wichtigsten Fakten über Testosteronmangel

Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes. Im Alter kann es zu einem Tesosteronmangel kommen - mit Folgen für die Libido. Doch längst nicht in jedem Fall ist eine Behandlung mit Testosteron angezeigt.
Testosteron-Ampulle: Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind nicht immer automatisch Anzeichen für einen Testosteronmangel

Testosteron-Ampulle: Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind nicht immer automatisch Anzeichen für einen Testosteronmangel

Foto: Arno Burgi/ picture alliance / dpa

Testosteron gilt vielen als das Männlichkeitshormon schlechthin. Etwa ab dem 40. Lebensjahr produziert der Körper davon stetig weniger, was biologisch durchaus sinnvoll ist. Vor allem in den USA wird vielen Männern dann Testosteron als Medikament verschrieben. Doch die Therapie ist umstritten.

Das propagierte Testosteronmangel-Syndrom wird auch als PADAM-Syndrom bezeichnet ("partielles Androgendefizit beim alternden Mann"). Die European Association of Urology (EAU) - die europäische Urologie-Gesellschaft - definiert in ihrer Leitlinie , wann von einer Funktionsstörung der Hoden mit folgendem Testosteronmangel, dem sogenannten Hypogonadismus, zu sprechen ist: bei einem Testosteronspiegel unter 8,0 bis 12,0 nmol/l (230 bis 345 ng/dl), begleitet von Symptomen oder Anzeichen wie die folgenden: Verzögerte Pubertät, Unfruchtbarkeit, nachlassende Libido, erektile Dysfunktion, abnehmende Körperbehaarung, abnehmende Körpermasse und Muskelkraft, Schlafstörungen, niedrige Knochendichte, starkes Bauchfettgewebe oder metabolisches Syndrom.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) warnt, nur ein echter Testosteronmangel dürfe behandelt werden. Der DGE zufolge leiden lediglich etwa drei bis fünf Prozent der Männer über 60 Jahre daran. Die häufig genannten "Wechseljahre beim Mann" dagegen existieren laut DGE nicht.

Ursachen für einen Testosteronmangel können unter anderem sein:

  • Störungen der Hormon-produzierenden Organe wie Hoden oder Hypothalamus
  • Diabetes, Krebs, Leberzirrhose oder Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen
  • eine ungesunde Lebensweise (metabolisches Syndrom)
  • Umweltgifte; bestimmte Medikamente wie Schlaf- oder Beruhigungsmittel

Die Bestimmung des Testosteronspiegels ist unter anderem wegen natürlicher Schwankungen aufwendig und sollte mehrmals erfolgen. Eine künstliche Hormonzufuhr erfolgt als Spritze (alle drei Monate), als Pflaster oder in Gelform. Life-Style-Medikationen übernehmen gesetzliche Krankenkassen nicht.

Männer mit Prostatakrebs, mit vermehrten roten Blutzellen, unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe oder unbehandelter schwerer Herzschwäche dürfen keine Testosteron-Therapie erhalten.

Tanja Wolff
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