Report Krankenkassen könnten Milliarden bei Medikamenten sparen

Biotechnologisch hergestellte Arzneien sind teuer und werden immer häufiger verschrieben. Die Barmer GEK ermahnt Ärzte, mehr Nachahmerprodukte zu verordnen: Damit ließen sich Milliarden sparen.
Günstiger, aber nicht schlechter: Zwei Ampullen mit einem Biosimilar

Günstiger, aber nicht schlechter: Zwei Ampullen mit einem Biosimilar

Foto: SAM PANTHAKY/ AFP

Die gesetzlichen Krankenkassen könnten einer Studie zufolge mehrere Milliarden Euro sparen, wenn die Ärzte verstärkt preisgünstigere Medikamente verordnen würden. Der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub, rief in Berlin dazu auf, mehr Nachahmerpräparate von meist teuren biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln - sogenannten Biologika - zu verordnen.

Damit könnten dem neuen Arzneimittelreport der Kasse  zufolge in den nächsten fünf Jahren vier Milliarden Euro eingespart werden. Typische Beispiele für Biologika sind etwa Arzneimittel, die ein Fortschreiten der rheumatoiden Arthritis hemmen können oder zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden. Auch bei der Behandlung von Krebs, Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen kommen sie zum Einsatz.

"In Deutschland sind 151 gentechnisch hergestellte Wirkstoffe in 195 Arzneimitteln zugelassen", schreibt die Kasse in ihrem Bericht. Würden konsequent Nachahmerprodukte verschrieben - die sogenannten Biosimilars - könnte laut Straub allein die Barmer eine halbe Milliarde Euro sparen. Die Versorgungsqualität leide darunter nachweislich nicht, sagte Straub. Das eingesparte Geld könne in andere innovative Medikamente fließen. Aufgabe der Ärzte sei es, medizinisch richtig, aber eben auch wirtschaftlich sinnvoll zu verordnen.

Die Kassen zeigen sich seit Längerem besorgt über die wachsenden Ausgaben, die in den nächsten Jahren steigende Beiträge für die Versicherten erwarten lassen. Der Bericht verweist darauf, dass einige der umsatzstärksten biotechnologisch produzierten Medikamente unlängst ihren Patentschutz verloren haben und einige weitere ihn in Kürze verlieren werden. Damit drängten mehr Nachahmerpräparate auf den Markt. Im Schnitt seien sie etwa 25 Prozent günstiger als das Originalpräparat.

Bei der Barmer verursachen den Angaben zufolge Biotech-Präparate mehr als 21 Prozent (1,2 Milliarden Euro) der Arzneimittelkosten der Kasse.

hei/Reuters
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