Psoriasis-Therapie Mit Licht und Cremes gegen die Schuppenflechte

Cremes und Salbe mit oder ohne Kortison, Teerprodukte auf der Haut oder UV-Strahlen: Hautärzte setzen eine Vielzahl von Wirkstoffen gegen die Schuppenflechte ein. SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über die wichtigsten Medikamente.
Lichttherapie: Die meisten Psoriasis-Patienten benötigen Cremes, in schweren Fällen können UV-Strahlen helfen

Lichttherapie: Die meisten Psoriasis-Patienten benötigen Cremes, in schweren Fällen können UV-Strahlen helfen

Foto: Klinikums Oldenburg/ Marcus Meyer

Die Therapie muss zur Schwere der Psoriasis passen. Die Behandlung beginnt immer mit dem Entschuppen: Da sich bei der Schuppenflechte viel mehr und viel größere Hautschuppen als normal bilden, behindern diese das Eindringen von Salben und UV-Strahlen in die Haut.

Cremes und Salben mit Salicylsäure, Vitamin D und Kortison

Mitunter reichen schon einfache Cremes, um die Schuppen zu entfernen. Bei vielen Patienten sind aber Salben mit Harnstoff oder Salicylsäure nötig. Die Salbe kann man mit einer Kinderzahnbürste einmassieren, dadurch dringt der Wirkstoff leichter in die Haut ein. Gleichzeitig hilft die Zahnbürste, Schuppen zu entfernen. Aufgepasst: Salicylsäurehaltige Salben sollten nicht großflächig aufgetragen werden. Falls die Schuppenflechte auch am Kopf auftritt, reicht hier häufig ein gut verträgliches Shampoo.

Bei milder Psoriasis hilft eine äußere Therapie mit Cremes und Salben, die als Wirkstoffe vor allem mit Vitamin D verwandte Stoffe oder Kortison enthalten. Starke Kortisonsalben sollte man nicht größer als eine Handfläche anwenden, da Kortison die Haut ausdünnt. Kortisonhaltige Salben sind deshalb für Kinderhaut, Gesicht, Hals und Genitalbereich ungeeignet und sollten nur für eine kurze Zeit und entsprechend den Angaben im Beipackzettel verwendet werden.

Nach einer Besserung des Hautzustandes wird die Salbenmenge langsam reduziert und in immer längeren Zeitabständen aufgetragen. Vitamin D3 normalisiert das Wachstum und die Reifung der Zellen in der Oberhaut. Cremes und Salben mit Vitamin-D-Derivaten sollten nicht gemeinsam mit Salicylsäure eingesetzt werden.

Phototherapie und Teerprodukte

Auch natürliche und synthetische Teerprodukte wie das Dithranol werden für die Therapie der Schuppenflechte eingesetzt. Sie haben den den Nachteil, dass ihre braune Farbe sich nur schwer von Haut und Kleidung entfernen lässt. Für die leichte Psoriasis gibt es ein homöopathisches Präparat, Mahonia aquifolium, das Zellteilung und Entzündung günstig beeinflussen soll.

Zusätzlich kann eine Balneo-Phototherapie helfen: Die kombiniert Wasserbäder mit einer UV-Behandlung. Mit welchen Cremes und Salben gemeinsam die Balneo-Phototherapie eingesetzt werden kann, sollten Patienten mit dem Arzt besprechen.

Wirkstoffe von Innen, die das Immunsystem bremsen

Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis erfolgt eine innerliche Therapie ergänzt durch eine äußere Behandlung. Die Therapie hängt davon ab, ob gleichzeitig eine Psoriasisarthritis vorliegt. Eingesetzt werden Wirkstoffe, die das Immunsystem bremsen, wie zum Beispiel Fumarsäure, Methotrexat, Ciclosporin oder Acitretin.

Falls diese bei einer mittelschweren oder schweren Psoriasis versagen, wegen anderer Krankheiten nicht eingesetzt werden können oder der Patient sie nicht verträgt, kommen sogenannte Biologicals in Frage. Das sind teure Eiweiße, die der überschießenden Immunabwehr bei Schuppenflechte entgegenwirken sollen.

Phototherapie: Mit UV-Strahlen gegen die Schuppen

Bei schwerer Psoriasis gibt es zusätzlich die Photochemotherapie (PUVA). Sogenannte Psoralene (als Tablette, Creme oder Badezusatz) machen die Haut vorab empfindlicher für die UV-Strahlen. Eine Strahlenbehandlung kann alternativ auch mit dem Laser (Excimer-Laser) erfolgen, wobei nur die von der Schuppenflechte betroffenen Hautstellen bestrahlt werden.

Psychosomatische Behandlung

Um den psychischen Druck, der auf vielen Patienten lastet, aufzufangen, kann eine psychosomatische Therapie für Betroffene hilfreich sein.

Patienten finden weitere Informationen in den aktuellen Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)  und der Patientenleitlinie (PDF)  der DDG.

Gerlinde Felix
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