WHO-Mitarbeiter Ebola-Patient ist in Hamburg gelandet

Ein an Ebola erkrankter WHO-Mitarbeiter soll in Hamburg behandelt werden. Am Vormittag ist er per Flieger eingetroffen, es handelt sich um einen senegalesischen Epidemiologen.
WHO-Mitarbeiter: Ebola-Patient ist in Hamburg gelandet

WHO-Mitarbeiter: Ebola-Patient ist in Hamburg gelandet

Foto: Axel Heimken/ dpa

Hamburg - Ein Ebola-Patient aus Westafrika ist am Mittwoch in Hamburg eingetroffen. Der erkrankte Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll im Universitätskrankenhaus in Hamburg-Eppendorf behandelt werden. Nach Angaben der WHO handelt es sich bei dem Patienten um einen aus dem Senegal stammenden Epidemiologen, der in Khailahun im Osten Sierra Leones im Einsatz war.

Der graue Spezialjet war am Geschäftsfliegerzentrum des Flughafens Hamburg-Fuhlsbüttel gelandet. Ein Konvoi aus Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen fuhr an den Jet heran, zwei Menschen in weißen Schutzanzügen verließen das Flugzeug. Gegen 10.30 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung und verließ den Flughafen. Die Feuerwehr brachte den Ebola-Patienten mit einem Isolierrettungswagen ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Schon Ende Juli hatte die Weltgesundheitsorganisation beim UKE angefragt, ob ein erkrankter Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könne. Der betroffene Arzt war aber gestorben, bevor er zur Behandlung nach Deutschland gebracht werden konnte.

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Uni-Klinik Eppendorf: Ebola-Patient in Hamurg eingetroffen

Foto: Axel Heimken/ dpa

Für die Menschen in Hamburg gebe es keine Gefahr, betonte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. Eine Ansteckung sei nur im direkten Kontakt mit einem Patienten möglich - etwa durch Körperflüssigkeiten.

Immer öfter betrifft die Ebola-Epidemie nicht nur die Bevölkerung vor Ort, sondern auch die Ärzte und Helfer. Am Dienstag reagierte die WHO drastisch: Nachdem sich der senegalesische Epidemiologe mit dem gefährlichen Virus infiziert hatte, rief die Organisation ihre weiteren Mitarbeiter aus Kailahun zurück.

Insgesamt haben sich bei der Ebola-Epidemie in Westafrika laut WHO bislang mehr als 240 Ärzte, Pfleger und andere Helfer angesteckt. Mehr als 120 von ihnen seien gestorben, teilte die Organisation am Dienstag in Genf mit. Für die hohe Infektionsrate unter den Helfern gibt es demnach etliche Gründe.

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Oft sei die Ausstattung mit Schutzausrüstung wie Spezialkleidung, Mundschutz oder Handschuhen unzureichend. Zudem seien viele Helfer mit der chaotischen Situation vor Ort völlig überfordert, was das Infektionsrisiko erhöhe. "Überlastetes Personal ist anfälliger für Fehler", erklärte die WHO.

nik/wbr/dpa/Reuters
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