Uniklinik Magdeburg Patienten wachten zu früh aus Vollnarkose auf

An der Uniklinik Magdeburg sind einem Bericht zufolge Erwachsene im OP aufgewacht. Es gab demnach auch Vorfälle mit Kindern.

Uniklinik in Magdeburg (Archivbild)
DPA

Uniklinik in Magdeburg (Archivbild)


Die Ursache für die Vorfälle ist trotz monatelanger Untersuchungen noch nicht geklärt: Im Universitätsklinikum Magdeburg gab es in kurzer Zeit mehrere Fälle, bei denen Patienten im OP aus der Vollnarkose erwacht sind, berichtet die "Bild am Sonntag". Wie die Klinik auf Anfrage der Zeitung bestätigte, gab es bei einer "einstelligen Zahl von erwachsenen Patienten" Probleme mit dem Narkotikum Propofol. Auch bei Kindern habe man Bewegungen während einer Vollnarkose festgestellt.

Die Vorfälle liegen bereits mehr als ein Jahr zurück. Der Ärztliche Direktor Jan Hülsemann betont, dass sich damals kein Patient beschwert habe. Zudem seien Korrekturen bei der Dosierung von Propofol normal.

Das Klinikum wandte sich damals dennoch an den Hersteller des Medikaments B. Braun Melsungen. Ein Firmensprecher erklärte auf Anfrage der Zeitung: "B. Braun wurde seinerzeit darüber informiert, dass Patienten bei der Gabe von Propofol aufwachten. Wir haben daraufhin die Chargendokumentation überprüft und keine Auffälligkeiten festgestellt."

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stefanmargraf 10.12.2017
1.
Das Patienten aus Narkose aufwachen, dass passiert jeden Tag, lieber Spiegel. Ob der Zeitpunkt immer korrekt ist, ist das Problem. Ein weiteres Problem ist dass das ein Jahr zurückliegt und der Chef meint, es liegt an Propofol und offenbar nicht an fehlerhafter Punktion oder Dosis. Es liegt in der Verantwortung des Anästhesisten, da sollte man mal nachforschen. Und die Aussage, das sich kein Patient beschwert hat ist eine absolute Frechheit im Licht der retrograden Amnesie.
intelligenzbestie22 10.12.2017
2. Typisch
Es passieren in Deutschland Pleiten, Pech und Pannen am laufenden Band, aber alle haben alles wie immer richtig gemacht.
canggu 10.12.2017
3. Awareness?
Die sog. Awareness ist ein typisches Narkoserisiko und damit auch aufklärungspflichtig. Bewegungen können unter der Narkose vorkommen und sind aber nicht automatisch mit Wachheit assoziiert, sondern können Ausdruck spinaler Reflexe sein. Es ist bekannt, dass Awareness unter Propofolnarkosen häufiger als unter Gasnarkosen auftritt. Allerdings führen Gasnarkosen zu anderen Nebenwirkungen , wie z.B. eine erhöhte Rate an Übelkeit und Erbrechen. Patientenfaktorem tragen im Übrigen auch zu Awareness bei: Nikotin- und Alkoholkonsum und der konsum von Drogen führen dazu, dass der Bedarf an Narkosemitteln um ein vielfaches erhöht sein kann. Die Schwierigkeit für den Anästhesisten besteht darin, dass Patienten oft keine realistischen Angaben dazu machen
fredadrett 10.12.2017
4. was ist das für ein Journalismus?
Fälle liegen ein Jahr zurück; echt zeitnahe Information. Wo bleibt die Aktualität? Wo die Fürsorgepflicht den Lesern gegenüber?
norsail 10.12.2017
5. Wenn sich...
...der Patient während der Narkose bewegt, heisst das noch nicht, dass er wach ist, sondern nur, dass es sich bewegt und kein oder zu wenig Muskelerschlaffungsmedikent hat. Propofol ist ein ultrakurz wirkendes Narkosemittel, dass eine grosse Breite in der möglichen Dosierung hat und sehr individuell dem jeweiligen Patienten angepasst, dosiert werden muss. Da ist es "üblich", dass Pat. schon mal in bestimmten OP-Phasen relativ unterdosiert werden und die Narkose nicht mehr so tief ist und sich auch bewegen können, besonders bei sehr kurzen Eingriffen oder am Ende einer Operation.
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