Bericht 56 Millionen Kinder könnten bis 2030 an vermeidbaren Ursachen sterben

Mangelernährung und fehlende Gesundheitsversorgung sind laut Uno der Grund, dass viele Millionen Kinder weltweit in tödlicher Gefahr sind. Das sind aber bei Weitem nicht die einzigen Risiken.

Kinder in einer Krankenstation im Jemen
YAHYA ARHAB/EPA-EFE/REX

Kinder in einer Krankenstation im Jemen


An vermeidbaren Ursachen wie Mangelernährung und fehlender Gesundheitsversorgung könnten einem Medienbericht zufolge bis zum Jahr 2030 etwa 56 Millionen Kinder sterben. Das berichtet die Zeitung "Saarbrücker Nachrichten" am Montag unter Berufung auf eine Stellungnahme der Bundesregierung zu einer Anfrage der Grünen über die Umsetzung der Uno-Kinderrechtskonvention. Insgesamt sind demnach auf der Welt immer noch 150 Millionen Kinder chronisch unterernährt und 50 Millionen "akut unterernährt".

Zu Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen für Kinder und Mütter habe Deutschland im Jahr 2017 nach Regierungsangaben insgesamt 572 Millionen Euro gezahlt, schrieb die Zeitung. Empfänger waren demnach bilaterale und multilaterale Organisationen. Kinderleben müssten weltweit endlich besser geschützt und in den Mittelpunkt deutscher Außenpolitik gerückt werden, forderte der Menschenrechtsexperte der Grünen, Kai Gehring.

Eine "Herausforderung" stellt nach Angaben der Regierung auch das Schicksal von Kindern in bewaffneten Konflikten dar. Kinder seien "besonders schutzlos gegenüber Gewalt und systematischen Verletzungen des humanitären Völkerrechts", heißt es in der Stellungnahme. Mehr als zwei Drittel aller Kinder würden weltweit verschiedenste Formen von Gewalt erleben.

Die Lage der Kinder am Beispiel Jemen

Welche Auswirkungen Krieg und Verletzung des Völkerrechts haben kann, zeigt exemplarisch die Lage im Jemen: Dort stirbt nach Angaben von Hilfsorganisationen alle zehn Minuten ein Kind an den Folgen von vermeidbaren Krankheiten und Mangelernährung. "400.000 Kinder sind lebensbedrohlich mangelernährt und könnten jede Minute sterben", sagte der Unicef-Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika, Geert Cappelaere, Ende 2018. Mehr als elf Millionen Kinder seien in dem Bürgerkriegsland auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Uno hat zuletzt im September vergangenen Jahres eine Schätzung vorgelegt, wie prekär die Situation für Kinder weltweit ist. Obwohl die Kindersterblichkeit aktuell so niedrig ist wie noch nie, erleben noch immer Millionen Kinder nicht ihren fünften Geburtstag: 2017 starben weltweit 5,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren, heißt es in dem Bericht der Uno.

Hinzu kamen 2017 fast eine Million Todesfälle von Mädchen und Jungen zwischen fünf und 15 Jahren. Insgesamt starben somit 6,3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. "Das ist durchschnittlich ein Todesfall alle fünf Sekunden", erklärte das Kinderhilfswerk Unicef. Viele Todesfälle wären mit einfachen Mitteln wie Medikamenten, sauberem Wasser, Strom und Impfungen vermeidbar.

oka/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
auweia 18.03.2019
1. Begrenzte Empathie....
Leider ist der Effekt solchen Meldungen bei mir inzwischen nicht mehr der vermutlich erwünschte. Es tut mir zwar leid, dass häufig Kinder unter den den von den Erwachsenen verursachten Problemen leiden müssen und ich wünsche auch jedem Kind eine glückliche Kindheit. Aber warum sollen für ein Menschenkind andere Gesetze gelten als für ein Elefantenkind? Warum ist die Situation von hungernden Kindern ein Skandal, die Sitauation von hungernden Eisbären aber nicht? Wieso gibt es keinen vergleichbaren Aufschrei bei der Ausrottung der Insekten? Was ist mit Singvögeln, Korallen, Tigern und Blauwalen? Unser ethisches System ist leider humanzentriert. Ich versuche, mich davon zu lösen.
cindy2009 18.03.2019
2. So einfach ist das?!
"---- lowouwri heute, 17:32 Uhr 2. Was soll das? zynisch gesagt und 2050 sind es 100Millionen bei 12 oder 14 Milliarden Überbevolkerung. Verhindert endlich den massiven Bevölkerungsanstieg----" Sollten Sie den Artikel verstanden haben, bleibt Ihnen im Alter und bei Krankheit nur eines übrig : sterben Sie bitte. Das ist nicht zynisch gemeint, sondern sehr rational.
quengelliese 18.03.2019
3. Naja...
...wenn diese (wie auch immer errechneten) 56 Millionen gerettet werden, werden sie vorsichtig geschätzt gut 100 Millionen aufwärts zeugen...
regelaltersrentner 18.03.2019
4.
Zitat von auweiaLeider ist der Effekt solchen Meldungen bei mir inzwischen nicht mehr der vermutlich erwünschte. Es tut mir zwar leid, dass häufig Kinder unter den den von den Erwachsenen verursachten Problemen leiden müssen und ich wünsche auch jedem Kind eine glückliche Kindheit. Aber warum sollen für ein Menschenkind andere Gesetze gelten als für ein Elefantenkind? Warum ist die Situation von hungernden Kindern ein Skandal, die Sitauation von hungernden Eisbären aber nicht? Wieso gibt es keinen vergleichbaren Aufschrei bei der Ausrottung der Insekten? Was ist mit Singvögeln, Korallen, Tigern und Blauwalen? Unser ethisches System ist leider humanzentriert. Ich versuche, mich davon zu lösen.
Soll das eine Satire sein, dann wäre sie völlig misslungen. Sollte das ihre Meinung sein, dann sollten sie sich mal überlegen, ob sie in einer anderen Welt leben, als der Rest der weltweiten Bevölkerung.
GrünesZebra 19.03.2019
5. Vermeidbar? Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß.
Keinen oder nicht ausreichenden Zugang zu Nahrung, Wasser und Medizin als "vermeidbar" zu bezeichnen, spielt die Komplexität der vielen Probleme in allen möglichen Regionen der Welt schon stark runter.
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