USA Rückgang von Lungenkrebs durch Rauchstopp-Programme

Die Zahl der Lungenkrebs-Diagnosen nimmt in den USA von Jahr zu Jahr ab. Gesundheitsexperten sehen darin einen deutlichen Erfolg der Rauchstopp-Programme.

Ausgeraucht: Rauchverbote an vielen Orten, Aufklärungskampagnen und Schockbilder helfen beim Zurückdrängen des Zigarettenkonsums
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Ausgeraucht: Rauchverbote an vielen Orten, Aufklärungskampagnen und Schockbilder helfen beim Zurückdrängen des Zigarettenkonsums


Die Schlacht gegen übermäßigen Tabakkonsum sei zu gewinnen, meint die US-amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC, die Präventions- und Rauchstopp-Programme unterstützt. Aktuelle Zahlen unterstützen diese Einstellung.

Die Behörde hat neue Daten zur Häufigkeit von Lungenkrebs in den USA veröffentlicht, die einen positiven Trend aufzeigen. In den Jahren 2005 bis 2009 fiel das Lungenkrebsrisiko für Männer demnach pro Jahr um 2,6 Prozent. Bei Frauen nahm es jährlich um 1,1 Prozent ab. Die Zahl der jährlichen Lungenkrebs-Diagnosen sank

  • von 87 auf 78 pro 100.000 Männer und
  • von 57 auf 54 je 100.000 Frauen.

Die deutlichste Veränderung zeigte sich demnach bei den 35- bis 44-Jährigen: Bei Männern sank die Fallzahl um 6,5 Prozent, bei Frauen um 5,8 Prozent.

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Der deutliche Rückgang bei den jungen Erwachsenen zeige, dass die Programme zur Tabakprävention wirken, sagte CDC-Direktor Tom Frieden. Zurzeit ist Lungenkrebs in den USA die Krebserkrankung, die für die meisten Todesfälle verantwortlich ist. Etwa 80 bis 90 Prozent der Lungenkrebsfälle seien aufs Rauchen oder auf Passivrauchen zurückzuführen, teilt die US-Behörde mit.

Laut CDC raucht circa jeder fünfte erwachsene US-Amerikaner, und jedes Jahr sterben etwa 443.000 Raucher frühzeitig an den Folgen des Zigarettenkonsums.

In Deutschland raucht jeder vierte Erwachsene

Erst kürzlich hatten Wissenschaftler in einer Artikelreihe im "Journal of the American Medical Association" auf die Erfolge im Kampf gegen das Rauchen hingewiesen. Zwischen 1964 und 2012 sind in den USA 17,7 Millionen Menschen frühzeitig gestorben, weil sie geraucht hatten. Ohne Maßnahmen wie erhöhte Tabaksteuern und Aufklärungsprogramme wären noch acht Millionen Menschen mehr gestorben, berichteten die Wissenschaftler. Die Tabakkontrolle habe zudem die Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung erhöht.

In Deutschland rauchen laut Mikrozensus 2009 knapp 26 Prozent der Erwachsenen; Männer (31 Prozent) häufiger als Frauen (21 Prozent). Nach Angaben der Drogenbeauftragten sterben jährlich etwa 110.000 Menschen in Deutschland frühzeitig an den direkten Folgen des Rauchens. Außerdem sei von etwa 3300 Toten durch Passivrauchen auszugehen.

Auch hierzulande nimmt die Zahl der Raucher ab: Wurden 2002 noch insgesamt 145 Milliarden Zigaretten in Deutschland geraucht, waren es 2012 nur noch 82 Milliarden.

wbr/AFP



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