New Yorker wieder gesund Die USA sind Ebola-frei

Der mit dem Ebolavirus infizierte New Yorker Arzt hat die Krankheit überstanden. Er soll am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen werden. In den USA sind nun keine Ebola-Fälle mehr bekannt.
Bellevue-Krankenhaus in New York: Der mit Ebola infizierte Arzt ist wieder gesund

Bellevue-Krankenhaus in New York: Der mit Ebola infizierte Arzt ist wieder gesund

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Der an Ebola erkrankte New Yorker Arzt Craig Spencer wird am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen. Nach einer "intensiven Behandlung" sei er nun frei von Ebolaviren und "kein Risiko für die öffentliche Gesundheit", so die Stadtverwaltung von New York. Mit seiner Genesung ist nun kein Ebola-Fall in den USA mehr bekannt.

Auch die beiden amerikanischen Krankenschwestern, die sich in Dallas bei der Behandlung eines Patienten angesteckt hatten, und ein Kameramann, der sich bei einem Dreh für den US-Fernsehsender NBC in Westafrika infiziert hatte, haben die Infektion überstanden.

Spencer hatte sich bei einem Hilfseinsatz für "Ärzte ohne Grenzen" in Guinea mit dem Virus infiziert. Der 33-Jährige war am 23. Oktober mit den für Ebola tpischen Symptomen Fieber, Durchfall und Erbrechen in das New Yorker Bellevue-Krankenhaus gebracht worden. Seither lag er dort auf der Isolierstation.

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt, weil Spencer nach seiner Rückkehr in die USA unter anderem mit U-Bahn und Taxi unterwegs gewesen war und eine Bowlingbahn besucht hatte. Mehrere US-Bundesstaaten ordneten daraufhin an, dass aus den westafrikanischen Ebola-Krisenländern Sierra Leone, Liberia und Guinea heimkehrende Helfer 21 Tage lang in Quarantäne müssen - so lange kann die Inkubation dauern.

Die Krankenschwester Kaci Hickox hatte öffentlich gegen diese Regelung protestiert und ihre Quarantäne selbst beendet. Auch US-Präsident Barack Obama und die Vereinten Nationen kritisierten die Regelung. Sie schrecke Freiwillige für den Kampf gegen Ebola ab.

"Es gibt Hoffnungszeichen"

In Deutschland testen Forscher unterdessen zum ersten Mal einen Ebola-Impfstoff an Menschen. Am Hamburger UKE sollen die ersten Impfungen mit "rVSV-ZEBOV" in den nächsten Wochen erfolgen. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung gestellte Wirkstoff bestehe aus einem ungefährlichen Trägervirus, in den ein kleiner Baustein aus dem Ebolavirus eingebaut sei, erklärte die Leiterin der Studie, Tropenmedizinerin Marylyn Addo. Sofern alle Tests erfolgreich sein sollten, hoffe man, den Impfstoff ab Herbst 2015 einsetzen zu können.

David Nabarro, Uno-Koordinator zur Bekämpfung der Ebola-Krise, ist allerdings optimistisch, dass die Seuche bis dahin schon eingedämmt sein könnte: "Wir können leider noch nicht sagen, dass das Schlimmste vorbei bist. Aber es gibt Hoffnungszeichen." Insgesamt stünden in der Krisenregion nun fünfmal so viele Krankenbetten zur Verfügung wie vor zwei Monaten. In Liberia entsprächen mittlerweile 70 Prozent aller Begräbnisse von Ebola-Toten den Sicherheitsvorgaben, und die Zahl der Neuerkrankungen gehe zurück.

"Ich bin optimistisch, dass der Ausbruch nächstes Jahr ein Ende findet", so Nabarro. Für eine Entwarnung sei es aber noch viel zu früh: In Guinea und Sierra Leone steigt die Zahl der Ebola-Fälle noch immer.

vet/dpa/AFP/AP