"Vaxxed" Robert De Niro streicht umstrittene Impfdoku von Filmfest-Programm

Es gibt keine Belege, dass eine Masernimpfung Autismus fördert, dennoch sollte ein entsprechender Dokumentarfilm auf dem Tribeca-Filmfest laufen. Robert De Niro nahm den Beitrag aus dem Programm.
Robert De Niro am 27. März 2016

Robert De Niro am 27. März 2016

Foto: Jason Szenes/ dpa

Oscar-Preisträger und Filmfestgründer Robert De Niro (72) hat einen umstrittenen Dokumentarfilm über Impfungen und Autismus aus dem Programm des Tribeca-Filmfests gestrichen. Nach Beratungen mit der Festival-Leitung und Wissenschaftlern sei er zu dem Schluss gekommen, den Film "Vaxxed" nicht zu zeigen, teilte De Niro mit. Bedenken bezüglich einiger Inhalte hätten zu der Entscheidung geführt, hieß es am Samstag auf der Facebook-Seite des Festivals.

Anfangs hatte de Niro noch erklärt, dass er den Inhalt des Films zwar persönlich nicht befürworte, aber eine Diskussion willkommen sei. Dies sei eine sehr persönliche Angelegenheit für ihn und für seine Familie. De Niro und seine Frau Grace Hightower haben selbst ein autistisches Kind. Auf Facebook bekam die Entscheidung, den Film nicht zu zeigen, einigen Zuspruch, rief vonseiten der Impfgegner aber erwartungsgemäß auch heftige Proteste hervor.

"Vaxxed" ist ein Film des umstrittenen Mediziners und Impfstoffgegners Andrew Wakefield, der in einer Studie einen vermeintlichen Zusammenhang von Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln und einem höheren Risiko für Autismus bei Kindern dargelegt hatte. Allerdings wurde die Veröffentlichung der Studie zu einem Lehrstück wissenschaftlichen Fehlverhaltens mit drastischen Folgen, die teils bis heute nachwirken.

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Forschungsskandal mit Folgen

2004 wurde die Studie vom britischen Medizinjournal "The Lancet" zurückgezogen. Wakefield wurden Fehler und Manipulationen vorgeworfen. Er verlor in Großbritannien seine ärztliche Zulassung. Dennoch schüren Impfgegner bis heute Angst vor Impfungen.

Immer wieder kommt es zu Masernausbrüchen - auch in Deutschland-, weil nicht genug Menschen geimpft sind, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Im Fall der Masern müssten 95 Prozent der Menschen geimpft sein, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die Masern bis spätestens 2020 weltweit zu eliminieren. In Deutschland gibt es aber seit Jahren kaum Fortschritte bei den Impfraten.

WEITERE FAKTEN ZU MASERN UND IMPFUNG

Wie gut schützt die Imfpung? Welche Risiken birgt sie?Stärkt es das Immunsystem, die Masern durchzumachen?Was ist mit Impf-Zusatzstoffen wie Quecksilber oder Aluminium?

Das Tribeca-Festival war 2002 von De Niro und zwei Kollegen als Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 gegründet worden. Es wird am 13. April eröffnet und findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt.

jme/dpa
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