Einstellung ändern Yeah, Alter!

Eine negative Einstellung zum Altwerden und zur Vergesslichkeit kann die Gedächtnisleistung langfristig vermindern. Hier lernen Sie, eine positivere Einstellung zu den späten Jahren zu finden.


SPIEGEL WISSEN hat ein zehnwöchiges Gedächtnis-Coaching entwickelt, mit dem Sie Ihre Merkfähigkeit im Alltag verbessern können. Dies ist der neunte Teil. Die anderen Teile finden Sie hier.

UWE UMSTAETTER/ westend61/ Getty Images

Egal, ob Sie jung oder alt sind: Die eigene Einstellung zum Thema Älterwerden hat auf lange Sicht Einfluss auf die Gedächtnisleistung und Merkfähigkeit. Wer sich beispielsweise vor dem Altsein fürchtet und damit Stillstand, nachlassende Fähigkeiten oder Langeweile verbindet, der hat mit zunehmendem Alter tatsächlich oft mehr Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder sich Neues zu merken. Deshalb lohnt es sich, negative Vorstellungen vom Älterwerden zu überdenken und zu verändern. Psychologen wissen, dass es möglich ist, solche scheinbar automatischen Zuschreibungen nach und nach zu modifizieren und die negativen Assoziationen zum Alter durch positivere Bilder zu ersetzen.

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In dieser Woche geben wir Ihnen praktische Anleitungen, mit denen das gelingen kann. Es gibt wieder zwei Übungsalternativen - für Jüngere und für Ältere.

Für Jüngere. Wahrscheinlich machen Sie sich noch nicht viele Gedanken darüber, wie Ihr Leben aussehen wird, wenn Sie älter sind. Machen Sie jetzt einmal einen Sprung und überlegen Sie: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie daran denken, dass Sie 60 Jahre alt oder älter sind? Ist das ein positives Gefühl? Oder schwingen negative Gedanken mit? Überlegen Sie sich jetzt, ob Sie eine positive Vision Ihres Lebens mit 60 Jahren entwerfen können. Was tun Sie? Sind Sie weise? Welchen älteren Schauspieler oder welche ältere Politikerin könnten Sie sich zum Vorbild nehmen? Oder gibt es vielleicht Menschen in Ihrem direkten Umfeld, die "gut" altern? Entwerfen Sie ein möglichst genaues Bild. Und nun kommt die eigentliche Aufgabe: Immer wenn Sie in dieser Woche mit dem Thema Gedächtnis ("Wo ist mein Schlüssel?") oder mit dem Thema Alter ("Der Popstar XY ist gestorben, wir werden alle älter") zu tun haben, denken Sie an dieses positive, geistig fitte Bild von Ihrem eigenen Alter.

Für Ältere. Nein, hier geht es nicht um eine "Gehirnwäsche". Jeder weiß, dass das Gedächtnis im Alter tatsächlich nachlässt. Das ist normal. Beobachten Sie in dieser Woche dennoch genau, was Sie denken und fühlen, wenn Sie im Alltag etwas vergessen, verwechseln, verlegt haben. Achten Sie darauf, ob Sie pessimistisch reagieren ("So ist das, wenn man alt ist", "Typisch, ich kann das alles nicht mehr so") oder ungute Gefühle haben ("Schade, dass es nicht mehr so wird wie früher", "Ich bin unfähig"). Versuchen Sie in dieser Woche, diese Gedanken und Gefühle nicht weiterzuverfolgen oder sogar ein bisschen zu verulken. Sprechen Sie sich den negativen Gedanken oder Kommentar beispielsweise mit einer ganz hohen Stimme vor oder singen Sie ihn wie einen Schlager. So verliert er seine negative Wirkung. Testen Sie, was Ihnen hilft, die Gedanken zum Thema "Ich bin alt, das kann ich alles nicht mehr" nicht zu dominant werden zu lassen.

Die Übungen in dieser Woche setzen mehr an der Psyche an als am Geist. Die Trainingseinheiten werden deshalb auch keine kurzfristigen und direkten Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung haben, wie etwa eine neue Merktechnik oder die Brain Gyms. Wenn Sie aber das Gefühl haben, dass genau diese Übungen Ihre Bedürfnisse treffen, dann kann Ihnen die Arbeit an Ihrer Einstellung dauerhaft sehr wohl helfen - sie verbessert Ihre Stimmung und damit Ihre Merkfähigkeit.

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