Gefährliche Mücken WHO hält Zika-Ausbreitung in Teilen Europas für möglich

In Deutschland ist das Risiko, sich mit dem Zika-Virus anzustecken nur sehr gering. Unter anderem im Mittelmeerraum mahnt die Weltgesundheitsorganisation jedoch zur Vorsicht.

Die Ägyptische Tigermücke gibt es auch auf Madeira und an der Schwarzmeerküste
EPA/Oscar Riveradpa/dpa

Die Ägyptische Tigermücke gibt es auch auf Madeira und an der Schwarzmeerküste


Das Zika-Virus könnte sich ab dem Frühsommer auch in Europa ausbreiten. Vor allem in den Mittelmeerländern sollten sich die Menschen vor der Asiatischen Tigermücke in Acht nehmen, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Deutschland bestehe jedoch nur ein geringes Risiko.

Für seine Untersuchung hat das europäische Regionalbüro der WHO aus der "Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung des Zika-Virus an sich" und der "vorhandenen nationalen Kapazitäten zu Vorsorge und schneller Eindämmung örtlich auftretender Übertragungen" ein Risiko errechnet.

Gefährdet seien vor allem die Insel Madeira und die Schwarzmeerküste in Georgien und Russland. Dort komme die Gelbfiebermücke Aedes aegypti - auch bekannt als Ägyptische Tigermücke - vor, durch die das Virus vor allem übertragen werde.

Ein mäßiges Risiko besteht in 18 Ländern, darunter viele Mittelmeerstaaten wie Frankreich, Italien, Spanien, Kroatien, Griechenland und die Türkei, wo die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) das Virus weitergeben könnte. Von Reisen in Mittelmeerländer rät die Weltgesundheitsorganisation aber nicht ab. Gegen Mücken sollten sich Urlauber und Einheimische mit langärmliger Kleidung schützen.

Verbreitung invasiver Mückenarten in Europa

Man appelliere insbesondere an die Länder mit erhöhtem Risiko, ihre nationalen Kapazitäten zur Bekämpfung des Virus auszuweiten, sagte die WHO-Direktorin für Europa, Zsuzsanna Jakab. Ein größerer Zika-Ausbruch müsse vermieden werden. Zur europäischen WHO-Region gehören 53 Länder, darunter auch ganz Russland.

Erste sexuelle Zika-Übertragung in Deutschland

Das Zika-Virus ist derzeit vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik verbreitet. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sich erstmals ein Mensch in Deutschland mit dem Zika-Virus angesteckt hat. Eine Frau infizierte sich beim ungeschützten Sex mit ihrem Partner, der nach einem Aufenthalt in Puerto Rico erkrankt war.

Das Virus wird für Schädelfehlbildungen von Babys verantwortlich gemacht, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben. Die sogenannte Mikrozephalie führt meist zu geistiger Behinderung. Bei infizierten Erwachsenen treten in einigen Fällen Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und manchmal Fieber auf.

jme/AFP/dpa



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