Breakletics Fitnessprogramm, von Mama getestet

Peter "Petair" Sowinski hat Breakletics erfunden: eine Mischung aus Breakdance-Bewegungen und Fitnessübungen. Ein Gespräch über Rhythmusgefühl und Workout mit der eigenen Mutter.

Breakletics
Arnold Hammer

Breakletics

Ein Interview von Frank Joung


Zur Person
  • Minh-Thu Nguyen
    Peter "Petair" Sowinski, Jahrgang 1986, macht seit seiner Jugend Breakdance und hat Breakletics entwickelt, eine Mischung aus Breakdance-Bewegungen und Fitnessübungen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Sowinski, warum haben Sie Breakletics entwickelt?

Sowinski: Ich wollte nicht dasselbe machen wie alle anderen, deshalb habe ich mir vorher viele Fitnessprogramme angeschaut. Bei den meisten geht es, grob gesagt, um Burpees , Squats und Liegestütze. Manchmal kommen Geräte oder Hilfsmittel wie Medizinbälle oder Bänder dazu, aber mir hat da was Entscheidendes gefehlt.

SPIEGEL ONLINE: Was denn?

Sowinski: Die Koordination kommt meist zu kurz, das sind alles lineare Übungen. Viele Menschen bauen zwar Muskeln an bestimmten Stellen auf, sind aber unbeweglich. Wer nur an geführten Geräten in Fitnessstudios trainiert, vernachlässigt das Gesamtspiel des Körpers.

SPIEGEL ONLINE: Welche Muskeln beanspruche ich beim Breakletics?

Sowinski: Es trainiert den ganzen Körper. Das Verhältnis ist etwa: 40 Prozent Oberkörper, 60 Prozent Core, also Rumpf, Beine, Gesäß. Das Gute ist, dass du schnell merkst, wo deine körperlichen Schwachstellen sind.

SPIEGEL ONLINE: Ist Breakletics für jeden geeignet? Die Bewegungen sind schon sehr anspruchsvoll.

Sowinski: Grundvoraussetzung sind: eine Plank halten zu können und zehn Kniebeugen zu schaffen. Das sollte für jeden machbar sein. Bei der Entwicklung hat meine Mutter alle Übungen ausprobiert. Ich habe geschaut, ob sie sie versteht und nachmachen kann. Sie ist nicht unsportlich, aber immerhin schon 60 Jahre alt. Wenn ich eine Übung drei Minuten lang mache, hört sie nach 30 Sekunden auf. So kann das jeder für sich individuell regulieren. Das Programm gibt's auch online, da kann jeder in seinem eigenen Tempo trainieren.

SPIEGEL ONLINE: Die Übungen sind so konzipiert, dass man verschiedene Bewegungen miteinander kombiniert - und zwar im richtigen Takt: Verletzt man sich da nicht leicht?

Sowinski: Gar nicht. Ich bin Sportwissenschaftler und habe bei der Konzeption extrem darauf geachtet, dass etwa Knie und Handgelenke keinen zu großen Belastungen ausgesetzt sind. Daher wechseln wir in den Kursen immer Fußarbeit mit Oberkörper-Übungen ab. Ich mache seit 18 Jahren Breakdance, ich hatte sechs Knieoperationen und einen Bandscheibenvorfall. Seit vier Jahren mache ich Breakletics und habe mich seitdem nicht einmal verletzt.

Das ist keine Breakletics-Übung
Arnold Hammer

Das ist keine Breakletics-Übung

SPIEGEL ONLINE: Welche Rolle spielt die Musik?

Sowinski: Sie ist fester Bestandteil. Nur so kommt man in den richtigen Flow. Dann macht's Spaß. Ich wollte Fitnessübungen entwickeln, die gewisse koordinative Ansprüche stellen und das Rhythmusgefühl herausfordern. Wir B-Boys rühmen uns ja damit, den "Beat zu killen", also bestimmte schwere Bewegungen passend zur Musik zu machen. Das will ich auch bei Breakletics erreichen. Die Musik dient nicht nur zur Motivation, sondern ist Antreiber.



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