Coronakilos Bewegungskiller Homeoffice

Des Deutschen liebste Sportart ist das Radfahren – wenn er es denn macht. Einer Untersuchung zufolge bewegt sich ein Viertel der Bevölkerung weniger als vor der Pandemie. Gleichzeitig verraten die Sportler, was sie antreibt.
Grund für den Bewegungsmangel ist bei vielen die Arbeit im Homeoffice (Symbolbild)

Grund für den Bewegungsmangel ist bei vielen die Arbeit im Homeoffice (Symbolbild)

Foto: GrapeImages / Getty Images

Rund ein Drittel der Deutschen bewegt sich zu wenig. In der Untersuchung »Beweg dich, Deutschland!« der Techniker Krankenkasse (TK)  geben rund 30 Prozent der Befragten an, weniger als eine halbe Stunde am Tag aktiv auf den Beinen zu sein. Die Coronapandemie hat die Lage verschärft: 26 Prozent der Befragten bewegen sich demnach wegen Corona weniger als in der Vor-Pandemie-Zeit.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte vom 4. bis 20. Mai 2022 im Auftrag der TK bundesweit 1706 Menschen ab 18 Jahren zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten. Einer der Hauptgründe, warum sich viele noch weniger bewegen als vor der Pandemie: das Homeoffice. 46 Prozent arbeiteten eigenen Aussagen zufolge in den vergangenen beiden Jahren zumindest zeitweise von zu Hause aus – und mehr als die Hälfte davon bewegt sich im Homeoffice weniger als am normalen Arbeitsplatz (56 Prozent).

  • 70 Prozent davon gaben an, den Arbeitsweg zuvor bewusst als Bewegungsmöglichkeit genutzt zu haben.

  • 48 Prozent sagten, ihnen fehle zu Hause die Motivation für Bewegung während der Arbeit.

  • 25 Prozent gaben an, nicht zu wissen, wie sie sich während des Homeoffice bewegen könnten.

  • 34 Prozent sagten, ihnen fehle zu Hause die Zeit für Bewegung während der Arbeit.

Was vom Sport abhält

Und auch außerhalb der Arbeitszeiten zeigt sich, dass die Deutschen sich zu wenig bewegen: 45 Prozent der Befragten machen selten oder gar keinen Sport. Die acht Hauptgründe, die demnach die Befragten vom Sport abhielten, waren:

  • genug Bewegung in Job und Alltag (54 Prozent),

  • fehlende Motivation (53 Prozent),

  • beruflich zu eingespannt (42 Prozent),

  • familiär zu eingespannt (35 Prozent),

  • körperliche Einschränkungen (34 Prozent),

  • schlechtes Wetter (31 Prozent),

  • fehlende Trainingsbegleitung (31 Prozent),

  • Kosten (19 Prozent).

Knapp mehr als die Hälfte (52 Prozent) schafften es jedoch, trotz der widrigen Pandemieumstände regelmäßig Sport zu treiben. Als während der Lockdowns Fitnessstudios schlossen und das Vereinstraining ausfiel, wich jeder Fünfte auf digitale Sportangebote wie YouTube-Videos oder Online-Sportkurse aus.

Die Studie verzeichnet außerdem einen deutlichen Anstieg bei der Nutzung von Smartwatches, Fitnessarmbändern und Apps. Während 2016 nur 14 Prozent angaben, dass sie mit digitaler Unterstützung trainieren, sind es 2022 bereits mehr als doppelt so viele (29 Prozent).

Die mit Abstand beliebteste Sportart in Deutschland ist der Studie zufolge Fahrradfahren (46 Prozent), gefolgt von Joggen (26 Prozent) sowie Wandern und Nordic Walking (25 Prozent). Yoga hat im Vergleich zur Vorgängerbefragung mit neun Prozent deutlich zugelegt und ist damit beliebter als Fußball (sechs Prozent).

Von denen, die wöchentlich mehr als drei Stunden Sport treiben, schätzen 70 Prozent ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Nur elf Prozent stufen ihre Gesundheit als weniger gut oder schlecht ein. Bei den Nichtsportlern sind das sogar fast ein Viertel der Befragten (23 Prozent).

Was motiviert

Die Sportlerinnen und Sportler unter den Befragten gaben auch an, was sie zum Sport antreibt: Die große Mehrheit gab als Grund für die regelmäßige körperliche Betätigung ihre Gesundheit an (87 Prozent). Rund 73 Prozent machen Sport, weil es ihnen Spaß macht, rund 62 Prozent tun es, um sich zu entspannen. 40 Prozent gaben an, beim Sport Zeit mit anderen verbringen zu können, und 37 Prozent machen Sport für eine schöne Figur.

kry/dpa
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