EU-Regelung Döner dürfen weiter Phosphatzusatz enthalten

Es war knapp für den Döner: Nur wenige Stimmen fehlten im EU-Parlament, um die Zulassung von Phosphatzusätzen in Dönerfleisch abzulehnen. Nun können sich die Spieße aber weiterdrehen.
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Das Wichtigste zuerst: Beim Döner bleibt vorerst alles beim Alten. Die Zubereitung der Fleischspieße verstößt auch künftig nicht gegen EU-Recht.

Im Gegenteil: Ein entscheidender Punkt wird voraussichtlich erstmals genau reguliert. Bisher lagen die Verfahren zur Zubereitung von Dönerfleisch, dem im rohen, gefrorenen Zustand Phosphate zugesetzt werden, in einer rechtlichen Grauzone.

Der Einsatz von Phosphaten in verzehrfähigen Lebensmitteln ist in Europa dagegen seit Jahren erlaubt und mit Grenzwerten reguliert, dies erstreckt sich auch auf das gare Dönerfleisch.

Mit Blick auf diese Lücke - und eine mögliche Gesundheitsgefahr durch die Phosphate - forderte der EU-Ausschuss für öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit das EU-Parlament auf, die Zulassung von Phosphatzusätzen in gefrorenen Dönerspießen aus gesundheitlichen Gründen abzulehnen. Die Aussetzung der Zulassung sollte gelten, bis die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Ende 2018 eine wissenschaftliche Überprüfung der Zusatzstoffe veröffentlicht hat.

Mehrheit ganz knapp verfehlt

Der Antrag verfehlte im Plenum knapp die nötige Mehrheit von 376 Ja-Stimmen, 373 Abgeordnete stimmten dafür. Infolge dessen kann die EU-Kommission nun die Verwendung von Phosphaten in Dönerfleisch - dem gefrorenen Spieß - offiziell zulassen.

Zugesetzte Phosphate finden sich auch in vielen anderen Lebensmitteln unter den E-Nummern E338 bis E341, E343 sowie E450 bis E452. Unter anderem enthalten Cola, Kuchen und Wurstwaren die Substanzen.

Phosphate binden Wasser, wodurch sie eigentlich trockenes Fleisch saftiger machen und Fleischstücke miteinander verbinden. Döner lässt sich ohne zugesetzte Phosphate nicht herstellen.

Studien weisen jedoch auch darauf hin, dass eine erhöhte Phosphat-Konzentration im Körper Herz, Nieren und Kreislauf schaden könnte.

wbr
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