Ernährung WHO warnt vor überzuckerter Babynahrung

Ein gesundes Leben beginnt mit der Säuglingsnahrung. Diese enthält jedoch häufig zu viel Zucker oder Süßstoffe. Das geht aus zwei neuen Studien der WHO hervor.

Die WHO empfiehlt, Babynahrung klug zu wählen: Zucker ist für Säuglinge unter sechs Monaten nicht geeignet.
DPA/Armin Weigel

Die WHO empfiehlt, Babynahrung klug zu wählen: Zucker ist für Säuglinge unter sechs Monaten nicht geeignet.


Zu viel Süßstoff und Zucker in Babynahrung - davor warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und beruft sich auf zwei neue Studien des Regionalbüros für Europa. Untersuchungen von 8000 Babyprodukten ergaben demnach, dass ungefähr ein Drittel der in den Produkten enthaltenen Kalorien auf Zucker zurückzuführen sind. Bei regelmäßigem Verzehr drohen Übergewicht und Karies, erklärte das WHO-Büro.

Gegenstand der Untersuchungen waren unter anderem Fertiggetränke wie Smoothies, Saft und Tee sowie Müsli und Kekse, aber auch Suppen, Joghurt, Milchpulver, Fleisch- und Fischgerichte, die ausdrücklich für Babys und Kleinkinder beworben wurden. Sie stammten aus mehr als 500 Geschäften in den Städten Wien, Sofia, Budapest und Haifa. Ein Drittel der Produkte enthielt Zucker, Fruchtsaftkonzentrat oder andere Süßungsmittel.

Fragwürdige Werbung

Grund zur Sorge bereitet neben dem hohen Gehalt an freien Zuckern in pürierter Babynahrung auch deren Vermarktung. Der Studie zufolge sind 16 bis 53 Prozent der Produkte so verpackt, dass sie die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen.

Dem europäischen Recht widerspricht das nicht, wohl aber dem internationalen Kodex der WHO. Die Leitlinien von 2016 raten davon ab, kommerzielle Beikost für Säuglinge unter sechs Monaten zu bewerben. Dem hatten sich die Hersteller jedoch widersetzt.

Richtlinien für die Mitgliedsstaaten

2016 und 2017 hatte die WHO ein Nährstoffprofil-Modell entwickelt und getestet. Es sollte den Mitgliedsstaaten helfen, zu entscheiden, welche Nahrungsmittel für Kleinkinder im Alter von sechs bis 36 Monaten geeignet sind. Jegliche Süßgetränke, darunter auch Fruchtsäfte, sind demnach für Kinder unter drei Jahren ungeeignet und sollten entsprechend gekennzeichnet werden.

Um Übergewicht und Adipositas zu vermeiden, sei eine gute Ernährung vom Säuglingsalter an notwendig, betont WHO-Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab. Die WHO empfiehlt, Säuglinge unter sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren.

Etiketten, die besagen, dass Nahrungsmittel für Babys unter sechs Monaten geeignet sind, seien deshalb irreführend, so die Experten. Eltern sollten beim Einkauf überprüfen, ob die Produkte Zucker, Fruchtsaft oder Süßstoff enthielten.

ctl/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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salomon17 15.07.2019
1. Zucker ist überall!
Ob Heringssalat, saure Gurken, Bockwürste oder Pizza, überall ist er drin und ständig wird es mehr. Den meisten Leuten schmeckt es nicht mehr, wenn er fehlt. Zucker ist die Volksdroge Nummer eins, dicht gefolgt vom Salz. Die Konsequenzen sind überall sichtbar: Übergewicht, Diabetes und der Hang zu vorkonfektionierter Einheitsnahrung. Hundefutter, Katzenfutter, Menschenfutter alles kommt bald aus der selben Fabrik und unterscheidet sich höchstens in der Verpackung und im Zuckergehalt - schließlich sollen unsere Lieblinge ja gesund bleiben. Guten Appetit.
Nonvaio01 16.07.2019
2. nichts neues
Unsere Kinder haben nur Formula bekommen, Glaeschen oder sonstiges niemals. Wir haben am Samstag immer alles gekocht, es dann in die Eiswuerfel tueten gefuellt, so konnte man immer taeglich verschiedene portionen schnell zubereiten. Alles was man braucht ist ein Mixer und ein paar toepfe. Wenn etwas ewig lange haltbar ist im Glas, kann es nicht natuerlich sein, ausserdem weiss man nicht was in dem essen enthalten ist, da bestimmte zutaten erst ab einem bestimmten prozentsatz angegeben werden muessen. Kekse gab es nicht bei uns, egal ob baby kekse oder nicht.
max-mustermann 16.07.2019
3.
Ist doch logisch schließlich müssen die Kinder so früh wie möglich angefixt werden damit sie auch ja ihr Leben lang der Droge treu bleiben und den ganzen Müll der Lebensmittelindustrie fressen.
hexenbesen.65 16.07.2019
4.
Zitat von Nonvaio01Unsere Kinder haben nur Formula bekommen, Glaeschen oder sonstiges niemals. Wir haben am Samstag immer alles gekocht, es dann in die Eiswuerfel tueten gefuellt, so konnte man immer taeglich verschiedene portionen schnell zubereiten. Alles was man braucht ist ein Mixer und ein paar toepfe. Wenn etwas ewig lange haltbar ist im Glas, kann es nicht natuerlich sein, ausserdem weiss man nicht was in dem essen enthalten ist, da bestimmte zutaten erst ab einem bestimmten prozentsatz angegeben werden muessen. Kekse gab es nicht bei uns, egal ob baby kekse oder nicht.
Schon mal auf die Gläschen geschaut, wieviel Zucker da drin ist ? Gerade im "Apfelbrei" oder "Möhrchen" ?? Eine Freundin (damals schlappe 38 Jahre) hat dieses Zeug kilofreise gefressen und hat sich gewundert, dass sie so dick geworden ist.. "Babybrei ist doch nicht hochkalorisch"...hat sie gemeint, bis sie mal drauf geschaut hat. wir haben auch selber gekocht...und unsere Kinder haben überlebt..Kekse gab es die "normalen" und nicht die total Überzuckerten "Kinderkekse" oder "Kinder-Joghurt"....das wussten wir schon vor 20 jahren, dass da jede menge Zucker drin ist.
sandbaum30 16.07.2019
5. Maßen statt Massen
Bei uns gab es ab dem vollendeten ersten Lebensjahr alles für den Filius und er ist rank und schlank. Allerdings gab und gibt es Kekse eben nicht in Massen, sondern in Maßen und wenn er die Wahl zwischen Schokolade/Gummibärchen und Co und frischen Obststücken hat, nimmt er sowieso lieber das Obst. So wie man es vorlebt, wird es auch der Nachwuchs machen. By the way,... Fernsehen gibts hier nicht, dafür gehen wir jeden Tag raus und bewegen uns viel.
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