Statistik für Deutschland Mehr Radfahrer tragen Helm

Die Zahl der Radfahrer in Deutschland, die einen Helm tragen, wächst. Eine Statistik des Bundesverkehrsministeriums zeigt allerdings auch: Helmträger sind vor allem Kinder - mit steigendem Alter sinkt die Tragequote rasant.
Vorbildliche Helmträger: Schulkinder in Sachsen

Vorbildliche Helmträger: Schulkinder in Sachsen

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Berlin - Es klingt, als hätten sich die Deutschen mit dem Fahrradhelm angefreundet: Die Bereitschaft, beim Fahrradfahren einen schützenden Helm zu tragen, wächst seit Jahren stetig. Das geht aus einer Statistik des Bundesverkehrsministeriums hervor, über die die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Demnach tragen inzwischen 75 Prozent der 6- bis 10-jährigen Kinder einen Fahrradhelm. 2012 waren es noch 66 Prozent und 2011 rund 56 Prozent.

Allerdings nimmt nach der Statistik die Helmquote mit zunehmendem Alter sehr schnell wieder ab: Von den 11- bis 16-Jährigen trugen 2013 nur noch 28 Prozent beim Radfahren einen Helm. Ein Jahr zuvor waren es 29 Prozent und 2011 nur 19 Prozent. Am wenigsten steigen die 17- bis 21-Jährigen mit einem Helm aufs Rad. Hier waren es 2013 rund sechs Prozent und 2012 nur vier Prozent. Nicht viel besser ist es bei 22- bis 30-Jährigen. In dieser Altersgruppe waren es im vergangenen Jahr sieben und im Jahr davor fünf Prozent.

Insgesamt trugen 2013 rund 15 Prozent der Radfahrer in Deutschland einen Helm - gut jeder siebte also. 2012 waren es noch 13 Prozent und 2011 nur 11 Prozent. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hält das für eine gute Entwicklung: "Immer mehr Radler sind mit Helm unterwegs. Die Tragequote steigt seit Jahren, besonders bei Kindern bis 10 Jahren. Trotzdem dürfen wir nicht nachlassen, für das Helmtragen zu werben." Alle seien gefordert - Eltern, Schulen, Verbände und Politik -, die Aktion "Ich trag Helm" zu unterstützen.

Eine Helmpflicht steht in Deutschland derzeit nicht zur Debatte. Einem Wissenschaftler zufolge könnte der Zwang zum Helm sogar negative Auswirkungen haben - unter anderem deshalb, weil viele potentielle Radler dann eventuell ganz aufs Fahrradfahren verzichten würden.

nck/dpa