Umfrage So wollen die Deutschen fasten

40 Tage keinen Alkohol, keine Süßigkeiten oder keinen Sex? Rund jeder Zehnte will von Aschermittwoch an fasten. Vor allem Jüngere sind Fastenvorsätzen gegenüber offen. Dabei muss Verzicht nicht immer etwas mit Ernährung zu tun haben. Viele halten die Fastenzeit auch durch.
Bar-Besucher: Alkohol ist für viele Menschen während der Fastenzeit tabu

Bar-Besucher: Alkohol ist für viele Menschen während der Fastenzeit tabu

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ dpa

Berlin - Für die einen ist es eine religiöse Tradition, für die anderen ein guter Zeitpunkt, seinem Körper Gutes zu tun: Mindestens jeder zehnte Erwachsene in Deutschland will in der Fastenzeit auf etwas verzichten. Zehn Prozent haben einen festen Fastenvorsatz, weitere neun Prozent spielen mit dem Gedanken. Das hat eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergeben.

"Jüngere stehen dem Thema offener gegenüber", sagte YouGov-Geschäftsführer Holger Geißler. YouGov befragte vom 25. bis 27. Februar insgesamt 1035 Menschen ab 18 Jahren. Jüngere halten demnach auch eher durch als Ältere. Diesen Trend bestätigt auch eine weitere repräsentative Umfrage. Der Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge lehnen ältere Menschen das Fasten viel häufiger ab als jüngere Erwachsene. Nur 18 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben demzufolge an, der mehrwöchige Verzicht auf ein bestimmtes Genussmittel oder Konsumgut komme für sie generell überhaupt nicht in Frage. Bei den über 60-Jährigen waren es doppelt so viele.

Ähnlich lautet der Tenor einer weiteren Befragung für die "Apotheken Umschau", bei der Menschen ab bereits 14 Jahren Auskunft gaben. Insgesamt plant demnach jeder Siebte in Deutschland, in diesem Jahr zu fasten.

Am wichtigsten sind für Fastende laut YouGov-Umfrage gesundheitliche Gründe: 53 Prozent nennen dieses Motiv. Sich selbst oder anderen beweisen, dass sie noch von einer bestimmten Gewohnheit lassen können, wollen 47 Prozent. Je 27 Prozent fasten aus Tradition oder aus religiösen Gründen. Eine konsumkritische Haltung nennen 20 Prozent.

44 Prozent bleiben eisern

Von denen, die schon einmal einen Fastenversuch gestartet haben, sind die meisten nach eigenen Worten glatt oder so einigermaßen durchgekommen: 44 Prozent blieben eisern, 42 Prozent wurden zwar schwach, hielten dann aber durch, 14 Prozent brachen ab.

Süßigkeiten und Alkohol stehen laut den Studienergebnissen an der Spitze der Verzichtsliste. Es folgen Fleisch und Zigaretten. Auch ein Handy- und Smartphone-Fasten sei bei einigen eingeplant. Sechs Prozent der Fastenden planen laut Yougov-Umfrage 40 Tage ohne Sex - der Anteil von Männern und Frauen ist hier fast gleich.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rief am Dienstag dazu auf, in der Fastenzeit auf Plastik zu verzichten - viele Plastikgegenstände verschmutzten Meere und Strände.

Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Ostern. Die Sonntage werden nicht mitgerechnet. Sowohl zur katholischen als auch zur evangelischen Tradition gehört es, in der Fastenzeit bewusst Verzicht zu üben oder sich besonders dem Gebet zu widmen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Ausgabe des Artikels hatte zur Auswertung der "Apotheken Umschau" gestanden: "Insgesamt plant demnach jeder Achte in Deutschland, in diesem Jahr zu fasten." Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cib/dpa
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