Fitnesstrend Animal Moves Mach dich zum Affen

Ente, Krabbe und Bär sind zwar nicht als Sportskanonen bekannt. Aber haben Sie schon mal probiert, sich so zu bewegen wie die Tiere? Animal Moves sind hammeranstrengend - und machen Laune.

Johannes Rodach / Gräfe und Unzer Verlag

Von Tim Hollstein


Falls Sie sich über Menschen im Fitnessstudio wundern, die sich seltsam verrenken, herumspringen und sich auf allen Vieren durch die Gegend bewegen - die machen wahrscheinlich gerade den Skorpion. Oder das Krokodil. Vielleicht auch den Frosch. Animal Moves sind ein neuer Fitnesstrend - und ziemlich kräftezehrend.

Schwerpunkt Bewegungsintelligenz

Wie der Name besagt, sind die Übungen Bewegungen aus dem Tierreich nachempfunden. Da gibt es etwa den Bear Crawl (Bärenkrabbeln) auf allen Vieren, bei dem die Knie nicht den Boden berühren dürfen. Die Übung trainiert insbesondere Brust, Schulter und Trizeps. Beliebt ist auch der Duck Walk (Entengang) in der Hocke. Er beansprucht Beine, Hüfte und Po und ist verdammt anstrengend - im US-amerikanischen Militär ist er Teil des Einstellungstests.

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Bewegen wie die Tiere: Königsklasse Krokodil

Bei dem funktionellen Training geht es vor allem darum, neue Bewegungsformen auszuprobieren. Ziel ist die Verbesserung der eigenen sogenannten Bewegungsintelligenz: Die Koordination, die neuromuskuläre Kommunikation und die allgemeine Bewegungskreativität werden gezielt geschult. Nach der Animal-Moves-Philosophie sollen die Übungen als Anregung dienen, Variationen sind ausdrücklich erwünscht.

Ergänzung zum eintönigen Krafttraining

Zwar ist die Idee der Animal Moves im Grundsatz nicht neu. Aber sie knüpft an einen Aspekt an, der im traditionellen Fitnesstraining allzu oft vernachlässigt wird: Abwechslung und Kreativität. Der Fitness-Boom hat unzählige Menschen in die Sportstudios gelockt, und das ist gut so. Doch viele Studiogänger führen die immer gleichen Übungen durch, und das oft an Geräten, die den Bewegungsablauf strikt vorgeben.

Experten sehen Animal Moves daher als ideale Ergänzung zum herkömmlichen Training. "Man bedient sich hier natürlicher Bewegungsformen, die ohne Hilfsmittel den Körper sehr effektiv trainieren können", sagt Stephan Geisler, Sportwissenschaftler an der IST-Hochschule in Düsseldorf.

Selbst eingefleischte Fitnessprofis werden insbesondere bei den Animal-Jump-Moves noch einmal ganz neu gefordert. Diese Übungen benötigen zwar weitaus mehr Kraft und Koordination, die Körperstabilität verbessert sich jedoch immens. Der Froschsprung etwa gilt als eine der größten Herausforderungen: Man springt aus der Hocke in einen halbhohen Handstand und federt den Schwung gezielt ab, indem man den Oberkörper kontrolliert Richtung Boden bewegt. Die Übung trainiert Oberschenkel, Schulter und oberen Rücken. Und sie lässt sich prima rückwärts absolvieren.

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Animal Moves: Tanzen wie ein Skorpion

Die Community wächst

Im Internet hat sich bereits eine Animal-Moves-Szene etabliert. Es gibt Trainingsvideos, Foren und mehrtätige Kurse. In Berlin etwa treffen sich die Mitglieder von "Schwitzen im Park" dreimal pro Woche zum gemeinschaftlichen Work-out: Junge und Alte sind dabei, Anfänger und Fitnessjunkies. Philip Christmann und Stojan Nikolow betreuen die Gruppe. Die beiden haben einige der Moves in das sonst traditionelle Trainingsprogramm integriert. Nicht jedem hat das direkt zugesagt. "Manche sind begeistert, andere wollen lieber Liegestütze und Kniebeugen machen. Die wollen nicht aus ihrer Komfortzone raus", erzählt Christmann. "Viele der Skeptiker waren jedoch überrascht, als der Muskelkater am nächsten Tag eingesetzt hat."

Für den Hobby-Coach ist das ein gutes Zeichen, denn Muskelkater entsteht durch ungewohnte Bewegungen.

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Känguru mit Körperspannung: Hüpf, hüpf

Für Jedermann geeignet

Die Moves eignen sich gut für Einsteiger, da die Verletzungsgefahr aufgrund des Trainings mit dem eigenen Körpergewicht gering ist. Wichtig ist die Motivation, etwas Neues abseits vom herkömmlichen Krafttraining auszuprobieren. Geisler empfiehlt das Training jedem, der mit wenig Aufwand eine gute Körperstabilisation und Koordination erreichen will. "Allerdings sollte man sich am besten etwas darauf vorbereiten, vor allem konditionell, und vielleicht sogar einen Trainer zu Rate ziehen", so der Sportwissenschaftler.

In zahlreichen Fitnessstudios wären die Animal Moves bereits leicht umsetzbar: Viele haben Geräte zur Seite gestellt und Freiflächen für funktionelles Training geschaffen.



insgesamt 13 Beiträge
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widower+2 11.11.2018
1. Nichts Neues unter der Sonne
Die meisten dieser "Animal Moves" waren schon vor 50 Jahren elementarer Bestandteil des Fußballtrainings sowie des Kinderturntrainings in meinem Heimatverein. Entengang, Froschhüpfen und Bärenkrabbeln gab es in fast jeder Trainingseinheit.
dasfred 11.11.2018
2. Ich versuch es zuerst mit dem Walross
Langsam von einer Seite auf die andere wälzen, sich im Sessel hochstemmen und dabei vernehmlich schnaufen. So toll ich diese Tipps finde, für mich kommen sie zwanzig Jahre bzw. fünfzig Kilo zu spät. Ich lese trotzdem diese Artikel gern, bringen sie doch immerhin noch mein schlechtes Gewissen auf Trab.
so-long 12.11.2018
3. Entengang
Da wird sich zuerst das Kniegelenk und danach der Orthopäde freuen. Ich würde mich einfach auf die Natur verlassen: da hat sich der aufrechte Gang beim Menschen hervorragend bewährt.
cochon 12.11.2018
4.
Steige öfters im Haus auf allen vieren die Treppe hoch. Ist eine prima Übung für das Kreuz.
neue_perspektiven 12.11.2018
5. An alle Walrösser
Mit dem Glaubenssatz, dass Sie für Bewegung zu alt sind, dürfen Sie es sich gern weitere Jahre in Ihrer Komfortzone gemütlich machen. Oder Sie ändern Ihre Einstellung, beginnen sich aktiv zu bewegen (was Ihnen Spaß macht) und dürfen sich in wenigen Wochen über erste Verbesserungen Ihrer Lebensqualität freuen (Gefühl, jünger zu sein; nicht so schnell aus der Puste kommen, etc.). Ganz Ihre Entscheidung!
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