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15. September 2015, 16:04 Uhr

Studie zu XXL-Portionen

Wer mehr auf dem Teller hat, isst auch mehr

Je größer die Portion, desto mehr essen wir - selbst wenn wir eigentlich gar keinen Hunger mehr haben. Forscher raten deshalb zu kleineren Tellern und höheren Preisen bei XXL-Packungen.

Es klingt einleuchtend: Wer eine XXL-Packung Popcorn, einen großen Teller voller Pasta oder eine Kingsize-Pizza vorgesetzt bekommt, isst automatisch mehr. Das haben Forscher nun wissenschaftlich untermauert.

Gareth Hollands und seine Kollegen von der University of Cambridge haben knapp 70 Einzelstudien ausgewertet, die Daten von mehreren Tausend Menschen umfassen. Die Ergebnisse haben sie nun als Metastudie in der renommierten Cochrane Database veröffentlicht: Größere Portionen, Lebensmittelpackungen und Teller verleiten Menschen tatsächlich dazu, mehr zu essen.

Die Studie liefere "den bislang überzeugendsten wissenschaftlichen Beweis, dass kleinere Portionen, Verpackungseinheiten und Geschirr Menschen helfen könnten, Kalorien einzusparen", schreiben die Forscher. Ein erwachsener Brite könnte auf diese Weise bis zu 16 Prozent weniger Energie täglich zu sich nehmen, was 279 Kilokalorien entspricht.

Mehr Angebot - mehr Nachfrage

Die knapp 70 Einzelstudien unterschieden sich in ihren Ergebnissen, doch es lasse sich ein klarer Trend feststellen, berichten die Forscher: Große Portionen verleiten zu mehr Kalorien. Die Teilnehmer einer US-amerikanischen Studie beispielsweise konnten zwischen einer normalen Portion Nudeln (248 Gramm) und einer großen mit 377 Gramm wählen. Diejenigen, die zu letzterer griffen, nahmen im Schnitt 43 Prozent mehr Kalorien zu sich.

In einer Untersuchung der US-amerikanischen Lehigh University bekamen Jugendliche eine 80 Gramm oder 160 Gramm Tüte Popcorn vorgesetzt und sollten 15 Minuten "Tom und Jerry" ansehen. Wie zu erwarten, langte die Gruppe mit der großen Packung mehr zu.

Die Fakten sind bekannt: Wer auf Dauer mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbraucht, setzt Fettpolster an. Starkes Übergewicht gilt als ungesund, da es unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. Auch Diabetes, umgangssprachlich Zuckerkrankheit genannt, gilt als häufige Folge von Übergewicht. Laut Statistischem Bundesamt war im Jahr 2013 jeder zweite Deutsche zu dick.

Kleine Tricks, um weniger zu essen

Um Menschen dazu zu bringen, weniger zu essen, schlagen Hollands und seine Kollegen verschiedene Lösungsansätze vor. Wären große Lebensmittelpackungen zum Beispiel im Vergleich zu kleineren nicht deutlich günstiger, gäbe es weniger Anreiz, die XXL-Variante zu kaufen. Für besonders energiereiches Essen empfehlen die Forscher Oberlimits für die Portionsgröße.

Auch psychologische Tricks können helfen. Auf einem kleinen Teller wirkt eine Portion beispielsweise größer, als sie es ist. Ebenso spielt die Größe der gegessenen Häppchen wohl eine Rolle. Belgische Forscher haben Frauen einmal Süßigkeiten im Ganzen und einmal halbiert vorgesetzt. Von den kleineren Leckerbissen aßen die Frauen weniger als von den größeren. Sie sparten so im Schnitt 60 Kilokalorien ein.

mel

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