Gesundheitsminister Bahr nach Berlin-Marathon "Ich hatte noch Reserven"

42 Kilometer durch Berlin: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat den Berlin-Marathon am Sonntag geschafft. Im Interview verrät der FDP-Politiker, warum er den Lauf trotz schwerer Beine und blauer Zehen wunderbar fand, und was ihn "ins Ziel getragen hat".

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (Archivbild): "Ein Marathonlauf ist eine immense körperliche Belastung."
dapd

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (Archivbild): "Ein Marathonlauf ist eine immense körperliche Belastung."


SPIEGEL ONLINE: Herr Bahr, Sie sind am Sonntag den Berlin-Marathon in 4:08:14 Stunden gelaufen. Damit blieben Sie nahezu 20 Minuten über Ihrer Bestzeit. Was war los?

Bahr: Ich musste einige Trainingseinheiten in der Vorbereitungszeit streichen. Ich wusste, dass mir das fehlen wird und ging von 4:30 Stunden aus. Nun sind es 4:08 Stunden geworden. Die Bestzeit bin ich schließlich vor meiner Zeit als Minister gelaufen.

SPIEGEL ONLINE: Sind Sie trotzdem zufrieden mit dem Rennen?

Bahr: Ich bin voll zufrieden. Diese Kulisse, die vielen jubelnden Menschen, das ideale Wetter. Das war wunderbar und hat mich ins Ziel getragen.

SPIEGEL ONLINE: Wo hat es nach dem Lauf am meisten wehgetan?

Bahr: Körperlich lief alles gut, ich habe mich nicht verausgabt, hatte sogar noch Reserven. Die Beine waren schwer und zwei Zehen waren mal nach einem Trainingslauf mit neuen Schuhen blau.

SPIEGEL ONLINE: Was sagen Sie als Gesundheitsminister: Ist ein Marathonlauf gesund?

Bahr: Naja, da streiten sich wohl die Geister. Der Lauf selbst ist für den Körper schon eine immense Belastung. Deshalb sollte man wirklich nur gut vorbereitet laufen. Denn was gesund ist, das ist die regelmäßige Bewegung in der Zeit der Vorbereitung.

SPIEGEL ONLINE: Wie haben Sie das viele Training organisiert?

Bahr: Ich hatte einen Trainingsplan und habe die wenige freie Zeit genutzt, ihn möglichst umzusetzen. Das war nicht ganz einfach und es ist mir auch nicht immer gelungen, genau nach Plan zu laufen. Aber am Ende hat es gereicht - das zählt.

SPIEGEL ONLINE: Müssen Ihre Bodyguards eigentlich immer mitlaufen?

Bahr: Beim Marathon, ja. Aber die Kollegen haben den Vorteil, dass sie sich abwechseln können.

SPIEGEL ONLINE: Wann laufen Sie den nächsten Marathon?

Bahr: Mal sehen, bislang habe ich noch keine Idee. Der New-York-Marathon würde mich schon mal reizen, aber der ist im November und damit fällt die Vorbereitung in die arbeitsreichen Monate September und Oktober - also nicht so leicht.

Das Interview führte Wendelin Hübner

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
sitcom 03.10.2012
1. Was soll das....
Aha... Herr Bahr ist also Marathon gelaufen... Ist ja sehr wichtig... Vielleicht sollte er mal seine Job machen... Baustellen gibt es mehr als genug... Ach ne FTP... Haupsache man schiebt seinem Klientel Gelder auf kosten der Allgemeinheit zu...
shatreng 03.10.2012
2. alles easy
Zitat von sitcomAha... Herr Bahr ist also Marathon gelaufen... Ist ja sehr wichtig... Vielleicht sollte er mal seine Job machen... Baustellen gibt es mehr als genug... Ach ne FTP... Haupsache man schiebt seinem Klientel Gelder auf kosten der Allgemeinheit zu...
Ich halte weder von Herrn Bahr noch von der FDP besonders viel, aber ihr Kommentar ist doch einfach nur unnötig. Er ist in seiner Freizeit ein Marathon gelaufen und er ist eben ein Minister, daher auch das Medieninteresse. Er beantwortet 5 Fragen und gut ist. Joschka ist doch auch Marathon gelaufen und wurde dazu interviewt. Außerdem passt das Thema zum derzeitgen Spiegel. Man kann sich auch über alles aufregen und ungeachtet ob ein Politiker das richtige entscheidet oder nicht, ein Minister arbeitet mit Sicherheit mehr als der Durchschnittsarbeitnehmer und ist im VERGLEICH zu vielen Personen in der Wirtschaft absolut unterbezahlt, auch wenn ich denke, dass Politiker genug verdienen ;)
WolfgangCzolbe 03.10.2012
3. Minister läuft Marathon
Respekt!
capricorn 03.10.2012
4. Gewisse Genugtuung
Die Zeit von Bahr schafft mir eine gewisse Genugtuung. Da war ich zu meinen besten Zeiten besser. Man sagt ja. Wenigstens unter Vier Stunden. Das ist es was die meisten wollen. Gut bei meinem ersten Marathon bin ich nach 21 km ausgestiegen. Ich war fix und foxy und fragte mich: Wie kann man das nur durchhalten. Krämpfe. Muskeln wie Blei. Beim zweiten dann war ich schon unter vier Stunden. Man darf auch nicht zu schnell los laufen. Immer schön langsam und Wasser trinken und Bananen essen. Aber unter 4 Stunden sollte man schon schaffen.
solaris_fan 03.10.2012
5. Leistung = Arbeit / Zeit - und nicht Arbeit * Zeit !
Toll. Diese Zeit habe ich letztes Jahr für die selbe Strecke auch gebraucht - nur habe ich mit meinen 43 Jahren noch vorher 3,8 Kilometer geschwommen und bin 180 km auf dem Rad gefahren - ging dieses Jahr leider nicht, da ich mit einer Krebs-Chemo beschäftigt war - aber trotztdem nach zwei Zyklen immer "schlimmsten Loch" immerhin 2:03 Stunden auf 20,4 Kilometer - anstatt 1:32 - gelaufen bin. Soviel zum Thema "Leistungsgesellschaft" - war wohl nichts, Herr Bahr !
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