Stichproben in 13 Städten Tester finden gefährliche Keime in Grillfleisch

Grillfleisch kann sogenannte Krankenhauskeime enthalten. Das haben nach SPIEGEL-Informationen Stichproben in mehreren deutschen Städten ergeben. Die Bakterien können Infektionen auslösen, gegen die herkömmliche Antibiotika machtlos sind.
Bratwürste und Steaks: Grillfleisch kann Krankenhauskeime enthalten

Bratwürste und Steaks: Grillfleisch kann Krankenhauskeime enthalten

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Hamburg - In abgepacktem mariniertem Grillfleisch finden sich bisweilen sogenannte MRSA-Keime, besser bekannt als Krankenhauskeime. Das haben nach SPIEGEL-Informationen Stichproben ergeben, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurden.

Vor wenigen Wochen hatte die Partei in 13 Städten abgepacktes Grillfleisch einkaufen und untersuchen lassen. 14 Prozent aller Proben waren mit den gefährlichen Keimen befallen, die Wundinfektionen und Atemwegsentzündungen auslösen können. Die meisten der herkömmlichen Antibiotika sind dagegen machtlos.

Eingekauft wurde in allen gängigen Supermärkten und Discountern. Fündig wurden die Tester etwa bei Schweinenackensteaks in Pfeffermarinade oder marinierten Putenhacksteaks.

Die Stichprobe der Grünen-Untersuchung ist sehr klein, und nicht alle Keime sind zwangsläufig lebensbedrohlich . Der agrarpolitische Sprecher der Grünen sieht in den Testergebnissen dennoch einen Hinweis auf eine wachsende Gefahr.

"Die verschiedenen Keimresistenzen sind eine tickende Zeitbombe", sagt Friedrich Ostendorff. Er kritisiert, dass die Bundesregierung keine entscheidenden Maßnahmen ergreift, den Missbrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung zu stoppen.

Ende Mai hatten die Grünen bereits in mehreren Wurstprodukten problematische Keime gefunden. In zehn von 63 Wurstproben seien ESBL-Keime nachgewiesen worden, die ebenfalls gegen gängige Antibiotika resistent sein können.

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