Motivation Mach den Schweinehund nass

Das Wetter ist zu schlecht, die Zeit zu knapp, die Stimmung zu mies? Das sind alles schlechte Ausreden, aufs Lauftraining zu verzichten. Entschuldigungen lassen sich leicht in gute Gründe für Sport an der frischen Luft umwandeln.
Joggen trotz Nässe: Diese tapfere Läuferin wird mit einem Regenbogen belohnt

Joggen trotz Nässe: Diese tapfere Läuferin wird mit einem Regenbogen belohnt

Foto: Tim Brakemeier/ picture alliance / dpa

Der November hat von allen Monaten das wohl schlechteste Image. Er ist verschrien als Depri-Monat. Wochenlang, so scheint es, verdeckt eine dicke, graue Wolkendecke das Sonnenlicht und verhagelt den Menschen die Laune. Der feuchte Wind pustet uns den Nacken steif, der Nieselregen drückt die Stimmung. Unsere Haltung dazu? Schultern hochgezogen, Kopf nach unten, Blick auf den Boden. Trippelschritt und Tunnelblick. Oder erst gar nicht vor die Tür gehen, jedenfalls nicht zum Laufen.

Die Ausrede: Das Wetter ist schlecht.

Dass Bewegung unsere Stimmung beeinflusst, weiß man schon lange. Gerade haben kanadische Forscher der Queen's Universität zusammen mit deutschen Wissenschaftlern der Uni Witten-Herdecke herausgefunden, dass die Art, sich zu bewegen, Auswirkung darauf hat, ob wir eher positive oder negative Informationen verarbeiten. Das heißt: Wer einen fröhlich-beschwingten Gang zeigte, merkte sich eher Begriffe mit einer positiven Bedeutung. Probanden, die mit hängendem Kopf herumschlurften, erinnerten hinterher eher die negativ-besetzten Wörter.

Es ist also ganz einfach: Das einzige Gegenmittel gegen Sesshaftigkeit ist Stehvermögen. Statt über das miese Wetter zu meckern, sollte man es lächelnd und mit breiter Brust annehmen. Zeigen Sie es dem inneren Schweinehund.

Vielleicht versuchen Sie mal Folgendes: Schauen Sie sich den Wetterbericht der Woche an, wählen Sie den Tag mit dem fiesesten Wetter. Sagen Sie sich: "An dem Tag X, um Uhrzeit Y, gehe ich eine Runde joggen, walken oder spazieren." Mit angemessener Kleidung und aufrechtem Gang. Vielleicht spüren Sie massiven Gegenwind, vielleicht peitscht Ihnen der Regen ins Gesicht, vielleicht frieren die Finger fest. Kann alles sein, muss aber nicht. Vielleicht genießen Sie auch einfach die frische Luft, den Nieselregen auf der Nase und die Einsamkeit im Park.

Der gute Grund: Auch schlechtes Wetter hat frische Luft.

Lesen im nächsten Teil dieser Serie, warum "keine Zeit" ebenfalls nicht als Ausrede taugt.

Von Frank Joung
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